
Adventskalender füllen ohne Süßes
Jedes Jahr Ende November stellt sich dieselbe Frage: Was kommt in den Adventskalender? Einen gekauften Schokokalender habt ihr in zwei Minuten entschieden. Aber 24 Mal Schokolade vor dem Frühstück ist auch nicht die Idee. Und wenn ihr alles selbst füllen wollt, gehen euch oft nach der siebten Kleinigkeit die Ideen aus.
Unten findet ihr eine Liste mit 24 Füllungen, sortiert nach Aufwand. Etwa die Hälfte sind Gegenstände, die ihr sowieso braucht oder die fast nichts kosten. Die andere Hälfte sind Gutscheine für einen Nachmittag, ein Ritual oder eine Erlaubnis. Gerade die Gutscheine tragen am weitesten. Sie kosten kein Geld, machen aus eurem Kalender aber 24 gemeinsame Termine statt 24 Gegenständen.
Bewährt hat sich eine Mischung. Ein Kalender aus lauter Gutscheinen enttäuscht eure Kinder jeden Morgen kurz, weil nichts in der Hand liegt. Ein Kalender aus lauter Dingen bringt 24 neue Kleinteile ins Kinderzimmer. Mischt also etwa zur Hälfte und legt die Erlebnisse auf die Wochenenden. Diese Empfehlung steckt auch hinter der Sortierung unten.
Das braucht ihr
Für den Kalender selbst, also die Hülle ohne Füllung, braucht ihr:
24 Papiertüten oder Stoffsäckchen
Kleine Brötchentüten aus dem Supermarkt sind die günstigste Variante. Wenn ihr sie mehrere Jahre nutzen wollt, näht oder kauft ihr Stoffsäckchen. Die halten und müssen nur neu befüllt werden.
Packpapier und Schnur
Für die Variante mit gewickelten Päckchen. Altes Packpapier aus euren Versandkartons sieht besser aus als gekauftes Geschenkpapier und kostet nichts.
24 Holzklammern und eine Kordel
Die einfachste Aufhängung: Kordel quer an die Wand, Päckchen dranklammern. Ihr braucht keine Bohrlöcher, in zehn Minuten hängt alles.
Zahlen für die Türchen
Schreibt sie mit dickem Stift, stempelt sie oder lasst eure Kinder sie malen. Diesen Teil könnt ihr gut abgeben. Mit schiefen Zahlen sieht der Kalender sowieso besser aus.
Ein Zettelblock
Für die Gutscheine. Ein Satz pro Zettel, gefaltet. Wenn eure Kinder noch nicht lesen, malt ihr ein Bild statt eines Satzes.
Die 24 Ideen für die Türchen
Die Ideen sind nach Aufwand sortiert, zuerst die Dinge, dann die Gutscheine. Mischt sie etwa zur Hälfte und legt die Erlebnisse auf die Wochenenden.
- 1
Eine Mandarine
Die Mandarine braucht keine Erklärung. Sie gehört in jeden Kalender und ist die einzige Füllung, die keiner hinterfragt. Sie passt in jede Tüte und ist am selben Tag weg.
- 2
Ein Paar warme Socken
Etwas, das euer Kind sowieso braucht, wird durch die Tüte zum Geschenk. Dasselbe gilt für Haarspangen, Zahnbürsten mit neuem Motiv oder Handschuhe. Die kauft ihr im Dezember ohnehin.
- 3
Ein Pixi-Buch
Es kostet etwa einen Euro und passt in die kleinste Tüte. Es hält zwanzig Minuten und danach noch Jahre. Wenn ihr vier davon über den Advent verteilt, habt ihr den Kalender fast gefüllt.
- 4
Seifenblasen
Ein kleines Fläschchen, das ihr drinnen über der Badewanne nutzen könnt. Für Zwei- bis Vierjährige hat keine Füllung ein besseres Verhältnis von Preis zu Begeisterung.
