
Blätterdruck: Herbstblätter als Stempel
Beim Blätterdruck wird das Blatt selbst zum Stempel. Eure Kinder färben die Unterseite eines frischen Herbstblatts ein, drücken das Blatt auf Papier und ziehen es wieder ab. Zurück bleibt der Umriss des Blattes, und darin zeichnet sich als feines Netz jede Ader ab. Mit Fingerfarbe klappt das ab 2 Jahren, und am Tisch braucht ihr etwa 45 Minuten.
Den Unterschied macht die richtige Seite. Auf der Unterseite stehen die Adern als feine Rippen hervor. Genau dieses Muster wollt ihr später auf dem Papier sehen. Außerdem kommt es auf die Menge Farbe an. Tragt sie lieber dünn als dick auf.
Die Arbeit ist leicht verteilt. Eure Kinder sammeln, färben ein und drucken. Ihr richtet den Tisch her und schaut beim Sammeln, welche Blätter in den Korb kommen. Aus den fertigen Bogen werden Bilder, Karten oder Geschenkpapier.
Das braucht ihr
Die Blätter liegen draußen, Papier und Farbe bekommt ihr im Bastelladen.

8 frische Herbstblätter
Sucht verschiedene Formen, zum Beispiel Ahorn, Eiche und Kastanie. Die Blätter sollten noch biegsam sein und kräftige Adern haben. Ganz trockene Blätter drucken schlechter.
Festes Papier oder Karton
Nehmt Zeichenkarton, Tonkarton oder Aquarellpapier. Festes Papier verträgt die feuchte Farbe, dünnes wellt sich.
Farbe in zwei, drei Herbsttönen
Für Kinder, die noch alles in den Mund nehmen, nehmt ihr Fingerfarbe. Für Ältere geht auch Wasserfarbe aus dem Tuschkasten, kräftig angerührt, oder Acrylfarbe. Rot, Orange, Gelb und Braun passen zum Herbst.
1 flacher Teller
Er dient als Farbpalette, jede Farbe kommt als eigener Klecks darauf.
1 Borstenpinsel
Zum Einfärben der Blätter. Mit Fingerfarbe geht es auch mit den Fingern.
Küchenpapier oder Schmierpapier
Es kommt beim Andrücken über das Blatt, damit sich der Druck gleichmäßig verteilt. Schmierpapier ist außerdem gut für Probedrucke.
Für den Tisch
Legt eine abwischbare Unterlage oder alte Zeitung hin und haltet einen feuchten Lappen bereit. Dazu kommen alte Kleidung oder ein Malkittel. Acrylfarbe geht nach dem Trocknen aus Stoff kaum noch heraus.
So geht's
Schritt 1
Blätter sammeln
Erwachsene + Kind
Sucht Blätter, die flach liegen und noch biegsam sind. Je deutlicher die Adern, desto schöner wird der Druck. Wenn ihr anfangt, sind große Blätter mit klarer Form gut, wie Ahorn, Eiche und Kastanie.
Nehmt nur Blätter von Bäumen, die ihr kennt. Einige Ziergehölze sind giftig, auch ihre Blätter, darunter Eibe und Goldregen. Kleine Kinder behaltet ihr dabei im Blick, denn Blätter gehören nicht in den Mund.
Schritt 2
Den Tisch vorbereiten
Erwachsene
Legt die Unterlage auf den Tisch und darauf das Papier. Die Farben kommen als einzelne Kleckse auf den Teller. Küchenpapier und einen feuchten Lappen legt ihr griffbereit daneben.
Wasserfarbe aus dem Tuschkasten rührt ihr kräftig mit wenig Wasser an, dann wird der Druck intensiv.
Schritt 3
Das Blatt umdrehen
Kind
Auf der Unterseite des Blattes stehen die Adern als feine Rippen hervor. Eure Kinder können sie mit dem Finger fühlen. Das Kind dreht das Blatt so, dass diese Aderseite nach oben zeigt. Genau ihr Muster soll aufs Papier.
Schritt 4
Die Aderseite einfärben
Kind
Euer Kind streicht mit dem Pinsel Farbe auf die ganze Aderseite, bis in die Spitzen. Eher dünn als dick, denn zu viel Farbe setzt die Adern zu, und der Druck wird unscharf.
Wenn eure Kinder noch klein sind, verteilen sie die Fingerfarbe einfach mit den Fingern. Der Stiel bleibt ohne Farbe, denn an ihm wird das Blatt später abgezogen.
Schritt 5
Das Blatt aufdrücken
Kind
Gleich nach dem Einfärben, solange die Farbe noch feucht ist, legt euer Kind das Blatt mit der Farbseite nach unten auf das Papier.
Legt Küchenpapier darüber und drückt mit der flachen Hand fest an, auch an den Spitzen. Wenn ihr dabei rubbelt oder schiebt, verrutscht das Blatt, und die Adern verschmieren.
Schritt 6
Das Blatt abziehen
Kind
Nehmt das Küchenpapier ab. Euer Kind fasst das Blatt am Stiel und zieht es vorsichtig in einem Zug ab.
Der erste Druck ist zugleich die Probe. Ist er blass und lückenhaft, war es zu wenig Farbe. Ist er eine volle Fläche ohne Adern, war es zu viel. Keine Sorge, genau dafür ist euer erster Druck da.
Schritt 7
Weiterdrucken
Kind
Für jeden weiteren Abdruck färbt euer Kind das Blatt neu ein. Ein Blatt hält mehrere Drucke aus.
