
Fallschirm aus einer Tüte
Für diesen Fallschirm braucht ihr eine dünne Plastiktüte, Schnur, Klebeband und eine Wäscheklammer. Aus der Tüte schneidet ihr ein Quadrat. An die Ecken kommen vier Fäden, unten hängt die Klammer. Lasst ihr ihn fallen, öffnet sich der Schirm und sinkt langsam zu Boden. Das klappt mit Kindern ab etwa 4 Jahren und dauert eine gute halbe Stunde.
Spannend wird es, wenn ihr zwei Schirme vergleicht. Ein großer tritt gegen einen kleinen an, oder eine Klammer gegen zwei. Vorher sagt jeder, welcher Schirm länger in der Luft bleibt. Beim Fallen zählt euer Kind dann laut die Sekunden mit.
Die Tüte und das Fallenlassen bleiben bei euch. Plastiktüten gehören nie über Kopf und Gesicht. Zum Werfen steigt niemand auf Stuhl, Fensterbank oder Balkon. Der erste Schirm schaukelt meistens noch, und die Fäden verheddern sich oft. Weiter unten steht, was euch dann hilft.
Das braucht ihr
Die Liste reicht für einen Fallschirm. Wenn ihr vergleichen wollt, braucht ihr ein zweites Quadrat und eine zweite Klammer.

1 dünne Plastiktüte ohne Aufdruck
Ein Gefrierbeutel, ein Müllbeutel oder eine Brottüte. Aus einem Müllbeutel bekommt ihr ein großes Quadrat von etwa 40 Zentimetern. Einen Gefrierbeutel schneidet ihr an den Seiten auf, dann habt ihr eine einfache Lage Folie.
etwa 2 Meter Schnur
Bindfaden, Paketschnur oder Wollfaden. Ihr braucht vier gleich lange Stücke von 30 bis 40 Zentimetern, für den Vergleich noch einmal vier.
Klebeband
Ein paar kurze Streifen halten die Fäden an den Ecken. Durchsichtiges Klebeband reicht.
2 Wäscheklammern
Eine hängt als Gewicht unten am Knoten. Die zweite braucht ihr für den Vergleich. Eine kleine Spielfigur geht auch.
1 Schere und 1 Lineal
Das Zuschneiden der Folie übernehmt ihr. Euer Kind darf mit dem Lineal mitmessen.
Papier und Stift
Für die Vorhersage und die gezählten Sekunden. Ab dem Schulalter macht eine Stoppuhr den Vergleich genauer, laut zählen reicht aber.
Sicherheitshinweise
- Plastiktüten gehören nie über Kopf und Gesicht. Bei kleinen Kindern saugt sich die Folie beim Einatmen ans Gesicht, und sie können sich nicht selbst befreien. Darauf weist die Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder hin.
- Lasst Kleinkinder nie unbeaufsichtigt mit Tüten oder Folie spielen. Den Rest der Tüte räumt ihr nach dem Zuschneiden gleich weg, vor allem wenn jüngere Geschwister da sind.
- Zum Fallenlassen klettert niemand auf Stuhl, Tisch, Fensterbank oder Balkonbrüstung, und der Schirm fliegt nicht aus dem Fenster. Kinder lehnen sich dabei leicht zu weit hinaus. Fensterstürze enden oft schwer.
- Ihr lasst den Schirm mit ausgestrecktem Arm oder vom Treppengeländer fallen. Die Kinder bleiben unten auf dem Boden und schauen von dort zu.
- Schnur und Fäden legt ihr kleinen Kindern nicht um den Hals. Nach dem Spielen kommt der Schirm in eine Kiste außer Reichweite der Kleinsten.
So geht's
Schritt 1
Quadrat zuschneiden
Erwachsene
Schneidet die Tüte an den Seitennähten auf, dann habt ihr eine einfache Lage Folie. Daraus schneidet ihr ein Quadrat von etwa 30 bis 40 Zentimetern. Euer Kind kann mit dem Lineal mitmessen und die Ecken zeigen.
Den Rest der Tüte räumt ihr sofort weg. So liegt er nicht mehr auf dem Tisch, wenn kleine Geschwister vorbeikommen. Für den Vergleich schneidet ihr gleich ein zweites Quadrat, halb so breit wie das erste.
