
Bratäpfel aus dem Ofen
Der Bratapfel ist ein Wintergericht, bei dem eure Kinder den größten Teil selbst übernehmen. Sie mischen die Füllung, drücken sie in die Äpfel und schauen am Ofenfenster zu, wie die Schale schrumpelt. Nur ein Handgriff bleibt bei euch Erwachsenen, das Aushöhlen. Danach riecht eure Küche nach Zimt und Apfel, solange der Ofen läuft.
Zwei Dinge entscheiden über euer Ergebnis. Lasst den Boden des Apfels zu, sonst läuft die Füllung in die Form. Und nehmt säuerliche, feste Äpfel wie Boskoop, Cox Orange, Elstar oder Jonagold. Sie setzen der süßen Füllung etwas entgegen.
Die Füllung in diesem Rezept kommt ohne Marzipan aus. Sie besteht aus Haferflocken, Rosinen, Butter, Zimt und etwas Honig oder Zucker. Wenn ihr mögt, kommen gemahlene Nüsse dazu. Backt ihr mit Kleinkindern, lest vorher die beiden Hinweise zu Honig und Nüssen unter „Sicherheit“. Beide betreffen genau diese Altersgruppe.
Das braucht ihr
Für vier Bratäpfel in einer Auflaufform. Mit dem Rechner könnt ihr auf zwei oder acht Äpfel umstellen. Für acht braucht ihr eine zweite Form.

4 säuerliche Äpfel
Mittelgroß und fest, zum Beispiel Boskoop, Cox Orange, Elstar oder Jonagold. Sie sollten gerade stehen. Wenn einer wackelt, schneidet unten eine hauchdünne Scheibe ab, ohne ein Loch zu machen.
4 EL Haferflocken
Zarte oder kernige, beides geht. Sie sind die Grundlage eurer Füllung.
2 EL Rosinen
Wenn ihr keine Rosinen mögt, nehmt klein geschnittene getrocknete Aprikosen oder lasst sie weg.
2 EL gemahlene Nüsse
Optional. Gemahlene Haselnüsse oder Mandeln aus dem Backregal. Sie sind bewusst gemahlen statt gehackt, damit auch Kinder unter vier Jahren mitessen können. Warum das so ist, steht unter „Sicherheit“.
30 g weiche Butter
Zimmerwarm, damit sie sich mit dem Rest verkneten lässt. Dazu ein kleines Extrastück, um die Form einzufetten.
1 TL Zimt
Gemahlener Zimt.
2 EL Honig oder brauner Zucker
Für Kinder unter einem Jahr nur Zucker, keinen Honig.
100 ml Wasser oder Apfelsaft
Kommt auf den Boden der Form, nicht in die Äpfel.
1 Auflaufform
Glas oder Keramik, so groß, dass vier Äpfel mit etwas Abstand darin stehen. Fettet sie vorher mit Butter ein.
Apfelausstecher oder kleines Messer
Zum Aushöhlen, das übernehmt ihr Erwachsenen. Ohne Ausstecher geht es genauso mit einem kleinen spitzen Messer und einem Teelöffel.
Für den Tisch
Eine Schüssel und ein Löffel für die Füllung, ein Teelöffel zum Füllen und ein langes Holzstäbchen oder ein Schaschlikspieß für die Garprobe.
So geht's
Schritt 1
Äpfel aushöhlen
Erwachsene
Heizt zuerst den Ofen vor, auf 180 °C Ober-/Unterhitze oder 160 °C Umluft. Dann kommen die Äpfel dran. Waschen und Abtrocknen ist die erste Aufgabe für eure Kinder.
Löst von oben den Stiel und das Kerngehäuse heraus. Das geht mit dem Apfelausstecher. Oder ihr schneidet mit einem kleinen spitzen Messer rundherum ein und schabt den Rest mit einem Teelöffel heraus. Dabei gilt eine Regel: Stecht nicht bis unten durch. Der Boden bleibt zu, sonst läuft die Füllung beim Backen in die Form.
Die ausgehöhlten Äpfel stellt ihr gleich in die gefettete Form, mit etwas Abstand zueinander.
Schritt 2
Füllung mischen
Kind
Gebt Haferflocken, Rosinen, gemahlene Nüsse, weiche Butter, Zimt und Honig oder Zucker in die Schüssel. Dann verknetet ihr alles mit einem Löffel oder mit den Fingern zu einer krümeligen, leicht klebrigen Masse.
Hier sind eure Kinder dran. Sie zählen die Löffel ab, schütten alles hinein und kneten. Manchmal ist die Masse zu trocken und hält nicht zusammen. Dann kommt ein Stückchen Butter dazu. Ist sie zu klebrig, gebt ihr einen Löffel Haferflocken hinzu.