- 5
Ein Bogen Sticker
Sticker landen bei euch überall. Wenn ihr das nicht wollt, legt ein Heft dazu, in das sie hineindürfen. So hält die Füllung mehrere Tage länger.
- 6
Perlen zum Auffädeln
Eine Handvoll Holzperlen und ein Stück Band reichen. Wenn ihr alte Ketten vom Flohmarkt auflöst, habt ihr Material für mehrere Türchen. Nicht für unter Dreijährige.
- 7
Ein Plätzchenausstecher
Ein Stern, ein Herz, ein Tannenbaum. Der Ausstecher passt direkt zum Backnachmittag. Und wenn ihr nach Weihnachten nicht mehr backt, nehmt ihn für den Salzteig.
- 8
Eine kleine Taschenlampe
Im Dezember ist es um halb fünf dunkel. Da ist eine Taschenlampe die nützlichste Kleinigkeit überhaupt. Nehmt eine mit verschraubtem Batteriefach.
- 9
Ein LED-Teelicht
Es leuchtet auf der Fensterbank im Kinderzimmer oder in der selbst gebastelten Laterne. Vier davon über den Advent verteilt ergeben am Ende eine Lichterkette.
- 10
Ein Stück Kreide
Straßenkreide im Dezember klingt falsch, ist es aber nicht. Auf nassem Asphalt hält sie schlecht, auf dem Balkonboden und an der Hauswand im Trockenen gut. Wenn ihr eine Tafel habt, geht auch ein Stück Schneidekreide.
- 11
Ein Tütchen Blumenzwiebeln
Krokusse oder Narzissen kommen in einen Topf auf der Fensterbank. Sie brauchen Wochen und blühen im Februar. So wirkt dieses Türchen im tiefsten Winter noch einmal.
- 12
Ein Bausatz aus dem Haushalt
Steckt vier Klorollen, ein Stück Schnur und zwei Wäscheklammern in eine Tüte. Dazu kommt ein gemalter Zettel: „Bau etwas daraus." Das kostet nichts und beschäftigt länger als alles Gekaufte.
- 13
Gutschein: Heute wird gebacken
Ihr löst ihn am Wochenende ein. Schreibt das Rezept auf die Rückseite, dann wird der Zettel selbst Teil des Nachmittags. Franzbrötchen-Schnecken aus Blätterteig dauern zwanzig Minuten.
- 14
Gutschein: Laternenspaziergang
Abends einmal um den Block, jeder mit einer Laterne oder Taschenlampe, danach heißer Kakao. Das dauert zwanzig Minuten, und eure Kinder erinnern sich jedes Jahr daran.
- 15
Gutschein: Heimkino
Ein Film nach Wahl, Decke auf dem Sofa, Licht aus. Euer Kind sucht den Film aus. Genau darum geht es bei diesem Gutschein.
- 16
Gutschein: eine Stunde ohne Uhr
Eine Stunde lang macht ihr das, was euer Kind vorschlägt. Ohne Handy, ohne Nebenbei. Dieser Gutschein kostet am wenigsten und wiegt am meisten.
- 17
Gutschein: Bude bauen
Alle Decken und Kissen der Wohnung sind erlaubt, und die Bude darf über Nacht stehen bleiben. Um diesen zweiten Teil geht es eigentlich.
- 18
Gutschein: eine halbe Stunde länger aufbleiben
Das kostet euch nichts, ist am wenigsten kalkulierbar und wird von allen Türchen zuerst eingelöst. Legt es am besten auf einen Freitag.
- 19
Gutschein: Schwimmbad oder Museum
Dieses größere Erlebnis-Türchen legt ihr auf einen Samstag. In Hamburg sind Museumsbesuche für Kinder oft frei. Was an dem Wochenende läuft, findet ihr im Kalender.
