
Die Fühlkiste aus dem Schuhkarton
Für eine Fühlkiste braucht ihr einen alten Schuhkarton, eine Socke und ein paar Dinge aus dem Haushalt. In eine Schmalseite kommt ein rundes Loch, davor die Socke als kurzer Tunnel. Euer Kind steckt die Hand hinein, fühlt und rät, ohne zu gucken. Das geht ab etwa zwei Jahren und trägt bis in die Grundschule.
Gebaut ist die Kiste in einer Viertelstunde. Das Loch schneidet ihr Erwachsenen, beim Rest hilft euer Kind mit. Danach spielt ihr drei Runden, die nacheinander schwerer werden. In der letzten füllt euer Kind die Kiste, und ihr ratet.
Zwei Dinge solltet ihr vorher wissen. Für Kinder unter drei Jahren kommt nur hinein, was groß genug ist, um nicht verschluckt zu werden. Und manches Kind mag erst einmal gar nicht in ein dunkles Loch fassen. Für beides steht unten, wie ihr es macht.
Das braucht ihr
Das meiste habt ihr im Haus. Die Liste reicht für eine Kiste.

1 Schuhkarton mit Deckel
Ein Karton von Kinderschuhen reicht. Den Deckel klebt ihr nicht fest, damit ihr zwischen den Runden schnell tauschen könnt.
1 alte Socke
Am besten eine dicke Socke mit Bündchen. Ihr braucht nur den Schaft, den Fuß schneidet ihr ab. Statt der Socke geht auch ein Stück Stoff, das ihr innen über das Loch klebt.
1 Becher und 1 Bleistift
Der Becher ist die Schablone für das Loch. Ein Rand von etwa 9 cm passt gut.
1 Cutter oder eine spitze Schere
Nur für euch Erwachsene, zum Ausschneiden des Lochs.
Starkes Klebeband
Damit klebt ihr die Socke innen fest. Ein Tacker geht auch. Dann klebt ihr innen einen Streifen Klebeband über die Klammern, damit sich niemand piekt.
5–6 Dinge zum Fühlen
Zum Beispiel Holzlöffel, Tannenzapfen, Schwamm, Wollknäuel und Nagelbürste. Was für Kinder unter drei hineindarf, steht in den Regeln.
1 Tablett oder ein großer Teller
Darauf liegen die Dinge, bevor sie in die Kiste wandern. Für die Kleinsten ist das die Vorschau.
So geht's
Die Kiste bauen

Das Loch schneidet ihr Erwachsenen. Stellt den Becher mittig an eine Schmalseite des Kartons und fahrt den Rand mit dem Bleistift nach. Schneidet den Kreis auf einer festen Unterlage aus, mit dem Cutter immer vom Körper weg. Danach fahrt ihr die Klinge ein und legt den Cutter weg. Von der Socke schneidet ihr den Fuß ab. Den Schaft schiebt ihr von außen ins Loch, das Bündchen schaut außen ein Stück heraus. Innen klebt ihr das offene Ende rundherum am Karton fest. Wenn man danach noch hineinschauen kann, klebt ihr innen ein Stück Stoff als Vorhang über das Loch.
Was in die Kiste darf

Für Kinder unter drei Jahren nehmt ihr nur Dinge, die größer als ein Tischtennisball sind. Kleinere Teile landen in diesem Alter schnell im Mund. Gut gehen ein Holzlöffel, ein großer Tannenzapfen, ein Schwamm, ein Wollknäuel oder eine Nagelbürste. Kastanien und Walnüsse kommen erst bei älteren Kindern dazu. Nichts Spitzes, nichts Scharfes und nichts Lebendiges. Etwas Nasses legt ihr nur hinein, wenn ihr es vorher ansagt.
Runde 1
Fühlen und beschreiben

Ihr legt ein einziges Ding in die Kiste, ohne dass euer Kind zuschaut. Es fasst hinein und erzählt zuerst, was es fühlt. Ist es hart oder weich, glatt oder kratzig, rund oder eckig? Erst danach rät es. Dann zieht es das Ding heraus und schaut nach. Mit den Kleinsten legt ihr vorher alles aufs Tablett und sagt zu jedem Ding den Namen. Euer Kind rät dann nur, welches davon in der Kiste liegt.
Runde 2
Hol den Zapfen heraus

