
Das Glitzerglas zum Durchatmen
Eine leere Flasche, etwas Wasser und eine Prise Glitzer reichen für ein Glitzerglas. Euer Kind schüttelt es, stellt es hin und schaut zu, wie der Glitzer langsam nach unten sinkt. Nach ein paar Minuten liegt er als bunte Schicht am Boden, und das Wasser ist wieder klar. Mehr passiert nicht. Genau darum geht es.
Für die Flasche nehmt ihr am besten eine PET-Flasche ohne Etikett oder ein stabiles Plastik-Schraubglas. Ein Gefäß aus echtem Glas geht erst bei älteren Kindern, dazu steht unten mehr. Euer Kind sucht die Flasche aus und schüttet mit dem Trichter Wasser und Glitzer hinein. Das feste Verschließen und Verkleben des Deckels übernehmt ihr.
Manche Familien nutzen das Glas als Zeichen für eine kurze Pause, bis der Glitzer unten liegt. Fachleute nennen das Ko-Regulation. Ein Kind beruhigt sich zuerst über einen ruhigen Erwachsenen neben sich, noch bevor es das allein kann. Ein Versprechen, dass das Glas selbst etwas bewirkt, steht hier trotzdem nicht. Euch bleibt vor allem der gemeinsame Blick auf das Glas.
Das braucht ihr
Die Liste reicht für ein Glas. Bastelkleber, Glitzer und ein bisschen Geduld sind das Wichtigste daran.

1 bruchfeste klare Flasche oder ein Schraubglas
Am besten eine PET-Flasche ohne Etikett mit 300 bis 500 Millilitern. Ein Gefäß aus echtem Glas geht erst bei älteren Kindern, mehr dazu im Sicherheitskasten.
Warmes Wasser
Füllt die Flasche gut zur Hälfte, bevor der Rest aus Kleber und Glitzer dazukommt.
Glitzerkleber oder klarer Bastelkleber
Macht das Wasser dickflüssiger, damit der Glitzer langsamer sinkt. Wie viel genau passt, ist von Flasche zu Flasche verschieden.
Feiner Glitzer
Eine Prise reicht meist für den Anfang. Zum Thema Glitzer und Mikroplastik steht weiter unten ein eigener Tipp.
1 Tropfen Spülmittel
Optional, verteilt den Glitzer gleichmäßiger und beugt Klümpchen vor.
Kleber oder Klebeband zum Abdichten
Zum Beispiel Heißkleber oder ein wasserfester Kleber für den Rand des Deckels. Das Verkleben ist Sache der Erwachsenen.
1 Trichter
Zum Einfüllen von Wasser und Glitzer, ohne dass etwas daneben geht.
Für den Tisch
Zeitung oder ein Tablett, ein Lappen und eine Schüssel Wasser für klebrige Finger.
So geht's
Schritt 1
Flasche oder Glas aussuchen
Erwachsene + Kind
Euer Kind sucht sich die Flasche oder das Glas aus. Für die meisten Familien passt eine klare PET-Flasche ohne Etikett am besten, etwa 300 bis 500 Milliliter groß. Ein Schraubglas geht auch, dann prüft ihr vorher, ob der Deckel wirklich dicht schließt.
Ein Gefäß aus echtem Glas nehmt ihr nur bei älteren Kindern. Mehr dazu steht bei den Altersvarianten und im Sicherheitskasten. Das Etikett geht am einfachsten ab, wenn ihr die Flasche kurz in warmes Wasser mit etwas Spülmittel legt.
Schritt 2
Wasser und Kleber einfüllen
Kind
Euer Kind stellt den Trichter in die Öffnung. Dann gießt es warmes Wasser ein, bis die Flasche gut zur Hälfte voll ist. Danach kommt der Glitzerkleber oder klare Bastelkleber dazu, langsam und in kleinem Strahl.
Mehr Kleber macht das Wasser dickflüssiger, und der Glitzer sinkt später langsamer. Wie viel genau zu eurer Flasche passt, probiert ihr am besten selbst aus. Die Anleitungen dazu widersprechen sich ohnehin.
Schritt 3
Glitzer einstreuen
Kind
Jetzt streut euer Kind eine Prise feinen Glitzer ins Wasser. Am besten geht das über dem Trichter, damit nichts daneben geht. Ein Tropfen Spülmittel dazu verteilt den Glitzer gleichmäßiger.
