
Salzteig-Anhänger: Sterne aus der Küche
Salzteig ist das älteste und billigste Bastelmaterial der Welt. Ihr braucht nur zwei Tassen Mehl, eine Tasse Salz und eine Tasse Wasser. Daraus wird eine Masse, die sich wie Knete anfühlt. Sie hält jede Form und ist nach dem Trocknen hart wie Gips. Anhänger, Namensschilder, Handabdrücke und Kekse für den Kaufladen macht ihr alle aus derselben Schüssel.
Kleine Kinder lieben den Anfang. Sie mischen Mehl und Salz mit den Händen, dann kommt Wasser dazu, und sie kneten. Es ist ein Sinneserlebnis, und wenn dabei etwas daneben geht, keine Sorge, es passiert nichts Schlimmes. Euch als Eltern freut eher das Ende, denn die Sachen halten Jahre.
Unten findet ihr sieben Schritte. Das Basteln dauert eine halbe Stunde. Das Trocknen dauert mehrere Stunden bis Tage, je nachdem, ob ihr den Ofen mithelfen lasst. Wichtig vorher: Salzteig ist nicht zum Essen, und das ist mehr als eine Höflichkeitsfloskel. Warum, lest ihr im Sicherheitskasten.
Das braucht ihr
Alles aus eurem Küchenschrank. Für etwa 15 Anhänger braucht ihr:

2 Tassen Mehl
Nehmt normales Weizenmehl Type 405. Vollkornmehl funktioniert auch, aber der Teig wird dann bräunlicher und krümeliger. Für bemalte Anhänger ist helles Mehl besser.
1 Tasse Salz
Feines Speisesalz löst sich gleichmäßiger auf und gibt einen glatteren Teig. Grobes Salz sorgt für eine Oberfläche mit sichtbaren Körnchen. Beides geht gut.
1 Tasse Wasser
Nehmt lauwarmes Wasser und gebt nicht alles auf einmal dazu. Die letzten Schlucke fügt ihr nach Gefühl hinzu. Wie viel der Teig braucht, hängt vom Mehl ab.
1 TL Öl
Pflanzenöl macht den Teig geschmeidiger und weniger klebrig. Es geht auch ohne, aber mit Öl ist es für kleine Hände angenehmer.
Nudelholz und Ausstecher
Ihr könnt Plätzchenausstecher nehmen, ein Glas für Kreise verwenden oder auch gar nichts. Kugeln und Schlangen rollen die Kinder auch ohne Werkzeug.
1 Trinkhalm
Damit stecht ihr das Loch, an dem der Anhänger später hängt. Ein Schaschlikspieß geht auch, aber dann wächst das Loch beim Trocknen wieder zu.
Farbe und Faden
Acryl- oder Plakafarbe deckt am besten. Wasserfarbe funktioniert mit sehr wenig Wasser. Dazu nehmt ihr Juteschnur, Geschenkband oder Nähgarn.
Für den Tisch
Backpapier dient als Unterlage. Darauf wird geknetet, ausgestochen und später getrocknet, ohne dass ihr etwas umsetzen müsst.
So geht's
Schritt 1
Mehl und Salz trocken mischen
Kind
Gebt zwei Tassen Mehl und eine Tasse Salz in die Schüssel. Mischt beides gut mit der Hand oder einem Löffel, erst trocken und vor dem Wasser. Wenn ihr das Salz erst nach dem Wasser dazugebt, habt ihr später salzige Klumpen im Teig. Die verschwinden beim Kneten nicht mehr.
Die Tasse ist hier ein gutes Maß, denn es kommt aufs Verhältnis an und nicht auf Gramm. Zwei Teile Mehl, ein Teil Salz, ein Teil Wasser. Wenn ihr lieber eine Küchenwaage nutzt, nehmt 300 g Mehl, 150 g Salz und 150 ml Wasser.
Schritt 2
Wasser und Öl dazu, dann kneten
Kind
Gebt etwa zwei Drittel des Wassers und den Teelöffel Öl dazu und knetet. Dann kommt der Rest in kleinen Schlucken dazu, bis der Teig geschmeidig ist und nicht mehr klebt. Fünf Minuten kneten sind nicht zu viel. Je länger ihr knetet, desto weniger reißt der Teig später beim Ausrollen.