Jetzt liegen drei Dinge in der Kiste. Ihr nennt eins davon, und euer Kind holt genau dieses heraus, ohne hinzuschauen. Die Hand stößt dabei auch auf die anderen Dinge. Oft greift euer Kind deshalb beim ersten Versuch daneben. Dann legt ihr das Ding zurück und nennt dasselbe noch einmal. Mit der Zeit dürfen es vier oder fünf Dinge werden.
Runde 3
Jetzt ratet ihr

Euer Kind sucht heimlich etwas aus und legt es in die Kiste. Ihr fasst hinein, beschreibt laut, was ihr fühlt, und ratet. Beschreibt ruhig ausführlich, so hört euer Kind die Wörter für das Fühlen. Schaut nur vorher kurz in die Kiste. Wenn etwas Spitzes oder sehr Kleines darin liegt, tauscht ihr es gemeinsam aus.
Wenn euer Kind nicht hineinfassen mag

Manche Kinder ziehen die Hand sofort zurück oder wollen gar nicht erst hinein. Keine Sorge, Angst vor Unbekanntem gehört in diesem Alter zur Entwicklung dazu. Drängt euer Kind nicht. Fasst zuerst selbst hinein und erzählt, was ihr fühlt. Oder nehmt den Deckel ab, damit es beim ersten Mal hineinschauen darf. Manchen Kindern hilft ein vertrautes Ding als Erstes, zum Beispiel ihr Kuscheltier. Wenn es heute nicht klappt, probiert ihr es an einem anderen Tag wieder.
Gelingt sicher
- Fragen statt raten
- Fragt euer Kind, bevor es rät: Wie fühlt sich das an? Ist es schwer oder leicht, warm oder kalt? So bleibt die Hand länger in der Kiste. Und euer Kind lernt nebenbei Wörter wie kratzig, glatt oder weich. Wenn ihm keine Wörter einfallen, sagt ihr zwei zur Auswahl.
- Erst Gegensätze, dann Ähnliches
- Für den Anfang nehmt ihr Dinge, die sich sehr verschieden anfühlen, etwa einen kratzigen Zapfen und ein weiches Knäuel. Zwei Dinge, die sich ähneln, spart ihr euch für später auf. Ein Holzlöffel und ein Plastiklöffel sind für die Finger erstaunlich schwer auseinanderzuhalten.
Für jedes Alter
- 0–3 · Kleinkind
- Ab etwa zwei Jahren, mit großen Dingen und immer mit jemandem am Tisch. Zeigt alles vorher auf dem Tablett und sagt die Namen dazu. Raten heißt in diesem Alter meist: hineinfassen, herausholen und das Ding benennen. Zwei bis drei Dinge reichen.
- 4–6 · Kita & Vorschule
- Jetzt klappt das Beschreiben vor dem Raten, und die Vorschau auf dem Tablett darf wegfallen. Runde 2 und 3 passen am besten in dieses Alter. Kastanien und Walnüsse dürfen jetzt mit hinein.
- 7–10 · Grundschule
- Grundschulkinder brauchen schwierigere Aufgaben. Legt ähnliche Dinge hinein, etwa Löffel aus Holz, Metall und Plastik oder verschiedene Stoffreste. Oder sie bauen selbst eine Fühlkiste für jüngere Geschwister und denken sich die Runden aus.
Sicherheitshinweise
- Für Kinder unter drei Jahren nur Dinge, die größer als ein Tischtennisball sind. Bei Spielzeug gilt alles als verschluckbares Kleinteil, was in einen Prüfzylinder mit 31,7 mm Durchmesser passt.
- Keine Knopfzellen, Magnete, Münzen oder Knöpfe in die Kiste. Fachstellen für Unfallprävention nennen sie ausdrücklich als Verschluckgefahr für Kleinkinder.
- Nichts Spitzes und nichts Scharfes in die Kiste, auch keine Schere, keine Nadel und keine offenen Tackerklammern.
- