
Ein Brettspiel selber bauen
Für ein eigenes Brettspiel braucht ihr nur einen flachen Karton, ein paar Stifte und etwas Pappe für die Figuren. Euer Kind malt einen bunten Weg vom Start bis zum Ziel, mit ein paar Sonderfeldern dazwischen. Die Regeln erfindet ihr gemeinsam und schreibt sie auf einen Zettel. Der Würfel kommt aus einem Spiel, das ihr schon habt.
Der erste Weg wird bei vielen Familien viel zu lang. Dann dauert eine Runde ewig, und keiner hat mehr Lust. Zwanzig bis dreißig Felder reichen meistens für ein Spiel, das nicht ausufert. Passt der Weg nicht gleich, zeichnet ihr ihn einfach noch einmal.
Unten findet ihr alle Schritte vom Karton bis zum ersten Spiel. Dazu kommen Tipps, falls die Figuren nicht gleich stehen bleiben oder sich beim Spielen Streit um die Regeln anbahnt.
Das braucht ihr
Die Liste reicht für ein Spielbrett mit ein paar Spielfiguren. Fast alles davon findet ihr vermutlich schon in der Bastelkiste oder im Küchenschrank.

1 flacher Karton (Pizzakarton-Deckel, Rückseite eines Puzzlekartons oder ein großes Stück Pappe)
Er trägt später den ganzen Weg, darum lieber etwas größer als kleiner wählen.
Buntstifte oder dicke Filzstifte
Für Weg, Sonderfelder sowie Start und Ziel reichen drei bis vier Farben.
Flaschendeckel, Korken oder etwas Knete
Daraus werden die Spielfiguren, am besten für jeden Mitspieler eine eigene Farbe oder Form.
1 Würfel aus einem vorhandenen Spiel
Ein einzelner Würfel reicht für dieses Spiel völlig aus.
1 Blatt Papier und ein Stift
Darauf landen am Ende die gemeinsam erfundenen Regeln.
Für den Tisch
Eine Schere für die Pappfiguren und ein rundes Glas als Schablone für runde Felder.
So geht's
Schritt 1
Einen flachen Karton aussuchen
Erwachsene + Kind
Ihr braucht einen flachen, stabilen Karton. Ein Pizzakarton-Deckel funktioniert gut, genauso die Rückseite eines alten Puzzlekartons oder ein großes Stück Pappe.
Je größer die Fläche, desto mehr Felder passt euer Weg später hinein. Für den Anfang reicht aber auch ein kleinerer Deckel.
Schritt 2
Den Weg vorzeichnen
Erwachsene + Kind
Ihr zeichnet mit einem Bleistift einen Weg quer über den Karton, von einer Ecke bis zur gegenüberliegenden Ecke. Er darf Kurven machen oder einfach schräg hinauflaufen. Start und Ziel bekommen später das erste und das letzte Feld, dafür braucht ihr keinen extra Platz.
Ein Erwachsener zieht die Linie am besten vor, euer Kind malt sie später nach. So bleibt der Weg auch bei kleinen Zittrigkeiten in der Hand gut erkennbar.
Schritt 3
Die Felder bemalen
Kind
Euer Kind malt entlang des vorgezeichneten Wegs runde oder eckige Felder in bunten Farben. Ein Glas oder ein Becher hilft als Schablone für gleichmäßige Kreise.
Manche Kinder malen lieber ein paar große Felder, andere viele kleine. Lasst euer Kind einfach selbst entscheiden, solange der Weg am Ende gut zu erkennen ist.
Schritt 4
Start und Ziel markieren
Kind
Ins erste Feld oder gleich daneben malt euer Kind eine kleine Flagge, ins letzte ein Haus oder einen Turm. So sehen alle auf den ersten Blick, wo das Spiel beginnt und endet.
Mit ein paar zusätzlichen Farbtupfern hebt ihr Start und Ziel noch deutlicher hervor.
Schritt 5
Sonderfelder einzeichnen
Kind
Auf ein paar Feldern malt euer Kind ein kleines Symbol, zum Beispiel einen Stern, eine Pfütze oder eine Rutsche. Jedes Symbol bekommt später eine eigene Regel.
Drei bis fünf Sonderfelder reichen für den Anfang völlig aus, sonst verliert ihr beim Spielen den Überblick.
Schritt 6
Figuren aus Flaschendeckeln machen
Erwachsene + Kind
Als Spielfiguren eignen sich Flaschendeckel, Korken oder kleine Kugeln aus Knete. Gebt jedem Mitspieler eine eigene Farbe oder Form, damit euer Kind seine Figur immer gleich wiedererkennt.
Flache Deckel kippen auf dem bemalten Karton manchmal um. Ein kleiner Klecks Knete auf der Unterseite hilft eurer Figur, stehen zu bleiben.
Schritt 7
Die Regeln erfinden und aufschreiben
Erwachsene + Kind
Legt ihr gemeinsam fest, wie viele Felder ein Wurf vorwärts bringt und was jedes Symbol bedeutet. Zum Beispiel bei einem Stern einmal extra würfeln, bei einer Pfütze einmal aussetzen und bei einer Rutsche drei Felder zurück.
Euer Kind darf Regeln vorschlagen, auch ungewöhnliche. Schreibt am Ende alles auf einen Zettel, damit es beim nächsten Mal nachzulesen ist.
Schritt 8
Losspielen
Erwachsene + Kind
Jeder Mitspieler stellt seine Figur auf das Startfeld, dann würfelt ihr reihum. Die Figur im Ziel gewinnt, und oft beginnt gleich die nächste Runde.
