
Arztpraxis für Kuscheltiere
Für eine Arztpraxis für Kuscheltiere braucht ihr ein Kuscheltier und ein paar Dinge aus Küche und Hausapotheke. Euer Kind ist der Doktor. Es hört den Teddy ab, schaut ihm in den Hals, legt einen Verband an und malt ein Rezept. Das klappt ab etwa zwei Jahren und dauert so lange, wie euer Kind mag.
Das Spiel passt gut zu einem Tag auf dem Sofa. Euer krankes Kind bleibt unter seiner Decke, und die Praxis kommt zu ihm. An einem gesunden Regentag läuft sie genauso. Und einmal ist euer Kind die Person, die bestimmt. Es entscheidet, was dem Teddy fehlt und was er jetzt braucht.
Ihr spielt mit, als Begleitung des Patienten oder an der Anmeldung. Unten steht, wie ihr mitspielt und wann ihr euch rausnehmt. Echte Medikamente und echte Spritzen bleiben aus dem Spiel, auch leere Packungen. Den Grund dafür findet ihr im Sicherheitskasten.
Das braucht ihr
Alles davon habt ihr wahrscheinlich im Haus. Die Liste reicht für eine Praxis mit einem Patienten.

1 Kuscheltier als Patient
Ein Teddy, ein Hase oder ein Hund. Für das Wartezimmer dürfen gern noch ein paar mehr kommen.
1 Mullbinde oder ein Stoffstreifen
Aus der Hausapotheke. Ein schmaler Streifen von einem alten Geschirrtuch tut es genauso.
2–3 Pflaster
Mehr braucht ihr nicht. Die Schutzfolien sammelt ihr gleich wieder ein.
1 Holzlöffel
Der Spatel für den Blick in den Hals.
1 leere Klopapierrolle
Das Hörrohr zum Abhören.
1 Taschenlampe
Für Ohren und Hals. Nehmt eine mit normalen Batterien und keine Mini-Lampe mit Knopfzelle.
1 Küchentuch und 1 altes Hemd
Das Küchentuch ist die Liege, das Hemd von euch der Kittel.
Papier und Wachsmalstifte
Für die Karteikarte an der Anmeldung und für das Rezept.
So geht's
Die Praxis aufbauen

Für die Praxis reicht euch ein Ende vom Sofa oder der Couchtisch. Legt das Küchentuch als Liege hin. Daneben kommen Mullbinde, Pflaster, Holzlöffel, Klorolle und Taschenlampe. Euer Kind zieht das Hemd als Kittel an und entscheidet, wo was liegt. An einem Krankentag baut ihr die Praxis direkt neben der Decke auf. Dann muss euer Kind gar nicht aufstehen.
Wartezimmer und Anmeldung

Die übrigen Kuscheltiere warten in einer Reihe auf der Sofalehne. Wenn ihr mögt, übernehmt ihr die Anmeldung. Ihr fragt, wie der Patient heißt und was ihm fehlt. Euer Kind malt dazu eine Karteikarte, zum Beispiel einen Kreis mit zwei Ohren. Dann ruft es den ersten Patienten auf. Für die Kleinsten reicht ein einziger Patient ohne Wartezimmer.
Station 1
Abhören und nachschauen

Euer Kind setzt die Klorolle an den Bauch des Teddys und horcht. Mit dem Holzlöffel schaut es in den Hals, mit der Taschenlampe in die Ohren. Ihr erzählt als Begleitung, was dem Teddy wehtut. Ein Satz wie „Er hustet seit gestern“ reicht. Den Rest bestimmt der Doktor. Manchmal findet euer Kind etwas ganz anderes heraus als ihr. Dann hat der Teddy eben Ohrenweh.
Station 2
Verband und Pflaster

Jetzt wird verbunden. Euer Kind wickelt die Mullbinde ein paarmal um eine Pfote. Das Ende steckt ihr gemeinsam unter die letzte Lage, oder ein Pflaster hält es fest. Kleine Kinder wickeln oft kreuz und quer, und der Verband rutscht wieder ab. Dann verbindet ihr eben noch einmal. Verbände kommen um Pfoten, Bauch oder Ohren, nie um einen Hals.
Station 3
Das Rezept

Zum Schluss schreibt der Doktor ein Rezept. Euer Kind malt auf ein Blatt, was der Teddy jetzt braucht. Meistens sind das ein Bett, eine Tasse Tee oder ganz viel Kuscheln. Tabletten und Säfte malt ihr nicht dazu. Ihr nehmt das Rezept entgegen und sagt laut, was ihr darauf seht. Danach bekommt der Teddy genau das, zum Beispiel einen Platz unter der Decke.
Wie ihr mitspielt

In diesem Spiel bestimmt euer Kind. Fragt lieber „Was soll ich sein?“, statt Rollen zu verteilen. Meistens seid ihr die Begleitung des Patienten oder selbst der Patient. Wenn euer Kind allein weiterspielt, zieht ihr euch leise zurück. Lasst die Praxis dann einfach stehen. Manchmal geht die Sprechstunde am Nachmittag weiter.
Wenn der Teddy zum zehnten Mal eine Spritze bekommt