Wenn ihr verschiedene Formen und Farben nebeneinander setzt, wird der Bogen lebendig. Mit etwas Abstand zwischen den Drucken bleibt jedes Blatt gut zu erkennen.
Schritt 8
Trocknen lassen
niemand – Geduld
Lasst den Bogen flach liegen, bis die Farbe ganz durchgetrocknet ist. Wie lange das bei euch dauert, hängt an der Farbe und daran, wie dick sie aufgetragen wurde.
Gelingt sicher
- Frische Blätter drucken besser
- Biegsame Blätter legen sich beim Andrücken ganz auf das Papier, ganz trockene lassen sich schwerer drucken. Gepresste Blätter könnt ihr auch nehmen, solange sie nicht brüchig sind.
- Lieber dünn als dick
- Wenn ein Druck keine Adern zeigt, hat das Blatt fast immer zu viel Farbe abbekommen. Ein Probedruck auf Schmierpapier zeigt euch, ob die Menge stimmt.
- Rollen statt drücken
- Über das abgedeckte Blatt könnt ihr auch mit einer Farbwalze oder einer leeren Flasche rollen. So verteilt sich der Druck gleichmäßig.
Für jedes Alter
- 0–3 · Kleinkind
- Fingerfarbe, ein großes Blatt, die Finger als Pinsel. Euer Kind färbt ein, legt auf und drückt mit der ganzen Hand drauf. Ihr legt das Blatt richtig herum hin und bleibt die ganze Zeit dabei. Farbe und Blätter wandern in diesem Alter schnell in den Mund.
- 4–6 · Kita & Vorschule
- Aderseite suchen, einfärben, drucken: Das schaffen Kinder in diesem Alter allein. Spannend ist ein kleiner Versuch. Lasst eure Kinder beide Seiten eines Blattes drucken und vergleichen, welcher Abdruck die Adern zeigt.
- 7–10 · Grundschule
- Jetzt lohnen sich Pläne. Eure Kinder können ein Muster in Reihen drucken, eine Karte mit einem einzelnen Blatt gestalten oder die Drucke nach Baumart sortieren, mit dem Namen darunter.
- ab 11 · Tweens & Teens
- Mit Linoldruckfarbe und Walze wird aus dem Basteln Handwerk. Eure Jugendlichen walzen die Farbe dünn auf einer glatten Platte aus, rollen sie über das Blatt, decken es ab und drücken fest an. Oder sie drucken gleich auf Stoff.
Sicherheitshinweise
- Für Kinder, die noch alles in den Mund nehmen, nur Fingerfarbe nehmen. Sie muss nach der Spielzeugnorm einen Bitterstoff enthalten, der Kinder davon abhalten soll, die Farbe zu schlucken. Trotzdem die ganze Zeit dabeibleiben.
- Nur Blätter von Bäumen nehmen, die ihr kennt. Einige Ziergehölze sind giftig, auch ihre Blätter – darunter Eibe und Goldregen.
- Auf Alters- und Warnhinweise auf der Farbpackung achten. Nach dem Drucken Farbe von Tisch und Händen wischen und die Hände mit Wasser und Seife waschen.
- Hat ein Kind Farbe oder Pflanzenteile geschluckt und ihr seid unsicher, ob das harmlos ist: den Giftnotruf anrufen. Für Norddeutschland ist das das Giftinformationszentrum-Nord in Göttingen, 0551 19240.
Varianten
- Variante 1
Karten
Setzt ihr einen einzelnen Blattdruck auf gefalteten Karton, ist eine Karte für den Herbstgruß oder den Geburtstag fertig.
- Variante 2
Beutel und Kissen
Druckt mit Textilfarbe auf Stoff. In einen Beutel schiebt ihr vorher ein Stück Karton, dann schlägt die Farbe nicht durch. Nach dem Trocknen bügelt ihr nach Herstellerangabe von links, das fixiert die Farbe.
- Variante 3
Zwei Farben auf einem Blatt
Streicht zwei Farben nebeneinander auf dieselbe Aderseite und verwischt die Grenze leicht. Euer Abdruck wechselt dann von Rot nach Gelb.
Häufige Fragen
Welche Seite des Blattes wird eingefärbt?
Ihr färbt die Unterseite ein. Dort stehen die Adern als feine Rippen hervor, und genau sie zeichnen sich im Druck ab.
Welche Farbe eignet sich für Blätterdruck?
Für die Kleinsten nehmt ihr Fingerfarbe. Für Ältere geht Wasserfarbe aus dem Tuschkasten, kräftig angerührt, oder Acrylfarbe. Welche ihr auch nehmt, tragt sie dünn auf.
Warum sieht man keine Adern im Druck?
Meistens war bei euch zu viel Farbe auf dem Blatt, oder es ist beim Andrücken verrutscht. Färbt dünner ein, deckt ab und drückt fest an, ohne zu schieben.
Gehen auch gepresste Blätter?
Ja, ihr könnt sie nehmen, solange sie nicht brüchig sind. Frische, biegsame Blätter drucken aber meist leichter.
Kann man ein Blatt mehrmals benutzen?
Ja. Wenn ihr es vor jedem Abdruck neu einfärbt, hält ein Blatt mehrere Drucke aus.
Die Materialliste zum Abhaken, die acht Schritte und die Sicherheitshinweise – zum Mitnehmen an den Basteltisch.
Weiterbasteln in der Stadt
Wer nach dem Drucken noch Lust auf mehr hat: Im Kalender stehen Hamburgs Herbsttermine für Familien, auch Werkstätten und Bastelnachmittage.
Herbsttermine im Kalender →