Zwei Dinge können passieren, und beide habt ihr schnell behoben. Bröselt der Teig, fehlt ein Schluck Wasser. Klebt er an den Händen, fehlt ein Löffel Mehl. Richtig ist er, wenn ihr eine Kugel formen könnt, die ihre Form behält.
Schritt 3
Einen halben Zentimeter dick ausrollen
Kind
Rollt den Teig auf dem Backpapier aus, etwa einen halben Zentimeter dick. Mit dieser Dicke rechnen alle Trockenzeiten weiter unten. Rollt ihr doppelt so dick aus, dauert das Trocknen doppelt so lange, und in der Mitte bleibt der Teig dann oft weich.
Dünner als drei Millimeter wird der Teig brüchig. Dicker als ein Zentimeter reißt er beim Trocknen auf. Wichtiger als die genaue Dicke ist, dass eure Platte überall gleich dick ist. Wo sie dünn ist, bricht der Anhänger später.
Schritt 4
Ausstechen und das Loch stechen
Kind
Drückt die Ausstecher senkrecht durch und dreht sie nicht, sonst werden die Kanten unsauber. Die Formen hebt ihr mit einem breiten Messer oder Teigschaber vom Papier und legt sie mit Abstand hin.
Jetzt kommt das Wichtigste. Stecht sofort mit dem Trinkhalm ein Loch in jeden Anhänger, etwa einen halben Zentimeter vom Rand. Macht das Loch ruhig großzügig, denn beim Trocknen zieht es sich etwas zusammen. Wenn ihr es vergesst, habt ihr später einen Stern ohne Faden. Nachträglich bohren endet fast immer mit einem Bruch. Die Reste knautscht ihr wieder zusammen und rollt sie neu aus, so oft ihr wollt.
Schritt 5
Trocknen lassen – mit oder ohne Ofen
niemand – Geduld
An der Luft: Lasst die Anhänger auf dem Backpapier liegen und dreht sie nach einem Tag um, damit auch die Unterseite Luft bekommt. Je nach Dicke dauert das bis zu mehreren Tagen. So habt ihr keine Risse und keine Stromkosten, und als einzige Variante braucht sie keine Aufsicht.
Mit dem Ofen geht es an einem Nachmittag, aber nur langsam und aufsteigend. Erst trocknet ihr eine Stunde bei 50 °C, dann noch etwa eine Stunde bei 100 bis 120 °C. Ein Holzlöffel in der Ofentür lässt die Feuchtigkeit raus. Wenn ihr die Temperatur von Anfang an hochdreht, treibt ihr das Wasser zu schnell nach außen. Dann wirft der Teig Blasen und reißt. Fertig ist er, wenn er sich trocken und leicht anfühlt und beim Klopfen hell klingt.
Schritt 6
Bemalen
Kind
Malt erst, wenn die Anhänger komplett durchgetrocknet sind, denn auf feuchtem Salzteig perlt die Farbe ab. Acryl- und Plakafarben decken am besten. Wasserfarbe funktioniert auch, aber nehmt nur sehr wenig Wasser, sonst weicht euer Teig wieder auf.
Wenn ihr es ruhiger mögt, lasst die Anhänger weiß und malt nur eine Kante an. Kleine Kinder bemalen meist beide Seiten und alles dazwischen, und das ist in Ordnung. Es sind fünfzehn Stück, da dürfen ein paar bunt werden.
Schritt 7
Faden durchziehen und aufhängen
Erwachsene + Kind
Zieht durch jedes Loch einen Faden und knotet ihn zur Schlaufe. Juteschnur hält am besten. Wenn ihr Nähgarn nehmt, schneidet es bei schweren Anhängern in den Teig.
Wenn ihr die Anhänger draußen aufhängen oder länger als eine Saison behalten wollt, besprüht sie einmal dünn mit Klarlack. Salz zieht Feuchtigkeit aus der Luft. Unlackierte Anhänger werden im feuchten Keller mit den Jahren weich und klebrig. Trocken im Karton halten sie auch ohne Lack.
