
Kegeln im Flur mit Klorollen
Ein Regensonntag, zwei Stunden bis zum Abendessen, und eure Wohnung ist zu klein für alles, was jetzt nötig wäre. Dann hilft Kegeln im Flur. Der Flur ist der einzige Raum, in dem etwas geradeaus rollen kann. Klorollen fallen befriedigend laut um, und ein Sockenball macht keine Dellen in der Tür.
Einen richtigen Aufbau braucht das Spiel nicht. Ihr stellt sechs Rollen hin, klebt ein Stück Kreppband als Wurflinie auf den Boden, und schon seid ihr fertig. Es ist eines der wenigen Spiele, bei denen Zweijährige und Achtjährige gleichzeitig mitspielen können. Wie schwer es wird, regelt bei euch die Entfernung und nicht die Regeln.
Weiter unten findet ihr die Regeln und, falls ihr zählen wollt, die Punktzählung. Für den Fall, dass es nach zwanzig Minuten langweilig wird, gibt es außerdem fünf Varianten.
Das braucht ihr
Ihr habt alles schon da. Wenn ihr keine sechs Klorollen sammeln mögt, reichen auch vier:

4–6 leere Klorollen
Küchenrollen-Hülsen gehen auch. Sie sind höher und fallen leichter. Sechs Rollen ergeben ein Dreieck, vier eine Reihe. Wenn ihr sammelt, habt ihr in zwei Wochen genug.
1 Sockenball
Rollt ein Paar dicke Socken ineinander. Für drinnen ist er der beste Ball. Er ist schwer genug zum Rollen und weich genug für Türen und Fußleisten.
1 Streifen Kreppband
Den braucht ihr für die Wurflinie. Kreppband löst sich von Holz und Laminat rückstandsfrei, Paketband nicht. Wenn ihr gar nichts kleben wollt, legt ein Kuscheltier als Markierung hin.
Filzstifte
Nur nötig, wenn ihr Gesichter oder Punktzahlen auf die Rollen malt. Dann wird aus dem Spiel ein Bastelprojekt mit anschließendem Spiel.
Rutschfeste Socken oder barfuß
Das ist wichtiger, als es klingt. Auf Laminat und Parkett sind glatte Socken beim Anlauf die häufigste Ursache für einen Sturz.
So geht's
Aufbau

Am Ende des Flurs stellt ihr sechs Klorollen als Dreieck auf. Eine kommt nach vorn, zwei dahinter und drei in die letzte Reihe. Lasst etwa eine Handbreit Abstand zwischen den Rollen. Auf glattem Boden stehen sie besser als auf Teppich. Für die Wurflinie klebt ihr einen Streifen Kreppband quer über den Boden. Bei Zweijährigen ist die Linie zwei Meter entfernt, bei Grundschulkindern vier bis fünf Meter.
Wie geworfen wird

Der Ball wird gerollt, nicht geworfen. Ihr könnt im Sitzen, Hocken oder Stehen rollen, aber immer mit Bodenkontakt. Nur an dieser Regel solltet ihr wirklich festhalten. Ein geworfener Sockenball trifft irgendwann eine Lampe. Bei Kleinkindern ist Rollen ohnehin natürlicher als Werfen.
Zwei Versuche

Jeder hat pro Runde zwei Würfe. Nach dem ersten bleiben die umgefallenen Rollen liegen, der zweite Wurf geht auf die noch stehenden. Danach baut derjenige alles neu auf, der gerade geworfen hat. Das Aufbauen gehört zum Spiel. Bei kleinen Kindern ist es die beliebtere Hälfte.
So wird gezählt

Jede umgefallene Rolle ist ein Punkt. Alle sechs mit einem Wurf sind zehn Punkte. Wenn ihr Zahlen auf die Rollen malt, zählt ihr die Zahlen statt der Rollen. So üben eure Kinder ganz unauffällig Rechnen. Wenn ihr nicht zählen wollt, geht es auch völlig ohne Punkte. Das Umfallen ist der Zweck.
Gewonnen hat

Wer nach fünf Runden die meisten Punkte hat. Fünf Runden dauern bei drei Mitspielern etwa zwanzig Minuten. Das ist lang genug, damit es spannend wird, und kurz genug, damit ihr vor dem Abendessen fertig seid. Danach ist Schluss, oder ihr fangt eine der Varianten unten an.
Damit es fair bleibt

