Die Gedenkstätte Bullenhuser Damm ist ein wichtiger Lern- und Erinnerungsort in Hamburg. Sie ist der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte zur Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen angegliedert. Hier wird an 20 jüdische Kinder und mindestens 28 Erwachsene erinnert, die am 20. April 1945 im Keller des Gebäudes von SS-Männern ermordet wurden. Bevor die Kinder ermordet wurden, missbrauchte man sie im KZ Neuengamme für pseudomedizinische Versuche. Die Gedenkstätte umfasst eine Ausstellung und einen Rosengarten.
Die Geschichte des Ortes
Das Gebäude am Bullenhuser Damm diente 1944/45 als Außenlager des KZ Neuengamme. Im KZ Neuengamme führte der SS-Arzt Dr. Kurt Heißmeyer Tuberkulose-Versuche an Häftlingen durch. Dafür ließ er im November 1944 zehn Jungen und zehn Mädchen im Alter von 5 bis 12 Jahren aus dem KZ Auschwitz holen. Betreut wurden die Kinder von zwei französischen Häftlingsärzten und zwei niederländischen Häftlingspflegern, die als Widerstandskämpfer inhaftiert waren. Um das Verbrechen zu vertuschen, ermordeten SS-Männer die Kinder und ihre vier Betreuer. Wenige Tage vor Kriegsende wurden sie in die Schule am Bullenhuser Damm gebracht und dort in der Nacht des 20. April 1945 im Keller ermordet. In derselben Nacht wurden dort mindestens 24 weitere sowjetische KZ-Häftlinge erhängt.
Die Gedenkstätte heute
Die Gedenkstätte Bullenhuser Damm und der Rosengarten erinnern an die Opfer dieses Verbrechens. Die Gedenkstätte wurde 1980 auf private Initiative durch die Vereinigung „Kinder vom Bullenhuser Damm“ eröffnet. 1999 wurde sie in städtische Trägerschaft übernommen und der KZ-Gedenkstätte Neuengamme angegliedert. Die 2011 neu eröffnete Dauerausstellung ist in Deutsch und Englisch verfügbar und informiert über den Ort als Schule und als Außenlager des KZ Neuengamme, über die medizinischen Experimente, die Opfer, die Morde, die Täter und den Umgang mit dem Verbrechen nach 1945. Im Rosengarten hinter dem Schulhof können Rosen zum Gedenken an die Ermordeten gepflanzt werden. Seit 1985 erinnert dort eine Bronzeplastik von Anatoli Mossitschuk an die sowjetischen Häftlinge.
Die Gedenkstätte befindet sich in Hamburg-Rothenburgsort.
Anreise mit dem hvv
Die nächste Haltestelle ist Großmannstraße, unter 100 m Luftlinie entfernt; dort hält Bus 130. Der nächste Bahnhalt ist Rothenburgsort mit S2 und S7, rund 350 m Luftlinie. Rund 250 m entfernt liegt außerdem die Haltestelle Billstraße 133.
Entfernungen sind Luftlinie, kein Fußweg. Haltestellen und Linien: hvv Fahrplandaten (GTFS), Freie und Hansestadt Hamburg, Fahrplan ab 03.09.2026 · Datenlizenz Deutschland - Namensnennung - 2.0