Manche Kinder spielen immer wieder die Spritze, vor allem nach einer Impfung. Keine Sorge, im Rollenspiel verarbeiten Kinder, was sie erlebt haben. Lasst euer Kind spritzen, so oft es will. Die Spritze ist dabei sein Zeigefinger. Ihr könnt den Teddy kurz jammern lassen und dann fragen, ob er ein Pflaster bekommt. So endet die Szene mit Trösten.
Gelingt sicher
- Ein Patient nach dem anderen
- Für Zweijährige reicht ein einziges Kuscheltier. Ein volles Wartezimmer ist ihnen oft zu viel. Ab etwa vier dürfen mehrere Patienten warten. Dann fragt ihr, welches Tier als Nächstes drankommt.
- Am Krankentag darf es kurz sein
- Kranke Kinder brauchen ruhige Spiele und genug Pausen. Richtet die Praxis deshalb in eurer Nähe ein, damit euer Kind nicht allein liegt. Wenn nach zehn Minuten Schluss ist, legt ihr den Teddy einfach mit ins Bett. Die Praxis wartet bis morgen.
Für jedes Alter
- 0–3 · Kleinkind
- Ab etwa zwei Jahren spielen Kinder schon, dass sich die Puppe wehgetan hat, und trösten sie. Ein Kuscheltier, ein Pflaster und eine Mullbinde reichen. Den Verband wickelt ihr meistens gemeinsam.
- 4–6 · Kita & Vorschule
- Jetzt kommen Wartezimmer, Anmeldung und Rezept dazu. Euer Kind erfindet Krankheiten und bestimmt die Behandlung. Oft spielt es dabei den eigenen letzten Arztbesuch nach.
- 7–10 · Grundschule
- Grundschulkinder richten die Praxis gern für jüngere Geschwister ein. Sie malen für jedes Kuscheltier eine eigene Karteikarte und schreiben die Rezepte selbst.
Sicherheitshinweise
- Keine echten Medikamente ins Spiel, auch keine leeren Packungen, Blister oder Fläschchen. Kleine Kinder ahmen die Einnahme nach.
- Nennt Tabletten nie Bonbons und Medizin nie Saft. Süßigkeiten sind deshalb auch keine Spieltabletten.
- Keine echten Spritzen, schon gar nicht mit Nadel. Die Spritze im Spiel ist ein Zeigefinger.
- In echte Ohren und Nasen steckt euer Kind nichts, auch kein Wattestäbchen. Wattestäbchen können das Trommelfell verletzen.
- Mullbinden, Bänder und Schnüre kommen nie um einen Hals. Bänder am Hals können Kinder strangulieren.
- Das Fieberthermometer ist kein Spielzeug. Es enthält eine Knopfzelle und Kleinteile, die Kinder verschlucken können.
- Mit der Taschenlampe leuchtet niemand einem Menschen aus der Nähe in die Augen. Helles LED-Licht kann Kinderaugen blenden.
- Hat euer Kind etwas geschluckt, ruft den Giftnotruf Nord unter 0551 19240 an. Bei Atemnot wählt ihr sofort 112.
Varianten
- Variante 1
Die Tierarztpraxis
Kuscheltiere sind ja Tiere. Beim Tierarzt bekommt der Hund einen Knochen aufs Rezept und die Katze ein Schälchen Milch.
- Variante 2
Das Kuscheltier-Krankenhaus
Ein Schuhkarton wird zum Krankenbett, ein Waschlappen zur Decke. Der Teddy bleibt über Nacht, und euer Kind macht am Morgen Visite.
- Variante 3
Vor einem echten Arzttermin
Steht eine Impfung oder eine Vorsorge an, spielt ihr sie vorher mit dem Teddy durch. Erklärt dabei, was in der Praxis passiert, und baut es ins Spiel ein.
- Variante 4
Ihr seid der Patient
Euer Kind untersucht euch. Der Holzlöffel geht dabei nur bis an die Lippen, und die Taschenlampe leuchtet auf die Nasenspitze statt in die Augen.
Häufige Fragen
Ab welchem Alter geht das?
Ab etwa zwei Jahren, wenn ihr mit einem Kuscheltier und wenigen Dingen anfangt. Mit Wartezimmer und Rezept wird es meistens ab drei oder vier rund. Bis ins Grundschulalter spielen viele Kinder gern mit, oft für jüngere Geschwister.
Hilft das Spiel vor einem echten Arztbesuch?
Oft ja. Wenn ihr vorher zusammen den Teddy verarztet, wird die Praxis für euer Kind vertrauter. Erklärt dabei kurz, was beim Arzt passiert, zum Beispiel das Abhören.
Mein Kind will nur Patient sein. Ist das in Ordnung?
Ja. Dann seid ihr der Doktor, und euer Kind bestimmt trotzdem, was ihm fehlt. Manchmal wechselt es nach ein paar Runden von selbst die Rolle.
Was tun, wenn keine Mullbinde im Haus ist?
Dann schneidet ihr einen schmalen Streifen aus einem alten Geschirrtuch oder einem Stoffrest. Pflaster aus der Hausapotheke gehen auch ganz ohne Verband.
Die Praxis, die drei Stationen und die Sicherheitshinweise zum Ausdrucken. Legt das Blatt neben die Liege.
Kuscheltiere unterwegs in Hamburg
Wenn der Teddy wieder gesund ist, darf er auch mal ausgehen. Im Kalender stehen Termine rund ums Kuscheltier, zum Beispiel Übernachtungen in den Bücherhallen.
Kuscheltier-Termine im Kalender →
