
Vier Bewegungsspiele für Regentage
Ihr kennt diese Nachmittage im November, an denen der Spielplatz keine Option ist. Trotzdem sitzt dann jemand bei euch in der Wohnung, der dringend rennen müsste. Dafür sind diese vier Spiele da.
Die vier haben eines gemeinsam: Sie brauchen nichts, was man nicht sowieso hat. Kissen, eine Decke, ein Paar Socken reichen. Als Vorbereitung räumt ihr frei, und das dauert zwei Minuten.
Die Reihenfolge unten geht mit Absicht von wild nach ruhig. Wenn ihr alle vier nacheinander spielt, habt ihr am Ende kein aufgedrehtes Kind, das gleich ins Bett soll.
Das braucht ihr
Das braucht ihr für alle vier Spiele zusammen. Nichts davon müsst ihr kaufen.

4–6 Sofakissen
Je größer und flacher, desto besser. Ein rundes Deko-Kissen fällt zu leicht um. Nehmt Sitzkissen oder Sofakissen, notfalls zusammengelegte Handtücher.
1 Decke
Die Decke braucht ihr für das ruhige Spiel am Schluss. Sie sollte so groß sein, dass ein Kind komplett darunter verschwindet.
2–3 Sockenbälle
Rollt dafür ein Sockenpaar ineinander. So ein Ball ist weich und leicht. Wenn er doch mal die Lampe trifft, passiert nichts.
Kreppband
Kreppband ist optional, ihr braucht es für Linien auf dem Boden. Es löst sich rückstandslos von Parkett und Laminat. Paketband nehmt ihr dafür ausdrücklich nicht.
So geht's
Vorbereitung
Erst freiräumen
Räumt den Raum einmal frei: Glas, Kerzen und Deko kommen von den unteren Flächen weg, ebenso alle Stolperkanten. Teppichecken stellt ihr fest. Das ist keine Formalität, denn alle vier Spiele haben schnelle Richtungswechsel auf Socken. Ein Couchtisch mit Glasplatte am Spielfeldrand ist die häufigste Ursache für ein abruptes Ende. Auf glattem Boden spielt ihr barfuß statt in Socken.
Spiel 1
Die Eisschollen

Die Eisschollen. Verteilt die Kissen als Inseln auf dem Boden, dazwischen ist Wasser. Alle dürfen nur auf den Kissen stehen. Tritt jemand ins Wasser, muss er zurück zum Start. Nach jeder Runde nimmt einer von euch Erwachsenen eine Scholle weg. Dadurch werden die Sprünge größer und das Spiel von selbst schwerer. Für Dreijährige legt ihr die Kissen so, dass ein großer Schritt reicht. Für Achtjährige liegen sie so weit auseinander, dass die Kinder springen müssen.
Spiel 2
Sockenball ins Tor

Sockenball ins Tor. Ein Wäschekorb oder Karton am Ende des Flurs ist euer Tor, eine Kreppband-Linie die Wurflinie. Jeder hat drei Sockenbälle. Spannend wird es mit einer kleinen Regel: Nach jedem Treffer geht die Linie einen Schritt zurück. So spielt jeder gegen sich selbst statt gegeneinander. Ein Fünfjähriger kann dann gegen einen Zehnjährigen antreten, ohne zu verlieren.
Spiel 3
Der Zeitlupen-Wettlauf

Der Zeitlupen-Wettlauf. Ihr lauft vom einen Ende des Flurs zum anderen, aber wer zuletzt ankommt, gewinnt. Zwei Kreppband-Streifen quer über den Flur markieren Start und Ziel. Dann ist unstrittig, wann jemand angekommen ist. Stehenbleiben ist verboten, es muss immer Bewegung sein. Das ist deutlich anstrengender, als es klingt. Und es ist das einzige Rennen, bei dem ein Dreijähriger einen Erwachsenen schlägt. Spielt es, wenn bei euch am Nachmittag alles nur noch schneller wird.
Spiel 4
Der Maulwurfshügel

