
Boden ist Lava: das Inselspiel für drinnen
Bei euch werden Kissen, eine Decke und ein Badvorleger zu Inseln im Wohnzimmer. Einer ruft „Der Boden ist Lava“. Danach zählt ihr laut bis fünf, bei kleinen Kindern bis zehn. In dieser Zeit steht jeder auf einer Insel. Mehrere Kinder dürfen sich eine Insel teilen, das gehört zum Spiel.
Draußen ist es im November oft nass, drinnen will euer Kind trotzdem toben. Für dieses Spiel braucht ihr keinen Schirm und keine Vorbereitung. Zwei, drei Kissen und eine Decke liegen bei den meisten Familien ohnehin im Schrank. Aufgebaut sind eure Inseln in einer Minute, abgebaut genauso schnell.
Unten stehen die Regeln, dazu zwei Varianten und der Sicherheitscheck. Den geht ihr vor der ersten Runde einmal durch. Kissen und Decken holt ihr aus dem Schrank, den Rest übernehmen eure Kinder von Anfang an.
Das braucht ihr
Fast alles liegt bei euch schon im Haus. Nur der Badvorleger fehlt manchen Familien.

2 kleine Sofakissen
Am besten einfarbig und ohne Muster. Sie sind eure ersten beiden Inseln.
1 gefaltetes Handtuch
Ein großes Badetuch, einmal in der Mitte gefaltet. Es liegt flacher als ein Kissen und rutscht seltener.
1 zusammengelegte Decke
Eine Wolldecke oder ein Plaid, mehrfach gefaltet zu einem festen Paket. Je dicker das Paket, desto stabiler steht ein Kind darauf.
1 Badvorleger aus Baumwolle
Flach und griffig auf dem Boden, anders als eine Gummimatte mit Noppen. Er wird bei euch zur größten Insel.
Für den Boden
Barfuß oder rutschfeste Stoppersocken für alle, die mitspielen. Dazu ein freigeräumter Teppich oder Dielenboden ohne Kabel und Spielzeug.
So geht's
Vor dem Spiel

Räumt zuerst den Platz frei, denn alle hüpfen gleich zwischen den Inseln. Legt Kissen, Handtuch, Decke und Badvorleger als Inseln auf den Boden, mit kleinen Schritten Abstand zueinander. Auf glattem Boden rutschen die Kissen leicht, deshalb spielt ihr am besten auf einem Teppich. Barfuß oder mit Stoppersocken steht jeder sicherer als in glatten Socken.
Grundspiel
Boden ist Lava
Ruft „Der Boden ist Lava“, und ab da zählt ihr laut bis fünf, für die Kleinsten bis zehn. In dieser Zeit steht jedes Kind auf einer Insel. Mehrere Kinder dürfen sich eine Insel teilen, das ist ausdrücklich erlaubt. Steht jemand zwischen den Inseln, wenn die Zeit abläuft, scheidet bei euch trotzdem niemand aus.
Jede Runde eine Insel weniger
Nach jeder Runde nimmt einer von euch eine Insel weg. Dadurch wird die nächste Runde automatisch enger. Niemand fliegt dabei aus dem Spiel, alle Kinder rücken stattdessen auf den übrigen Inseln zusammen. Das passt gut zu Geschwistern mit Altersabstand, denn die Kleinen springen seltener allein auf eine eigene Insel.
Variante
Das Lavamonster
Bei dieser Variante bewegt sich ein Fänger nur auf dem Boden, nie auf einer Insel. Er tickt jeden, der zwischen den Inseln unterwegs ist. Getickt zu werden ist bei euch kein Ausscheiden, sondern ein Rollentausch: Das getickte Kind wird selbst zum neuen Fänger. Für größere Gruppen helfen zwei Fänger gleichzeitig.
Variante
Für die Kleinsten
Für die Kleinsten baut ihr die Inseln anders auf. Ein Erwachsener steht mit ausgestreckter Hand zwischen zwei Kissen, die gehaltene Hand zählt dann selbst als Insel. Alternativ legt ihr die Inseln einfach näher zusammen oder nehmt größere Kissen.
Wenn die letzte Insel Streit gibt
Um die letzte Insel entsteht bei euch fast immer Streit. Löst das am einfachsten, indem alle zusammen auf der letzten Insel stehen, bis die Runde zu Ende ist. Danach startet die nächste Runde wieder mit mehr Platz.
Wenn jemand lieber zuschaut
Manche Kinder stehen lieber die ganze Zeit auf einer Insel und schauen zu. Das ist bei euch völlig in Ordnung und zählt trotzdem als Mitspielen. Beim nächsten Mal wird meistens doch mitgehüpft.
Gelingt sicher
- Die Geschichte entscheidet, wie lange es trägt
- Ruft ihr nur „Boden ist Lava“, hält das Spiel oft nur kurz. Erzählt stattdessen eine kleine Geschichte dazu, zum Beispiel Haie im Wasser oder ein tobender Sturm. Dieselben Kissen tragen damit eine ganze Viertelstunde statt fünf Minuten.
- Wenn der Eifer größer wird als der Platz
- Je spannender es wird, desto näher rücken Kinder an Tischkanten und Türrahmen heran. Schaut dabei immer wieder kurz hin, auch mitten im Spiel. Ein zweiter freier Blick auf den Raum kostet euch nur eine Sekunde.