Fehlt noch Farbe, darf euer Kind eine zweite Prise dazugeben. Zwei bis drei Esslöffel reichen auch einer großen Flasche völlig.
Schritt 4
Deckel verschließen und verkleben
Erwachsene
Jetzt schraubt ihr den Deckel richtig fest zu. Dreht die Flasche einmal vorsichtig auf den Kopf, damit ihr seht, ob irgendwo Wasser austritt.
Ist alles dicht, verklebt ihr den Rand von außen noch einmal. Nehmt dafür zum Beispiel Heißkleber oder wasserfesten Klebstoff. Das übernehmt ihr allein, denn hier geht es um eine kleine, aber wichtige Sicherheitsfrage.
Schritt 5
Kleber trocknen lassen
niemand – Geduld
Jetzt wartet ihr, am besten ein paar Stunden oder über Nacht. Von außen wirkt der Kleber oft schon nach kurzer Zeit fest, innen braucht er länger.
Prüft vor dem ersten Schütteln noch einmal, ob der Deckel wirklich festsitzt. Wackelt er noch, wartet ihr lieber eine Runde länger.
Schritt 6
Schütteln und zusehen
Erwachsene + Kind
Jetzt schüttelt euer Kind die Flasche kräftig durch und stellt sie auf den Tisch. Der Glitzer wirbelt erst wild durcheinander und sinkt dann langsam wieder nach unten.
Manchmal sinkt er schneller als erwartet. Dann hilft beim nächsten Versuch nur mehr Kleber. Bis alles wieder ruhig am Boden liegt, schaut ihr gemeinsam zu.
Gelingt sicher
- Wenn der Glitzer zu schnell sinkt
- Sinkt der Glitzer bei euch schon nach wenigen Sekunden, steckt meist zu wenig Kleber im Wasser. Mehr Glitzerkleber macht das Wasser dickflüssiger, und der Glitzer braucht länger bis zum Boden. Öffnet dafür den Deckel noch einmal, gebt etwas Kleber dazu und verschließt alles neu. Wie viel am Ende zu eurer Flasche passt, probiert ihr am besten selbst aus.
- Wenn der Glitzer klumpt
- Manchmal setzt sich der Glitzer zu Klümpchen zusammen, statt gleichmäßig zu sinken. Das passiert vor allem bei grobem Glitzer oder wenn zu wenig Flüssigkeit zum Verteilen da ist. Ein Tropfen Spülmittel vor dem Zuschrauben hilft oft dagegen. Schüttelt eure Flasche danach noch einmal kräftig durch.
- Ehrlich zum Glitzer
- Normaler Glitzer besteht aus winzigen Plastikteilchen, die sich aus Wasser und Böden kaum wieder entfernen lassen. Loser Glitzer darf seit Oktober 2023 in der EU deshalb gar nicht mehr verkauft werden. Für euer Glas gibt es inzwischen auch biologisch abbaubare Glitzer-Alternativen im Bastelladen. Einmal eingefüllt und fest verschlossen, bleibt der Glitzer bei euch ohnehin im Glas.
- Wenn das Wasser trüb wird
- Nach einigen Wochen wird das Wasser in manchen Gläsern milchig statt klar. Das liegt oft an feinen Kleberresten oder an Keimen, die sich mit der Zeit vermehren. Wird es euch zu trüb, leert ihr die Flasche aus. Füllt sie danach mit frischem Wasser, Kleber und Glitzer neu.
Für jedes Alter
- 0–3 · Kleinkind
- Unter drei Jahren schaut das Kind vor allem zu. Es darf Glitzer mit der Hand in den Trichter geben, während ein Erwachsener die Flasche hält. Füllen, Verschließen und Verkleben übernehmen Erwachsene komplett. Für diese Altersgruppe passt eine kleine Plastikflasche besser als ein Glas.
- 4–6 · Kita & Vorschule
- Mit vier bis sechs Jahren schüttet das Kind Wasser und Glitzer selbst ein, am besten mit dem Trichter. Verschließen und Verkleben bleibt bei den Erwachsenen. In diesem Alter ist das Zusehen oft schon die liebste Beschäftigung mit dem Glas.
- 7–10 · Grundschule
- Grundschulkinder füllen fast alles allein und schrauben den Deckel selbst zu. Ein Erwachsener prüft danach, ob er wirklich dicht ist. Jetzt kommt auch ein kleines Schraubglas aus Glas infrage, wenn es standfest ist und nicht herumfliegt.
