
Kresse auf Watte ziehen
Kresse ist das Experiment, das garantiert gelingt. Ihr streut Samen auf feuchte Watte, und nach wenigen Tagen steht grünes Gemüse auf dem Teller. Mehr braucht ihr nicht, kein Beet und keine Erde. Euer Kind sieht jeden Tag etwas Neues, ohne dass ihr vorbereiten müsst.
Die Watte bleibt die ganze Zeit feucht. Das übernimmt am besten euer Kind mit der Sprühflasche. Nach ein paar Tagen kommen die ersten hellen Fädchen durch die Schale. Kurz danach wird daraus grüne Kresse. Satt grün wird sie nur am Licht. Im dunklen Schrank bleibt sie blass. Sie wird lang und dünn, das zeigt der Vergleich weiter unten.
Für die Älteren steckt eine echte Forscherfrage drin: Was passiert mit einem zweiten Teller im dunklen Schrank? Unten findet ihr die Schritte, die Erklärung und das, was schiefgehen kann. Rechnet mit zehn Minuten Aussäen und etwa einer Woche Warten, bis ihr erntet.
Das braucht ihr
Fast alles davon findet ihr zu Hause. Nur die Kressesamen kauft ihr extra. Achtet beim Kauf auf Keimsaat oder Sprossensaat, nicht auf gewöhnliche Gartensaat für draußen.

1 flacher Teller
Ein Suppenteller oder eine kleine Auflaufform reicht, Hauptsache flach und breit.
Watte oder Küchenpapier
Watte saugt sich voll und bleibt gleichmäßig feucht. Küchenpapier geht auch, trocknet aber schneller aus.
1 Packung Kressesamen
Kauft Keimsaat oder Sprossensaat zum Essen, nicht gewöhnliche Gartensaat für draußen. Gartensaat ist oft chemisch behandelt und deshalb zum Essen nicht geeignet.
1 kleine Sprühflasche oder Gießkanne
Zum sanften Befeuchten, ohne dass die Samen wegschwimmen.
1 zweiter Teller
Den braucht ihr nur für die Forscherfrage mit hell und dunkel in Schritt 5.
Sicherheitshinweise
- Fachstellen raten kleinen Kindern grundsätzlich von rohen Sprossen und Keimlingen ab. Nach der EU-Begriffsbestimmung für Sprossenerzeugung zählt auch Kresse zu dieser Gruppe. Bei sehr kleinen Kindern geht ihr auf Nummer sicher, wenn ihr die Kresse kurz mitbratet oder ins warme Essen rührt. So empfehlen es Fachstellen für Sprossen allgemein.
- Kauft Kressesamen als Keimsaat oder Sprossensaat zum Essen, nicht als gewöhnliche Gartensaat für draußen. Gartensaat ist oft chemisch behandelt und für den Verzehr nicht geeignet.
- Wascht die Kresse kurz unter kaltem Wasser ab, bevor sie auf den Teller oder ins Brot kommt. Das gilt besonders dann, wenn kleine Kinder mitessen.
- Riecht der Teller unangenehm, oder seht ihr farbige Schimmelflecken statt der feinen weißen Wurzelhärchen, schüttet ihr den Teller weg.
So geht's
Schritt 1
Watte befeuchten und Samen aussäen
Kind
Breitet die Watte dicht auf dem Teller aus und drückt sie leicht an. Dann gießt ihr Wasser darüber, bis sie durchfeuchtet ist. Oben soll aber kein Wasser mehr stehen.
Jetzt streut euer Kind die Kressesamen dicht nebeneinander auf die Watte. Andrücken müsst ihr sie nicht, Kresse keimt am besten im Licht und bleibt deshalb oben liegen.
Schritt 2
Jeden Tag gießen
Kind
Euer Kind übernimmt ab jetzt das Gießen. Am besten einmal am Tag mit der Sprühflasche. Die Watte soll feucht bleiben, aber nirgends im Wasser stehen.
Steht der Teller zu warm oder zu nass, schimmelt die Kresse schneller. Riecht es muffig, schüttet ihr alles weg und setzt neu an, das passiert auch erfahrenen Leuten manchmal.
Schritt 3
Nach wenigen Tagen die ersten Keimlinge
niemand – Geduld
Nach zwei bis drei Tagen seht ihr die ersten hellen Keimlinge. Sie brechen durch die Samenschale. Noch sind sie winzig und gebogen, bevor sie sich aufrichten und grün werden.
Manche Samen brauchen länger als andere, das kommt häufig vor. Gebt dem Teller einfach noch einen Tag, dann zeigt sich bei euch auch der Rest.
Schritt 4
Nach etwa einer Woche ernten
Erwachsene + Kind
Nach einer Woche steht die Kresse dicht und sattgrün auf der Watte. Jetzt schneidet ihr sie knapp über der Watte ab, am besten mit einer kleinen Küchenschere.
Das Schneiden ist eher etwas für ältere Kinder oder für euch, weil die Schere nah an den Fingern arbeitet. Kleinere dürfen die Kresse danach abzupfen und probieren.
Schritt 5
Forscherfrage für die Älteren
Erwachsene + Kind
Für Schulkinder ist ein zweiter Teller der spannendste Teil. Einen stellt ihr ans helle Fenster, den anderen in den dunklen Schrank, sonst bleibt bei beiden alles gleich.
Nach ein paar Tagen vergleicht ihr: Die helle Kresse ist kurz und grün, die dunkle lang und blass. Das zeigt, wie wichtig Licht für Pflanzen ist.