Gelingt sicher
- Das Verhältnis ist alles
- Zwei Teile Mehl, ein Teil Salz, ein Teil Wasser, und ihr messt alles mit derselben Tasse ab. Mehr Salz macht den Teig krümelig und die Oberfläche rau. Weniger Salz macht ihn weich und anfällig für Schimmel. Mit der Tasse als Maß könnt ihr das Rezept zusammen mit eurem Kind abmessen, ohne ihm eine Waage zu erklären.
- Risse und Blasen
- Beides kommt von zu schnellem Trocknen. Risse an den Spitzen sind normal und sehen nach Handarbeit aus. Wenn ihr sie ganz vermeiden wollt, trocknet an der Luft. Blasen entstehen nur im Ofen bei zu hoher Temperatur. Gerissene Stellen füllt ihr nach dem Trocknen mit einem Tropfen Wasser und etwas frischem Teig und lasst sie noch einmal nachtrocknen.
- Teig aufbewahren
- Übrigen Teig könnt ihr luftdicht im Kühlschrank etwa eine Woche aufheben. Er wird dabei etwas feuchter, weil das Salz Wasser zieht. Ein Löffel Mehl beim Durchkneten stellt ihn wieder her. Länger lohnt es sich nicht, denn ohne Salzüberschuss fängt er irgendwann an zu riechen.
- Der Klassiker: der Handabdruck
- Rollt eine Teigplatte von einem Zentimeter aus und drückt eine Kinderhand hinein. Die Jahreszahl schreibt ihr mit einem Zahnstocher daneben. Bei dieser Dicke gehört die Platte an die Luft und nicht in den Ofen. Das dauert zwei bis drei Tage, dreht sie einmal um. Es ist das einzige Salzteigstück, das ihr als Eltern zwanzig Jahre später noch habt.
Für jedes Alter
- 0–3 · Kleinkind
- Mischen, kneten, patschen, Kugeln rollen. Ausstechen geht ab etwa zweieinhalb, wenn ihr helft. In diesem Alter zählt das Kneten und nicht das Ergebnis. Hier gilt der Sicherheitshinweis am strengsten. Ein Kind, das noch alles in den Mund nimmt, braucht bei Salzteig durchgehend jemanden daneben.
- 4–6 · Kita & Vorschule
- Eure Kinder machen alles selbst bis auf den Ofen: abmessen, kneten, ausrollen, ausstechen, Loch stechen, bemalen. Ausstecher in Serie sind hier beliebter als ein einzelnes schönes Stück.
- 7–10 · Grundschule
- Bei euren Schulkindern werden Anhänger jetzt zu Projekten. Sie machen Namensschilder für die Zimmertür oder Perlen für eine Kette (Loch durch die Kugel mit dem Schaschlikspieß). Oder sie drücken Muster mit Gabel, Schraube oder Blattadern ein. Die Küchenwaage ersetzt die Tasse.
- ab 11 · Tweens & Teens
- Für eure Großen wird Salzteig zur Modelliermasse statt zur Ausstechform. Sie formen Reliefs, Buchstaben oder Schalen über einer umgedrehten Müslischale. Mit feinem Pinsel bemalt und mattem Klarlack versiegelt sieht das Ergebnis nicht mehr nach Kindergarten aus.
Sicherheitshinweise
- Salzteig ist nicht zum Essen. Er enthält keine giftigen Stoffe, aber sehr viel Salz – eine Tasse Salz auf die ganze Portion. Für Kleinkinder gilt schon eine geringe Salzmenge als kritisch: Angaben nennen etwa 0,5 bis 1 Gramm Salz pro Kilogramm Körpergewicht als lebensbedrohlich. Der gewöhnliche Verlauf ist harmlos, weil Kinder mit ausgeprägtem Geschmackssinn nach dem ersten Lecken selbst aufhören. Verlassen sollte man sich darauf bei unter Dreijährigen nicht.
- Fertige Figuren nicht in Reichweite von Hunden aufbewahren oder aufhängen. In der Fachliteratur ist der Fall eines Hundes dokumentiert, der nach dem Fressen einer kleinen Salzteigfigur an einer Salzvergiftung starb. Hunde fressen die Figuren, weil sie nach Teig riechen – das ist die wahrscheinlichste echte Gefahr an diesem Nachmittag.