- 20
Gutschein: Frühstück im Bett
Das Frühstück bekommt euer Kind, nicht ihr. Es funktioniert ab drei und ist für viele Kinder die aufregendste Regelverletzung des ganzen Advents.
- 21
Gutschein: Anrufen, wen du willst
Oma, Opa, die Freundin aus der alten Kita. Telefonieren ist für Kinder ein Erlebnis, wenn sie selbst anfangen dürfen. Und die Angerufenen freuen sich zweimal.
- 22
Gutschein: Vorlesen bis das Buch aus ist
Ein Kapitel ist die Regel, ein ganzes Buch die Ausnahme. Wenn ihr danach noch Luft habt, passt das Geschichtensäckchen gut dazu.
- 23
Gutschein: Geschenke einpacken
Euer Kind bekommt Papier, Schere, Band und die Erlaubnis, es schief zu machen. Dieses Türchen nimmt euch Arbeit ab und zählt trotzdem als Geschenk.
- 24
Gutschein für zwischen den Tagen
Ein Nachmittag in der Woche zwischen Weihnachten und Neujahr, frei wählbar. Am 24. liegt sowieso genug in der Hand. Dieser Gutschein wirkt erst, wenn alles andere schon ausgepackt ist.
Gelingt sicher
- Die Regel, die den Kalender rettet
- Alle 24 Füllungen liegen am 30. November fertig da. Wenn ihr jeden Tag neu überlegt, füllt ihr ab dem 12. Dezember Gummibärchen nach. So wird ein selbst gemachter Kalender am häufigsten doch ein Süßigkeitenkalender. Eine Stunde am letzten Novemberwochenende erspart euch 24 kleine Entscheidungen unter Zeitdruck.
- Erlebnisse auf die Wochenenden
- Ein Gutschein für „heute backen wir" an einem Dienstag mit Kita, Arbeit und Abendessen um sechs ist ein Versprechen, das ihr dann brecht. Schaut deshalb vor dem Füllen einmal in euren Terminkalender. Erlebnis-Türchen kommen auf Samstage und Sonntage, an Werktagen gibt es die Dinge und die kleinen Rituale.
- Mit Geschwistern
- Zwei Kalender bedeuten doppelt Aufwand und doppelt Kleinteile. Einfacher ist ein gemeinsamer Kalender, den eure Kinder abwechselnd öffnen. Hinein kommt etwas, das beide nutzen. Wenn es bei euch streng gerecht zugehen muss, nehmt zwei Kalender mit identischen Inhalten.
- Was übrig bleibt, kommt weg
- Am 6. Januar ist Schluss. Gutscheine, die ihr nicht eingelöst habt, verfallen nicht. Ihr verteilt sie auf den Januar. Weil im Januar sonst nichts passiert, ist das der beste Teil.
Für jedes Alter
- 0–3 · Kleinkind
- Für die Kleinsten nehmt ihr zwölf Türchen statt 24, jedes zweite Datum. Zweijährige verstehen das Prinzip noch nicht ganz, das Auspacken aber sofort. Nehmt große Füllungen ohne Kleinteile, etwa Stoffsäckchen mit einem Holztier, einer Mandarine oder einem Waschlappen.
- 4–6 · Kita & Vorschule
- Jetzt passt die volle Länge, gemischt aus Dingen und Erlebnissen. In diesem Alter zieht ein Gutschein am stärksten, wenn er ein Bild ist. Ihr malt dann ein Plätzchen für den Backnachmittag oder eine Laterne für den Abendspaziergang.
- 7–10 · Grundschule
- Jetzt lohnen sich Gutscheine mit Datum und Uhrzeit, denn eure Kinder planen mit. Dazu kommen Aufgaben, die über mehrere Tage laufen. Das kann ein Rätsel sein, dessen Teile sich auf vier Türchen verteilen. Oder ein Bauprojekt, das Stück für Stück geliefert wird.