- Geschwister mit großem Altersabstand
- Für eine Vierjährige und einen Zehnjährigen passt dieselbe Inselkette selten gleich gut. Legt ihr für die Kleine ein paar Inseln enger zusammen, ohne es extra anzusagen. So bleibt am Ende jeder in seinem eigenen Tempo unterwegs.
Für jedes Alter
- 0–3 · Kleinkind
- Mit zwei oder drei Jahren hüpft euer Kind am liebsten an eurer Hand. Hält es sich an euch fest, zählt das wie eine eigene Insel. Zählt für die Kleinsten lieber bis zehn statt bis fünf.
- 4–6 · Kita & Vorschule
- Ab etwa vier Jahren hüpfen Kinder die Strecke meist schon allein. Das Wegnehmen einer Insel verstehen sie in diesem Alter zum ersten Mal richtig und freuen sich sogar darüber. Die Lavamonster-Variante ist für die meisten in diesem Alter noch zu schnell.
- 7–10 · Grundschule
- Grundschulkinder spielen die Lavamonster-Variante am liebsten und erfinden eigene Fänger-Regeln dazu. Mit ihnen könnt ihr auch größere Abstände zwischen den Inseln legen. Eine Stoppuhr für die schnellste Rettung kommt in diesem Alter gut an.
- ab 11 · Tweens & Teens
- Ältere Kinder bauen die Inselkette oft selbst für die kleinen Geschwister auf. Als Fänger beim Lavamonster übernehmen sie gern die anspruchsvollste Rolle im Spiel. Mit mehr Inseln und engeren Abständen wird die Runde auch für sie noch fordernd.
Sicherheitshinweise
- Inseln liegen bei euch nur auf dem Boden, nie auf Stühlen, Tischen, Sofalehnen oder Fensterbänken. Diese Möbel laden zum Hochklettern ein, und genau daran stürzen Kleinkinder am häufigsten. In der Nähe von Fenstern ist das zusätzlich riskant, weil ein Sturz dort tiefer geht.
- Auf Laminat und Fliesen rutschen Kissen leicht weg, deshalb spielt ihr am besten auf einem Teppich oder mit einer Antirutschunterlage darunter. Handtücher liegen dort ruhiger als glatte Kissen.
- Barfuß oder mit rutschfesten Stoppersocken steht jeder sicherer als in glatten Socken. Das gilt besonders bei schnellen Richtungswechseln zwischen den Inseln.
- Räumt vor dem Spiel Couchtischkanten, Spielzeug und andere Stolperfallen aus dem Weg. Stürze sind die häufigste Unfallart bei Kindern zu Hause.
- Bei der Lavamonster-Variante rennt niemand mit vollem Tempo direkt auf ein anderes Kind zu. Ein sanftes Abtippen reicht völlig aus.
Varianten
- Variante 1
Der Schatz auf der letzten Insel
Legt ein kleines Kuscheltier auf die am weitesten entfernte Insel. Bei der nächsten Runde holt es jemand ab und bringt es zurück, ohne den Boden zu berühren. Das bringt selbst routinierte Kinder noch einmal zum Grübeln über die Route.
- Variante 2
Zwei Spielfelder für Geschwister mit Altersabstand
Baut zwei getrennte Inselketten mit unterschiedlichem Abstand auf, eine für die Kleinen und eine für die Großen. So spielen beide gleichzeitig mit, ohne dass einer wartet oder sich unterfordert fühlt.
- Variante 3
Rückwärts über dieselbe Strecke
Ist die Inselkette bei euch schon vertraut, geht ihr sie ein zweites Mal rückwärts oder seitwärts. Für ältere Kinder bleibt das Spiel dadurch länger spannend.
Häufige Fragen
Ab welchem Alter geht Boden ist Lava?
Ab etwa drei Jahren klappt das Grundspiel schon gut. Jüngere spielen bei euch über die Hand-Insel-Variante mit, Ältere probieren eher gleich das Lavamonster. Nach oben gibt es keine feste Grenze.
Wie viele Inseln braucht ihr für eine Runde?
Vier bis sechs Inseln reichen für die meisten Wohnzimmer gut aus. Mit mehr Inseln wird eine Runde unübersichtlich, mit weniger geht sie zu schnell vorbei. Probiert einfach aus, was bei euch zur Raumgröße passt.
Was, wenn zwei Kinder immer um dieselbe Insel streiten?
Legt für diese beiden eine zweite, etwas größere Insel direkt daneben, bei euch reicht dafür ein Handtuch. Dann teilen sie sich zwar denselben Bereich, aber jeder hat trotzdem eigenen Platz. Meistens reicht das schon, um den Streit zu beenden.
Geht das Spiel auch mit nur einem Kind?
Ja, dann tritt euer Kind einfach gegen die eigene Zeit an. Ruft die Lava-Runde aus, zählt laut mit und schaut, wie oft hintereinander eine Insel gelingt. Mit einer Stoppuhr wird daraus schnell ein kleiner Wettkampf gegen sich selbst.
Grundspiel, die beiden Varianten und der Sicherheitscheck zum Ausdrucken. Legt das Blatt griffbereit neben den Kissenstapel.
Und wenn es draußen weitergehen soll?
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