Gelingt sicher
- Was passiert da? Die Erklärung für Kinder
- In jedem Kressesamen steckt eine kleine Pflanze mit einem Vorrat an Nährstoffen. Wasser und Watte reichen, damit sie keimt und die ersten Blättchen bildet. Für das satte Grün braucht sie aber Licht, nur damit baut sie den grünen Farbstoff auf, der ihr Energie zum Wachsen liefert. Ohne Licht streckt sich die Kresse stattdessen in die Länge und bleibt blass, weil sie nach einer helleren Stelle sucht. Darum stellt ihr den Teller am besten an einen hellen Platz, wenn ihr sattes Grün wollt.
- Wenn es schimmelt oder muffig riecht
- Zu nasse Watte riecht nach ein paar Tagen oft muffig, das ist meistens zu viel Wasser und zu wenig Luft. Schimmel erkennt ihr an grauen oder schwarzen Flecken, nicht am feinen weißen Flaum um die Wurzeln. Der Flaum besteht aus Wurzelhärchen, winzigen Fäden, mit denen die Kresse Wasser aufnimmt. Riecht der Teller unangenehm oder seht ihr echten Schimmel, schüttet ihr alles weg und setzt frisch an.
- Wenn nichts oder nur wenig keimt
- Manchmal keimt nur ein Teil der Samen, besonders wenn sie schon länger offen in der Schublade lagen. Schaut ihr aufs Mindesthaltbarkeitsdatum der Packung, altes Saatgut keimt schlechter. Zu trockene Watte ist meist der zweite Grund, checkt sie bei euch lieber einmal zu oft als zu wenig.
- Und danach? Kresse verwenden
- Frisch geschnittene Kresse schmeckt leicht scharf und passt auf ein Butterbrot oder in den Quark. Wascht sie kurz unter kaltem Wasser ab, bevor euer Kind sie probiert. Nachwachsen tut sie an derselben Stelle nicht mehr, dafür setzt ihr einfach eine neue Portion an.
Für jedes Alter
- 0–3 · Kleinkind
- In diesem Alter schaut euer Kind vor allem zu und darf einzelne Samen auf die Watte rieseln lassen. Das Gießen übernehmt ihr noch meistens selbst, mit der Sprühflasche darf es helfen. Für ganz Kleine ist ein Esslöffel reife Kresse zum Probieren genug.
- 4–6 · Kita & Vorschule
- Hier passt der Versuch am besten, weil alles schnell geht und wenig schiefgehen kann. Euer Kind sät, gießt jeden Tag und erntet am Ende selbst mit einer kleinen Schere unter Aufsicht. Die Freude über die ersten grünen Spitzen ist in diesem Alter am größten.
- 7–10 · Grundschule
- Jetzt übernimmt euer Kind die Forscherfrage mit dem zweiten Teller und schreibt auf, was sich ändert. Ein kleines Wachstumstagebuch mit Strichen an der Tellerkante macht aus der Beobachtung ein kleines Projekt. Auch der Vergleich mit Küchenpapier statt Watte ist für dieses Alter interessant.
- ab 11 · Tweens & Teens
- Für Ältere lohnt sich die Frage, warum Pflanzen im Dunkeln lang und blass werden. Das Stichwort dafür ist Photosynthese, die Pflanze braucht Licht, um grünen Blattfarbstoff aufzubauen und Energie zu gewinnen. Wer mag, vergleicht zusätzlich Kresse auf Watte mit Kresse auf Küchenpapier oder Erde.
Varianten
- Variante 1
Der Eierkopf mit Kressehaaren
Füllt eine leere Eierschalenhälfte mit feuchter Watte und malt vorher ein Gesicht auf die Schale. Die Kresse wächst dann wie grünes Haar aus dem Kopf und lässt sich genauso schneiden wie vom Teller.
- Variante 2
Kresse auf Küchenpapier statt Watte
Gefaltetes Küchenpapier saugt sich genauso voll wie Watte. Kontrolliert öfter, ob noch genug Feuchtigkeit da ist, Küchenpapier trocknet schneller aus.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es bis zur Ernte?
Rechnet mit fünf bis acht Tagen von der Aussaat bis zur ersten Ernte, je nach Wärme und Licht bei euch. Nach einer Woche ist die Kresse meist dicht genug für ein ganzes Butterbrot.
Wächst die Kresse nach dem Schneiden wieder nach?
Nein, einmal geschnitten wächst an der Schnittstelle nichts mehr nach, der Wachstumspunkt ist mit weg. Sät ihr alle paar Tage einen neuen Teller an, habt ihr trotzdem ständig frische Kresse.
Ist der weiße Flaum an den Wurzeln Schimmel?
Meistens nicht. Feine weiße Fäden direkt an der Wurzel sind in der Regel Wurzelhärchen, mit denen die Pflanze Wasser aufnimmt. Schimmel erkennt ihr eher an grauen, schwarzen oder bunten Flecken und an einem muffigen Geruch.
Können auch Kleinkinder mitmachen?
Ja, ab etwa drei Jahren klappt das Gießen und Zuschauen gut, auch wenn das genaue Alter je nach Kind schwankt. Das Ernten mit der Schere bleibt bei euch oder bei den größeren Geschwistern.
Welche Watte oder welches Papier eignet sich am besten?
Normale Watte aus der Drogerie reicht völlig, Hauptsache ohne Duftstoffe oder Lotion. Küchenpapier geht auch, dafür gießt ihr dort häufiger, weil es schneller austrocknet.
Die Schritte, die Erklärung für Kinder und die Sicherheitshinweise zum Ausdrucken, damit sie griffbereit neben dem Teller liegen.
Weiterforschen in Hamburg
Wollt ihr nach dem Teller noch mehr erforschen, hilft der Kalender weiter. Dort stehen Forscherwerkstätten und Mitmach-Ausstellungen für Hamburger Familien.
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