- ab 11 · Tweens & Teens
- In diesem Alter wird der Kalender zur Gegenleistung. Eure Jugendlichen bauen einen für die kleinen Geschwister oder für die Großeltern. Für sie selbst funktionieren Gutscheine am besten, die Freiheit enthalten. Also später ins Bett, allein in die Stadt oder ein Kinoabend nach eigener Wahl.
Sicherheitshinweise
- Keine Kleinteile für Kinder unter drei Jahren: Murmeln, Perlen, kleine Figuren und Münzen sind in diesem Alter Verschluckungsrisiken. Wenn ältere Geschwister solche Füllungen bekommen, geöffnete Türchen nicht in Reichweite der Kleinen liegen lassen.
- Spielzeug mit Knopfzellen – kleine Taschenlampen, Leuchtsticker, Blinkanhänger – nur mit verschraubtem Batteriefach. Knopfzellen gehören nicht in Kinderhände.
- Echte Kerzen als Füllung nur mit dem Hinweis, dass sie Erwachsenensache sind. LED-Teelichter sind für Kinderzimmer die bessere Variante, und sie passen in jede Tüte.
- Bei selbst gemachten Lebensmitteln als Füllung – Plätzchen, Nüsse, getrocknete Äpfel – gilt dasselbe wie sonst: Nüsse ganz erst ab etwa vier Jahren, vorher gemahlen oder gar nicht.
Häufige Fragen
Wie viel kostet so ein Kalender?
Die Hülle kostet fast nichts, wenn ihr Papiertüten, Packpapier und Klammern nutzt. Bei den Füllungen ist die Spanne weit. Wenn ihr nur aus dieser Liste nehmt, kommt ihr mit etwa 15 bis 20 Euro aus. Die Hälfte der Türchen sind Gutscheine und kosten nichts, viele Dinge sind Kleinigkeiten unter zwei Euro.
Gar keine Süßigkeiten, ist das nicht streng?
Ohne Süßes heißt nicht ohne Freude. Wenn ihr wollt, legt drei oder vier süße Türchen dazu und füllt die restlichen zwanzig anders. Das ist näher an dem, was Familien tatsächlich machen, und niemand muss etwas verteidigen. Die Liste soll nur zeigen, dass es genug Alternativen gibt. Schokolade ist damit nicht verboten.
Was, wenn das Kind enttäuscht ist?
Keine Sorge, das kommt vor, meistens an einem Gutschein-Türchen an einem Werktag. Zwei Dinge helfen euch. Lest Gutscheine gleich vor und nennt einen Termin, etwa „Samstag nach dem Frühstück". Legt außerdem nie zwei Gutscheine hintereinander. Ein Gegenstand zwischendurch hält die Spannung.
Lohnt sich ein Kalender zum Wiederverwenden?
Ab dem zweiten Jahr ja. Stoffsäckchen oder ein Holzkalender kosten einmal etwas. Danach spart ihr euch jedes Jahr das Basteln der Hülle und müsst nur noch füllen. Wenn eure Kinder mehrere Jahre auseinander sind, nutzt ihr ihn ein Jahrzehnt.
Ab welchem Alter versteht ein Kind den Adventskalender?
Das Auspacken verstehen Kinder ab etwa eineinhalb, das Prinzip „jeden Tag eins" ab etwa zwei bis zweieinhalb. Bis dahin bringt euch ein Kalender mit zwölf statt 24 Türchen mehr, weil das Warten kürzer ist.
Alle 24 Türchen-Ideen als Liste zum Abhaken, dazu das Material für die Hülle – zum Planen Ende November.
Die Erlebnis-Türchen füllen sich aus dem Kalender
Für die Gutscheine, die aus dem Haus führen: Im Kalender stehen Hamburgs Advents- und Weihnachtstermine für Familien – Märkte, Theater, Bastelaktionen, Konzerte. Wer den Kalender Ende November füllt, kann die Wochenend-Türchen direkt auf einen Termin legen.
Advent in Hamburg im Kalender →