Schritt 2
Fäden anbringen
Erwachsene + Kind
Schneidet vier Fäden ab, alle gleich lang. Legt sie nebeneinander, bevor ihr sie festmacht. So seht ihr sofort, wenn einer kürzer ist. Ungleiche Fäden ziehen den Schirm später schief.
An jede Ecke kommt ein Faden. Euer Kind legt das Fadenende auf die Ecke und klebt einen Streifen Klebeband darüber. Hält es nicht, klebt ihr einen zweiten Streifen quer darüber.
Schritt 3
Klammer anhängen
Erwachsene + Kind
Nehmt die vier freien Fadenenden zusammen und zieht sie glatt, bis sie gleich lang sind. Dann macht ihr einen festen Knoten. An den Knoten klemmt euer Kind die Wäscheklammer.
Legt den fertigen Schirm einmal ausgebreitet auf den Tisch. So seht ihr, ob alle Fäden gleich lang sind und nichts verdreht ist. Diesen Blick macht ihr vor jedem Wurf, denn die Fäden verheddern sich oft.
Schritt 4
Raten und fallen lassen
Erwachsene + Kind
Bevor es losgeht, fragt ihr euer Kind: Wie viele Sekunden bleibt der Schirm in der Luft? Schreibt die Zahl auf oder malt so viele Striche.
Dann haltet ihr den Schirm mit ausgestrecktem Arm hoch. Die Klammer hängt frei darunter. Lasst los, und euer Kind zählt laut die Sekunden, bis die Klammer den Boden berührt. Höher geht es vom Treppengeländer aus, die Kinder bleiben dabei unten.
Schritt 5
Zwei Schirme vergleichen
Erwachsene + Kind
Jetzt ändert ihr genau eine Sache. Entweder nehmt ihr den kleinen Schirm, oder ihr hängt eine zweite Klammer an den Knoten. Vorher raten alle wieder, welcher Schirm länger braucht.
Lasst beide aus derselben Höhe fallen. Macht jeden Wurf dreimal und schreibt alle Zahlen auf, denn ein einzelner Wurf täuscht leicht. Meistens braucht der große, leichte Schirm am längsten. Der kleine mit zwei Klammern ist bei euch vermutlich am schnellsten unten.
Schritt 6
Loch in die Mitte schneiden
Erwachsene
Wenn euer Schirm stark schaukelt, hilft ein kleines Loch in der Mitte. Faltet das Quadrat zweimal, sodass die vier Ecken mit den Fäden aufeinanderliegen. Die Mitte der Folie ist jetzt die gegenüberliegende Spitze. Dort schneidet ihr ein winziges Stück ab.
Lasst den Schirm noch einmal fallen und schaut genau hin. Mit Loch sinkt er meistens ruhiger und gerader. Schneidet das Loch lieber zu klein als zu groß, ihr könnt es immer noch erweitern.
Gelingt sicher
- Was passiert da? Die Erklärung für Kinder
- Beim Fallen muss der Schirm die Luft unter sich zur Seite schieben. Die Luft bremst ihn dabei. Je größer der Schirm ist, desto stärker bremst sie. Die Klammer zieht nach unten, und mehr Gewicht zieht stärker. Deshalb ist der kleine Schirm mit zwei Klammern am schnellsten unten. Genau genommen ist es etwas verwickelter, denn hinter dem Schirm wirbelt die Luft. Für euer Kind reicht ein Satz. Die Luft bremst, und eine große Fläche bremst mehr.
- Wenn der Schirm schaukelt
- Beim ersten Schirm passiert das oft. Manchmal hängt die Klammer schief, weil ein Faden kürzer ist. Dann legt ihr den Schirm flach hin und gleicht die Fäden an. Schaukelt er danach noch, schneidet ihr das Loch aus Schritt 6. Ohne Loch sammelt sich Luft unter dem Schirm und entweicht mal links, mal rechts am Rand. Durch das Loch kann sie in der Mitte nach oben entweichen.