- ab 11 · Tweens & Teens
- Ab elf Jahren klappt das Mischen von Kleber, Wasser und Glitzer komplett allein. Älteren gefällt oft das Austesten verschiedener Mengen, bis der Glitzer genau so langsam sinkt, wie sie es wollen. Manche bauen gleich mehrere Gläser mit unterschiedlichen Farben.
Sicherheitshinweise
- Ihr verschließt den Deckel fest und verklebt ihn danach von außen zusätzlich. Kleinkinder erkunden Gefäße am liebsten mit dem Mund. Ein Gefäß mit Flüssigkeit darin wird schnell mit einem Getränk verwechselt. Die Initiative Das Sichere Haus rät deshalb davon ab. Füllt Flüssigkeiten nie in ein Gefäß, das Kinder aus der Küche kennen.
- Ein Gefäß aus echtem Glas bricht leicht in scharfe Scherben, wenn es herunterfällt. Für jüngere Kinder passt eine Flasche oder ein Glas aus bruchfestem Plastik besser. Ab welchem Alter echtes Glas infrage kommt, steht bei den Altersvarianten.
- Glitzer und Kleber gehören nicht in den Mund. Normaler Kinderbastelkleber ist in kleinen, versehentlich verschluckten Mengen zwar meist unbedenklich, Glitzer ist aber nicht zum Essen gedacht. Spült den Mund mit Wasser aus, wenn doch etwas hineingerät. Ruft im Zweifel den Giftnotruf Nord an, die Nummer lautet 0551 19240.
- Unter drei Jahren bleibt ein Erwachsener in Reichweite, solange das Glas noch offen ist. Ist es einmal fest verschlossen und verklebt, dürfen auch die Kleinsten zuschauen und schütteln.
Varianten
- Variante 1
Farbiges Wasser
Ein Tropfen Lebensmittelfarbe färbt das Wasser hellblau oder zartrosa, bevor der Glitzer dazukommt. Zu viel Farbe macht das Glas trüb statt klar, ein einziger Tropfen reicht völlig.
- Variante 2
Zwei Gläser im Vergleich
Baut zwei Flaschen gleichzeitig und gebt in eine mehr Kleber als in die andere. Beim Schütteln seht ihr direkt, wie viel langsamer der Glitzer in der dickflüssigeren Flasche sinkt.
Häufige Fragen
Welches Gefäß passt am besten?
Am einfachsten ist eine klare PET-Flasche ohne Etikett, weil sie nicht zerbricht. Ein Schraubglas geht ebenfalls, dann achtet ihr besonders auf einen dicht schließenden Deckel. Ab dem Grundschulalter dürft ihr auch zu einem kleinen Marmeladenglas greifen.
Wie viel Kleber braucht ihr für ein langsames Sinken?
Eine feste Zahl gibt es dafür nicht. Fangt mit einem großzügigen Schuss Glitzerkleber an und gebt nach Bedarf noch etwas dazu. Je mehr Kleber in eurem Wasser ist, desto langsamer sinkt der Glitzer am Ende.
Kann der Glitzer auslaufen?
Nur, wenn der Deckel nicht wirklich dicht ist. Testet das direkt nach dem Füllen, indem ihr die Flasche einmal vorsichtig umdreht. Tropft dabei etwas aus, schraubt ihr fester zu und verklebt den Rand noch einmal.
Wie lange hält so ein Glas?
Bei einem gut verklebten Deckel hält euer Glitzerglas über Monate, manche Familien benutzen es jahrelang. Nur das Wasser tauscht ihr irgendwann aus, wenn es euch zu trüb geworden ist.
Geht das auch ohne Glitzerkleber?
Ja, klarer Bastelkleber und loser Glitzer funktionieren genauso gut, nur mischt ihr beides selbst zusammen. Ein Tropfen Spülmittel hilft dabei, den Glitzer gleichmäßig zu verteilen, statt dass er in Klumpen zusammenklebt.
Materialliste und die sechs Schritte zum Ausdrucken, damit ihr sie direkt an der Flasche nachlesen könnt.
Noch mehr Ruhe in Hamburg
Mag euer Kind den ruhigen Moment mit dem Glas, lohnt sich vielleicht eine Vorlesestunde in der Nachbarschaft. Im Kalender stehen die Vorlesetermine der Hamburger Bücherhallen, meist kostenlos und ohne Anmeldung.
Vorlese-Termine im Kalender →