Passt für jedes Alter die Wurflinie an und lasst die Regeln, wie sie sind. Jeder bekommt seine eigene Markierung. Die Zweijährige steht zwei Meter entfernt, der Achtjährige fünf Meter, der Erwachsene sechs Meter und im Sitzen. So spielen alle dasselbe Spiel, und trotzdem gewinnt nicht automatisch der Größte.
Gelingt sicher
- Wenn die Rollen nicht stehen bleiben
- Auf Teppich fallen Klorollen oft von allein um. Dann helfen zwei Dinge. Ihr legt einen Löffel Reis oder ein paar Münzen hinein, dann stehen sie, fallen aber auch schwerer. Oder ihr nehmt den Flur, wenn er Laminat hat. Küchenrollen-Hülsen stehen wegen der größeren Höhe stabiler als Klorollen.
- Der Ball ist wichtiger als die Kegel
- Ein Sockenball rollt kurz und gerade. Ein Tennisball schießt durch den Flur und springt in die Küche. Ein Luftballon ist zu leicht. Wenn ihr mehr Wucht wollt, nehmt zwei Paar Socken, aber nie einen harten Ball. Am Ende jedes Flurs steht irgendetwas, das nicht getroffen werden soll.
- Zwanzig Minuten sind das Maß
- Das Spiel hat einen natürlichen Höhepunkt und danach einen steilen Abfall. Hört auf, solange alle noch Lust haben. Dann könnt ihr es am nächsten Regentag wieder aufbauen. Wenn ihr bis zur Langeweile spielt, habt ihr das Spiel verbraucht.
- Aufbauen lassen
- Oft juckt es euch in den Fingern, schnell selbst aufzubauen, weil es sonst länger dauert. Lasst es trotzdem. Für Zwei- bis Vierjährige sind Hinstellen, Ausrichten und Abstand abschätzen der eigentliche Reiz an diesem Spiel.
Für jedes Alter
- 0–3 · Kleinkind
- Die Wurflinie liegt bei zwei Metern, und ihr stellt vier Rollen in eine Reihe statt sechs ins Dreieck. Punkte gibt es keine. In diesem Alter ist Umfallen das ganze Spiel, und Wiederaufbauen ist die Hälfte der Spielzeit. Der Ball wird gerollt oder geschubst, nicht geworfen.
- 4–6 · Kita & Vorschule
- Sechs Rollen, drei bis vier Meter, zwei Würfe, und die Punkte zählt ihr an den Fingern. Hier fangen die Gesichter auf den Rollen an zu wirken, weil zum ersten Mal gezielt wird.
- 7–10 · Grundschule
- Vier bis fünf Meter, Zahlen auf den Rollen, und ihr führt eine Punktetabelle auf einem Zettel. Jetzt lohnen sich die Varianten, etwa Hindernisse im Weg, Werfen mit der schwachen Hand oder ein Zeitlimit pro Wurf.
- ab 11 · Tweens & Teens
- Der Reiz liegt jetzt im Bahnbau, mit einer Rampe aus einem Brett, einer Kurve mit Büchern und einem Tunnel aus dem Wäschekorb. Aus dem Kegelspiel wird eine Murmelbahn in Groß, und ihr habt ein Nachmittagsprojekt statt zwanzig Minuten.
Sicherheitshinweise
- Auf glatten Böden wie Laminat, Parkett oder Fliesen rutschfeste Socken mit Gumminoppen anziehen oder barfuß spielen. Glatte Socken beim Anlauf sind hier das größte Risiko – Verletzungsgefahr geht bei Bewegungsspielen drinnen vor allem vom Ausrutschen und von Stolperfallen aus.
- Den Flur vorher freiräumen: Schuhe, Taschen, Kabel weg. Was im Weg liegt, wird im Eifer übersehen.
- Nur weiche Bälle. Kein Tennisball, kein Gummiball, kein Flummi – am Ende eines Flurs stehen Glastüren, Garderoben und Fußleisten.
- Gerollt wird, nicht geworfen. Diese Regel ist keine Spielregel, sondern eine Sicherheitsregel, und sie ist der Grund, warum das Spiel in der Wohnung funktioniert.
- Klorollen sind für kleine Kinder kein Spielzeug zum Anbeißen – Pappe wird im Mund weich. Bei unter Zweijährigen mitspielen statt zuschauen.
Varianten
- Variante 1
Kegeln mit Hindernissen
Legt zwei Bücher als Engstelle in die Bahn, durch die der Ball hindurch muss. Das verkürzt eure Trefferquote drastisch und verlängert das Spiel um zehn Minuten.
- Variante 2
Zielwerfen statt Kegeln
Stellt die Rollen einzeln auf, jede bekommt eine Punktzahl. Gezielt wird jetzt auf eine bestimmte Rolle, nicht mehr auf alle auf einmal. Wenn eure Kinder gern zielen und schlecht verlieren, passt diese Version zu ihnen.
- Variante 3
Kegeln im Dunkeln
Macht das Licht aus und legt eine Taschenlampe auf den Boden, die die Bahn ausleuchtet. Es ist dasselbe Spiel, aber ein völlig anderes Gefühl. Wenn es bei euch draußen um fünf dunkel wird, ist das ein guter Abschluss.
- Variante 4
Turm statt Dreieck
Stapelt die Rollen zu einem Turm aufeinander, bis er wackelt. Ein Wurf, und alles fällt. Habt ihr Zweijährige, die lieber bauen als kegeln, ist das ihre Variante.
Häufige Fragen
Wir haben keinen Flur. Geht es auch im Wohnzimmer?
Ja, nur kürzer. Ihr braucht eine freie gerade Strecke von zwei bis drei Metern, ein Flur muss es nicht sein. Zwischen Sofa und Fernsehwand geht das meistens. Der Flur hat nur den Vorteil, dass links und rechts Wände statt Möbel stehen.
Klorollen umfallen ist doch nach fünf Minuten langweilig?
Bei Grundschulkindern ja, wenn ihr es beim reinen Umwerfen belasst. Deshalb sind Zahlen, Gesichter und die Hindernis-Variante keine Deko. Sie machen den Unterschied zwischen fünf und zwanzig Minuten aus. Bei Zwei- bis Vierjährigen trägt das Umfallen selbst deutlich länger.
Was, wenn nur ein Kind spielt?
Dann spielt es gegen sich selbst. Wie viele Würfe braucht es, bis alle sechs liegen? Ihr schreibt die Zahl auf, und morgen versucht es, sie zu schlagen. Das funktioniert überraschend gut, weil der Gegner das eigene Ergebnis von gestern ist.
Hält der Sockenball das aus?
Ja, der Sockenball hält länger als die Klorollen. Die Rollen knicken nach einigen Spielen ein. Sammelt deshalb ruhig weiter, statt eure Rollen zu schonen.
Die Regeln und ein Punktezettel für bis zu vier Mitspieler über acht Runden.
Und wenn es draußen weitergehen soll?
Im Kalender stehen Veranstaltungen für Familien in Hamburg – nach Tag, Alter und Stadtteil sortiert. Vieles davon passt zu dem, was gerade auf dem Basteltisch liegt.
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