- Wenn sich die Fäden verheddern
- Das kommt oft vor, vor allem nach ein paar Würfen. Faltet den Schirm vor jedem Wurf locker zusammen und lasst die Fäden mit der Klammer frei nach unten hängen. Wenn ihr ihn als Knäuel werft, wickeln sich die Fäden leicht um die Folie.
- Ehrlich vergleichen
- Lasst jeden Schirm dreimal fallen und schreibt alle Zahlen auf. Nehmt dabei immer dieselbe Höhe, sonst vergleicht ihr nur, wer höher stand. Ändert zwischen zwei Schirmen nur eine Sache, also Größe oder Gewicht.
Für jedes Alter
- 4–6 · Kita & Vorschule
- Kita-Kinder kleben die Fäden an, klemmen die Klammer an und zählen beim Fallen mit. Das Zuschneiden und das Fallenlassen übernehmt ihr. Die Vorhersage darf ruhig ein Bauchgefühl sein. Spannend ist vor allem, ob der Schirm aufgeht.
- 7–10 · Grundschule
- Grundschulkinder messen und knoten selbst. Mit einer Stoppuhr werden die Zeiten genauer. Eine kleine Tabelle hilft, mit Größe, Gewicht und drei Zeiten je Schirm.
- ab 11 · Tweens & Teens
- Ältere bauen gezielt um und ändern dabei immer nur eine Sache. Wie lang müssen die Fäden sein? Fällt ein runder Schirm ruhiger als ein eckiger? Welcher Schirm bleibt mit einer Klammer am längsten in der Luft?
Varianten
- Variante 1
Eine andere Form
Schneidet einen runden oder dreieckigen Schirm aus derselben Folie. Vorher raten alle, welche Form am ruhigsten fällt.
- Variante 2
Längere Fäden
Macht die Fäden doppelt so lang und vergleicht mit dem ersten Schirm. Nur diese eine Sache ändert sich.
- Variante 3
Ein Passagier
Statt der Klammer fliegt eine kleine Spielfigur mit. Sie wird mit einem Streifen Klebeband unter den Knoten geklebt.
- Variante 4
Draußen im Park
An einem windstillen Tag nehmt ihr den Schirm mit in den Park und lasst ihn dort vom ausgestreckten Arm fallen.
Häufige Fragen
Welche Tüte eignet sich?
Nehmt eine dünne Tüte ohne Aufdruck, zum Beispiel einen Gefrierbeutel, einen Müllbeutel oder eine Brottüte. Aus einem Müllbeutel bekommt ihr das größte Quadrat. Habt ihr gerade keine Tüte, geht auch ein Blatt Küchenpapier.
Aus welcher Höhe soll der Schirm fallen?
Für den Anfang reicht euer ausgestreckter Arm. Höher geht es vom Treppengeländer, die Kinder bleiben dabei unten. Wichtiger als die Höhe ist, dass ihr beim Vergleich immer dieselbe nehmt.
Warum sinkt der kleine Schirm schneller?
Der kleine Schirm schiebt beim Fallen weniger Luft vor sich her. Also bremst ihn die Luft weniger. Bei euch zieht dieselbe Klammer an weniger Fläche, und er ist früher unten.
Ab wann können Kinder mitmachen?
Ab etwa 4 Jahren können Kinder Fäden ankleben, die Klammer anhängen und mitzählen. Zuschneiden und Fallenlassen bleiben bei euch. Jüngere Geschwister schauen zu, die Folie bekommen sie nicht in die Hand.
Hält der Schirm mehrere Runden?
Ja, ihr könnt ihn oft fallen lassen. Entwirrt nach jedem Wurf kurz die Fäden. Löst sich ein Klebestreifen, klebt ihr einfach einen neuen darüber.
Die sechs Schritte, der Vergleich zweier Schirme, die Erklärung für Kinder und die Sicherheitshinweise zum Ausdrucken.
Weiterforschen in Hamburg
Wenn euer Kind nach dem Fallschirm mehr wissen will, schaut in den Kalender. Dort stehen Mitmach-Termine der Hamburger Museen, Labore und Forscherwerkstätten für Familien.
Experimente und Werkstätten im Kalender →