Manche Kinder ändern mitten im Spiel eine Regel, das gehört bei einem selbst erfundenen Spiel dazu. Verliert euer Kind nicht gern, hilft eine Regel, bei der am Ende alle gemeinsam ankommen.
Gelingt sicher
- Wenn der Weg zu lang wird
- Dauert eine Runde viel zu lange, schneidet ihr den Weg einfach kürzer. Zwanzig bis dreißig Felder reichen für die meisten Familien völlig aus.
- Wenn die Figur nicht stehen bleibt
- Ein Klecks Knete unter dem Flaschendeckel hilft, wenn eure Figur ständig umfällt. Auch ein kleiner Korken mit flacher Schnittfläche steht stabiler.
- Wenn die Regeln mitten im Spiel wechseln
- Bei kleinen Kindern wechseln Regeln gern noch während der Partie, das gehört zu einem selbst erfundenen Spiel dazu. Schreibt ihr eine neue Regel mitten im Spiel auf, gilt sie gleich beim nächsten Mal mit.
- Wenn Verlieren schwerfällt
- Jüngere Kinder verlieren oft ungern und brechen deshalb manchmal das Spiel ab. Spielt ihr mit einer Regel, bei der alle Figuren gemeinsam ins Ziel müssen, nimmt das den Wettkampf heraus.
Für jedes Alter
- 0–3 · Kleinkind
- Unter drei Jahren malt euer Kind nur einzelne Farbkleckse auf den vorgezeichneten Weg, den Rest übernehmt ihr. Figuren und Würfel bleiben wegen der Kleinteile außer Reichweite.
- 4–6 · Kita & Vorschule
- Mit vier bis sechs Jahren malt euer Kind Felder und Symbole schon selbst nach, Start und Ziel zeichnet meist ihr vor. Beim Merken der Regeln hilft noch ein Blick auf den Zettel.
- 7–10 · Grundschule
- Grundschulkinder zeichnen den Weg oft komplett allein und denken sich eigene Sonderfelder aus. Beim Würfeln zählen sie die Felder schon selbst ab.
- ab 11 · Tweens & Teens
- Ältere Kinder bauen gern ein aufwendigeres Spielbrett mit mehreren Wegen oder einer Abkürzung. Manche schreiben gleich ein eigenes Regelheft dazu.
Sicherheitshinweise
- Flaschendeckel, Würfel und kleine Figuren aus Knete sind für Kinder unter drei Jahren eine Erstickungsgefahr. Kleine Geschwister sollten beim Spiel nicht unbeaufsichtigt damit hantieren.
- Schneidet ihr den Karton mit einem Cuttermesser zurecht, bleibt die Klinge in Erwachsenenhand. Cuttermesser haben eine frei liegende, sehr scharfe Klinge und verursachen schnell tiefe Schnitte.
Varianten
- Variante 1
Spiel mit Thema
Statt eines schlichten Wegs bekommt das Spielbrett ein Thema wie Weltraum, Dschungel oder Unterwasser. Die Sonderfelder passen sich an, zum Beispiel ein Meteor statt der Pfütze.
- Variante 2
Spiel für zwei Teams
Zwei Kinder bilden ein Team und teilen sich eine Figur. Das nimmt jüngeren Geschwistern den Druck, allein gegen die Großen zu würfeln.
- Variante 3
Das Riesenbrettspiel
Für einen langen Weg klebt ihr mehrere Kartonstücke oder Blätter aneinander. So passen auch fünfzig oder mehr Felder auf einen einzigen Weg.
- Variante 4
Spielbrett nach Jahreszeit
Zu Ostern, Weihnachten oder Halloween bekommt das Spielbrett passende Sonderfelder und Farben. Ein neues Brett für jeden Anlass ist schnell gemalt.
Häufige Fragen
Wie viele Felder braucht der Weg?
Zwanzig bis dreißig Felder reichen für die meisten Familien völlig aus. Ist euer Weg länger, dauert eine Runde oft spürbar länger.
Was, wenn der Würfel fehlt?
Dann tut es auch ein Würfel aus einem anderen Spiel oder eine selbst beschriftete Pappe mit Punkten. Hauptsache, ihr würfelt mit etwas, das bei euch schon im Haus ist.
Ab welchem Alter geht das?
Etwa ab vier Jahren spielt euer Kind schon mit, bei jüngeren Kindern übernehmt ihr Zeichnen und Würfeln.
Wie lange hält ein selbstgebautes Brettspiel?
Aus stabiler Pappe hält es viele Spielrunden, kleine Eselsohren gehören dazu. Wird der Karton zu weich, malt ihr den Weg einfach auf ein neues Stück Pappe.
Was, wenn die Kinder mitten im Spiel neue Regeln wollen?
Das passiert häufig und ist Teil des Spiels, schließlich habt ihr es selbst erfunden. Haltet neue Regeln kurz auf dem Zettel fest, dann gelten sie auch beim nächsten Mal.
Welcher Karton eignet sich am besten?
Ein Pizzakarton-Deckel oder die Rückseite eines Puzzlekartons funktionieren gut, weil sie schon flach und stabil sind. Normale Pappe aus dem Altpapier tut es auch, wenn ihr sie vorher glattstreicht.
Die Bauschritte, die Materialliste und die Sicherheitshinweise zum Ausdrucken für den Basteltisch.
Nach dem Basteln: Brettspiele entdecken in Hamburg
Ist das eigene Spielbrett fertig, gibt es in Hamburg auch Orte zum Ausprobieren fremder Spiele. Im Kalender stehen Brettspielabende und Spieletreffs für Familien.
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