Schritt 3
Äpfel füllen
Kind
Drückt die Füllung mit einem Teelöffel in die Öffnungen, ruhig fest. Oben lasst ihr einen kleinen Hügel stehen. Was übrig bleibt, kommt zwischen die Äpfel in die Form.
Zum Schluss gießt ihr das Wasser oder den Apfelsaft auf den Boden der Form, neben die Äpfel, nicht darüber. Auch das können eure Kinder übernehmen.
Schritt 4
Ab in den Ofen
Erwachsene
Schiebt die Form auf mittlerer Schiene in den vorgeheizten Ofen. Nach 25 bis 40 Minuten sind die Äpfel meist so weit. Wie lange es bei euch genau dauert, hängt vor allem an Größe und Sorte.
Die Angaben in Rezepten gehen auseinander. Sie liegen zwischen 175 und 200 °C Ober-/Unterhitze, bei Umluft zwischen 160 und 180 °C. Eure Einstellung aus Schritt 1 liegt mitten in diesem Korridor. Verlasst euch am Ende auf die Probe im nächsten Schritt, nicht auf die Uhr.
Schritt 5
Fertig? Die Probe
Erwachsene + Kind
Woran ihr es seht: Die Schale ist schrumpelig geworden oder an einer Stelle aufgeplatzt. Keine Sorge, genau auf dieses Zeichen wartet ihr.
Sicher ist die Stäbchenprobe. Einer von euch Erwachsenen holt die Form heraus und stellt sie auf ein Brett. Dann darf ein Kind ein langes Holzstäbchen seitlich bis zur Mitte in einen Apfel stechen. Gleitet es ohne Widerstand hinein, ist er durch. Sonst schiebt ihr die Form noch einmal für ein paar Minuten zurück in den Ofen.
Schritt 6
Abkühlen lassen, dann essen
niemand – Geduld
Frisch aus dem Ofen ist die Füllung heiß und der Saft in der Form auch. Wartet einige Minuten, bevor der erste Löffel kommt. Für kleine Kinder brecht ihr den Apfel auf dem Teller auf und kostet selbst vor.
Dazu passt Vanillesoße, warm oder kalt. Den Saft vom Boden der Form gebt ihr mit einem Löffel über die Äpfel.
Gelingt sicher
- Der Boden bleibt zu
- Kommt ihr beim Aushöhlen unten durch, landet die Füllung beim Backen in der Form. Oben bleibt dann ein leerer Schacht. Das passiert manchmal trotzdem. Dann stopft ihr das Loch von innen mit einem Stückchen Apfel aus dem herausgelösten Rest zu, bevor die Füllung hineinkommt.
- Säuerlich statt süß
- Die Füllung bringt Süße mit. Ihr dürft also einen säuerlichen Apfel nehmen, er liefert den Gegenpol. Boskoop, Cox Orange, Elstar und Jonagold sind die Sorten, die in Bratapfelrezepten immer wieder genannt werden.
- Das Stäbchen entscheidet, nicht die Uhr
- Wie lange ein Bratapfel braucht, hängt an Größe und Sorte. Auch die Angaben in Rezepten liegen weit auseinander. Ihr prüft also nach der kürzesten Zeit zum ersten Mal und legt dann in kleinen Schritten nach.
Für jedes Alter
- 0–3 · Kleinkind
- Mit Zweijährigen könnt ihr Äpfel waschen, Zutaten in die Schüssel schütten, mit den Händen kneten und die Füllung in die Öffnungen drücken. Bei dieser Arbeit können kleine Hände nichts falsch machen. Beim Essen gelten zwei Regeln: kein Honig unter einem Jahr, keine Nussstücke unter vier. Zerdrückt den Apfel auf dem Teller und kostet vorher selbst vor.
- 4–6 · Kita & Vorschule
- Vier- bis Sechsjährige können die Löffel für die Füllung selbst abzählen und die Äpfel allein füllen. Die Stäbchenprobe ist in diesem Alter der Höhepunkt. Ihr stellt die Form auf das Brett, das Kind sticht, und das Stäbchen verrät, ob es schon so weit ist.
- 7–10 · Grundschule
- Grundschulkinder können beim Aushöhlen helfen, wenn ihr mit dem Messer vorgeschnitten habt. Das Herausschaben mit dem Teelöffel schaffen sie dann allein. Spannend ist auch ein Sortenvergleich. Nehmt zwei Äpfel einer säuerlichen und zwei einer süßen Sorte, danach gibt es eine ehrliche Verkostung.