- Bei Verdacht auf verschlucktes Salz – Erbrechen, auffälliger Durst, Zittern, Benommenheit – nicht abwarten, sondern den Giftnotruf anrufen. Für Norddeutschland ist das das Giftinformationszentrum-Nord in Göttingen, 0551 19240.
- Der Ofen läuft bei niedriger Temperatur, aber lange: Er bleibt eine Stunde und mehr an und ist heiß. Ofentür und Blech sind Erwachsenensache, auch wenn nur 50 Grad eingestellt sind.
- Klarlack wird draußen oder am offenen Fenster gesprüht, von Erwachsenen, ohne Kinder im Raum. Danach einen Tag auslüften lassen, bevor die Anhänger ins Kinderzimmer kommen.
Varianten
- Variante 1
Duftteig
Gebt zwei Teelöffel Zimt oder Kakao in den trockenen Teig. Er wird braun und riecht beim Kneten. Denkt daran, dass er dadurch nicht essbarer wird, nur verlockender. Bei Kleinkindern lasst ihr es besser weg.
- Variante 2
Marmoriert
Teilt den Teig und knetet in jede Hälfte ein paar Tropfen Lebensmittelfarbe. Dann verdreht ihr beide Stränge und rollt sie einmal aus. Heraus kommen Anhänger, die ihr nicht mehr bemalen müsst.
- Variante 3
Naturmuster
Drückt Blätter, Tannenzweige oder eine Schraube in den ausgerollten Teig und hebt sie wieder ab. Getrocknet und mit dünner Farbe überwischt treten die Adern hervor. So habt ihr gleich die Verbindung zur Herbst-Schatzsuche vom Wochenende.
- Variante 4
Kaufladen-Kekse
Stecht dieselbe Teigmenge aus, backt sie ungefärbt und lackiert sie nicht. So bekommt ihr ein Set Spielzeug-Plätzchen, das jahrelang hält. Für euren Kaufladen ist es die beste Investition von einem Euro.
Häufige Fragen
Backen oder an der Luft trocknen?
An der Luft, wenn ihr Zeit habt. Dann gibt es keine Risse und keine Blasen, und es ist keine Aufsicht nötig. Das dauert je nach Dicke mehrere Tage. Im Ofen, wenn es heute fertig sein soll. Dort geht es langsam aufsteigend, erst eine Stunde bei 50 °C, dann etwa eine Stunde bei 100 bis 120 °C. Ein Holzlöffel in der Tür lässt den Dampf raus.
Warum reißen meine Anhänger?
Meistens habt ihr sie zu heiß getrocknet, zu dick oder ungleichmäßig dick ausgerollt. Im Ofen reißen sie häufiger als an der Luft. Das liegt in der Natur der Sache. Mit einer niedrigen Anfangstemperatur könnt ihr es aber deutlich verringern.
Wie lange halten die Sachen?
Wenn ihr sie trocken lagert, halten sie Jahre. Der Feind ist Feuchtigkeit: Salz zieht Wasser aus der Luft. Deshalb werden unlackierte Anhänger im feuchten Keller oder Badezimmer mit der Zeit weich. Klarlack oder ein trockener Karton lösen das.
Könnt ihr Salzteig einfrieren?
Ja, roh und gut verpackt. Nach dem Auftauen ist er feuchter als vorher, dann reicht ein Löffel Mehl beim Durchkneten. Getrocknete Figuren gehören nicht in euer Gefrierfach, denn dort ziehen sie Feuchtigkeit.
Geht es auch ohne Nudelholz und Ausstecher?
Ja. Eine Glasflasche rollt, ein Wasserglas sticht Kreise, ein Messer schneidet Rauten. Und eure Zwei- bis Dreijährigen finden gerollte Kugeln und Schlangen sowieso interessanter als Sterne.
Das Teig-Verhältnis, die sieben Schritte mit den Trockenzeiten und die Sicherheitshinweise zum Salz – Materialliste zum Abhaken.
Basteln, wo andere basteln
Wenn zu Hause der Teig ausgeht: In Hamburg laufen über den Herbst und Advent offene Bastelnachmittage in Museen, Bücherhallen und Stadtteilzentren – vieles davon ohne Anmeldung und kostenlos.
Bastelaktionen in Hamburg im Kalender →