Der Maulwurfshügel. Ein Kind legt sich unter die Decke und macht sich so klein wie möglich. Die anderen raten: Wo ist der Kopf, wo sind die Füße? Dann wird gewechselt. Das Spiel braucht kaum Bewegung, macht den Kindern aber Freude und senkt das Tempo. Wenn bei euch danach das Abendessen kommt, ist es der richtige Abschluss.
Zum Schluss
Aufhören, solange es gut ist
Alle vier Spiele haben einen Punkt, an dem sie umschlagen. Nach zu vielen Runden wird aus Begeisterung oft Streit. Hört auf, solange es noch gut ist, und wechselt lieber nach drei Runden Eisschollen als nach acht. Ihr Erwachsenen nehmt die Schollen weg, und damit entscheidet ihr über das Tempo des ganzen Nachmittags.
Gelingt sicher
- Der Flur ist besser als das Wohnzimmer
- Ein Flur ist lang und schmal, und an den Seiten steht nichts. Wenn ihr rennen oder werfen wollt, ist der Flur der bessere Raum, auch wenn er kleiner wirkt.
- Barfuß statt Socken
- Auf Laminat und Parkett rutscht ein glatter Socken weg, eine bloße Fußsohle greift. Barfuß oder mit Stoppersocken zu spielen, kostet euch nichts und ist der kleinste Handgriff mit der größten Wirkung. Bei schnellen Richtungswechseln ändert es am meisten.
- Eine Regel ändern statt ein neues Spiel suchen
- Wenn bei euch die Luft raus ist, reicht oft eine Änderung: rückwärts, auf einem Bein, zu zweit an der Hand. Das fühlt sich für Kinder wie ein neues Spiel an und kostet keine Vorbereitung.
- Geschwister mit Altersabstand
- Die Selbst-gegen-sich-Mechanik aus Spiel 2 funktioniert überall: Jeder hat seine eigene Linie, seine eigene Scholle, seinen eigenen Abstand. Dann können bei euch ein Vierjähriger und ein Neunjähriger dasselbe Spiel spielen, ohne dass einer chancenlos ist.
Für jedes Alter
- 0–3 · Kleinkind
- Bei den Eisschollen nehmt ihr große Kissen und kleine Abstände und lasst das Wegnehmen weg. Der Maulwurfshügel funktioniert ab zwei und ist oft der Favorit. Werfen ist noch frustrierend. Lasst die Kleinen die Sockenbälle lieber legen statt werfen.
- 4–6 · Kita & Vorschule
- In diesem Alter funktionieren alle vier Spiele. Ab etwa vier verstehen eure Kinder bei den Eisschollen das Wegnehmen der Scholle. Das wird dann zum eigentlichen Reiz.
- 7–10 · Grundschule
- Schulkinder brauchen Schwierigkeit: größere Abstände, kleinere Tore, die Zeitlupe mit Zusatzregel (immer eine Hand am Boden). Außerdem können eure Großen die Spiele selbst leiten und für die Kleineren anpassen.
- ab 11 · Tweens & Teens
- Ehrlich gesagt sind die Spiele für Teenager eher als Spielleiter interessant. Wenn euer Elfjähriger den Parcours für die kleinen Geschwister baut und die Regeln anpasst, hat er mehr davon als vom Mitspringen.
Sicherheitshinweise
- Erst freiräumen, dann spielen. Glas, Kerzen, Deko und alles mit Ecken von den unteren Flächen. Das ist die eine Vorbereitung, die nicht optional ist.
- Barfuß auf glattem Boden. Stürze sind die häufigste Unfallart bei Kindern zu Hause, und auf Laminat oder Parkett rutschen glatte Socken weg. Barfuß oder mit Stoppersocken spielen.
- Geworfen wird nur mit Socken, nie mit Bällen, Obst oder Bauklötzen. Und nur in eine Richtung, in der niemand steht.
- Bei den Eisschollen darauf achten, dass die Kissen nicht rutschen – auf Fliesen und Laminat rutscht ein Sofakissen weg, sobald jemand darauf springt. Auf einem Teppich ist es sicher.
- Der Maulwurfshügel braucht Luft. Ein Kind unter einer Decke bleibt sichtbar und ansprechbar; kein schweres Bettzeug, keine Plastikdecke, und nie zusätzlich beschweren.
Häufige Fragen
Unsere Wohnung ist winzig. Geht das trotzdem?
Ja. Eisschollen und Maulwurfshügel brauchen kaum Platz, zwei Quadratmeter reichen. Nur Sockenball und Zeitlupe wollen eine Strecke. Dafür nehmt ihr den Flur, auch wenn er kurz ist.
Wir wohnen im Obergeschoss. Ist das zu laut?
Eisschollen und Sockenball sind Sprung- und Wurfspiele. Wenn ihr sie auf einem Teppich spielt, sind sie deutlich leiser. Die Zeitlupe ist praktisch geräuschlos, die könnt ihr auch um halb acht abends noch spielen.
Wie lange spielt man das?
Kürzer, als ihr vielleicht denkt. Nach drei bis vier Runden je Spiel wechselt ihr. Die Spiele sollen keine Stunde füllen. Sie sollen zwanzig Minuten wirklich gut machen.
Mein Kind verliert ungern. Was tun?
Dann probiert mit eurem Kind Spiel 2 und 3, die sind genau dafür gebaut. Bei der zurückwandernden Wurflinie spielt jeder gegen sich selbst. Beim Zeitlupen-Wettlauf gewinnt der Langsamste, und das dreht die üblichen Verhältnisse um.
Brauche ich das Kreppband wirklich?
Nein, ein Schuh oder ein Buch als Markierung tut es auch. Kreppband ist nur praktisch, weil ihr es rückstandslos wieder abzieht und die Linie nicht verrutscht.
Alle vier Spiele mit Regeln und Altersanpassungen auf einer Seite – zum Ausdrucken und an den Kühlschrank hängen.
Und wenn es draußen weitergehen soll?
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