- ab 11 · Tweens & Teens
- Ab elf ist das ein Rezept für allein. Einer von euch bleibt beim Aushöhlen und am Ofen in Rufweite. Wenn eure Kinder weitergehen wollen, erfinden sie eigene Füllungen, etwa mit Marzipan, getrockneten Aprikosen oder gehackten Nüssen. Die Vanillesoße kochen sie dann auch selbst.
Sicherheitshinweise
- Kein Honig für Kinder unter einem Jahr. Honig kann Sporen eines Bakteriums enthalten, die bei Säuglingen im Darm auskeimen und einen seltenen, aber lebensbedrohlichen Säuglingsbotulismus auslösen können. Fachstellen raten deshalb, Säuglingen keinen Honig zu geben. Für die Kleinsten den Honig einfach durch Zucker ersetzen.
- Für Kinder unter vier Jahren keine ganzen Nüsse und keine gehackten Nussstücke. Nüsse gehören wegen ihrer Größe, ihrer runden Form und ihrer öligen Oberfläche zu den häufigsten Ursachen dafür, dass Kleinkinder etwas in die Atemwege bekommen. Fein gemahlene Nüsse, in die Füllung eingeknetet, sind die Fassung für die Kleinen, sofern keine Nussallergie besteht. Pur löffeln sollten Kleinkinder das trockene Nussmehl nicht – es kann eingeatmet werden.
- Aushöhlen, Ofen und Form sind Erwachsenensache. Der Backofen ist eine typische Quelle für Verbrennungen in der Küche, und Kinderhaut ist deutlich dünner als die von Erwachsenen – sie nimmt bei Hitze schneller Schaden. Das Messer kommt nach dem Aushöhlen gleich aus der Reichweite.
- Füllung und Saft sind direkt nach dem Backen heiß. Einige Minuten abkühlen lassen, den Apfel für kleine Kinder aufbrechen und selbst vorkosten, bevor das Kind isst.
Varianten
- Variante 1
Halbiert statt ganz
Halbiert die Äpfel quer und löst das Kerngehäuse mit einem Teelöffel heraus. So braucht ihr keinen Ausstecher, und ältere Kinder können auch das Aushöhlen selbst übernehmen. Die Füllung kommt als Häufchen in die Mulde. Ob die Hälften gar sind, zeigt wieder das Stäbchen.
- Variante 2
Mit Marzipan
Viele klassische Bratapfelrezepte kneten Marzipanrohmasse in die Füllung. Wenn ihr das mögt, zupft ein kleines Stück Marzipan klein und mischt es unter die Haferflocken. Vom Honig oder Zucker könnt ihr dann weniger nehmen.
- Variante 3
Mit gehackten Nüssen
Für Kinder ab vier Jahren könnt ihr statt gemahlener auch grob gehackte Walnüsse, Haselnüsse oder Mandeln nehmen. Sie bringen Biss in die weiche Füllung.
Häufige Fragen
Brauche ich einen Apfelausstecher?
Nein. Ein kleines spitzes Messer, mit dem ihr das Kerngehäuse von oben rundherum einschneidet, und ein Teelöffel, mit dem ihr den Rest herausschabt, tun es genauso. Der Ausstecher ist nur schneller.
Welche Äpfel eignen sich?
Nehmt säuerliche, feste Sorten wie Boskoop, Cox Orange, Elstar oder Jonagold. Sie setzen der süßen Füllung etwas entgegen. Wichtig ist außerdem, dass eure Äpfel gerade stehen. Sonst fallen sie in der Form um.
Ober-/Unterhitze oder Umluft?
Beides funktioniert. Rezepte nennen 175 bis 200 °C Ober-/Unterhitze oder 160 bis 180 °C Umluft. Hier nehmt ihr die Mitte: 180 °C Ober-/Unterhitze oder 160 °C Umluft.
Die Schale ist aufgeplatzt – ist das schlimm?
Nein, im Gegenteil. Eine schrumpelige oder aufgeplatzte Schale zeigt euch, dass der Apfel fertig ist. Ob er innen durch ist, verrät die Stäbchenprobe.
Ab welchem Alter dürfen Kinder mitessen?
Mitmachen können eure Kinder ab etwa zwei Jahren. Beim Essen gelten zwei Grenzen: kein Honig für Kinder unter einem Jahr, und für Kinder unter vier nur gemahlene, keine gehackten Nüsse. Mit Zucker und ohne Nussstücke ist die Füllung auch für die Kleinsten gedacht.
Die Zutatenliste mit Mengen für vier Äpfel, alle sechs Schritte mit Temperatur und Backzeit und die Sicherheitshinweise – zum Ausdrucken für die Küche.
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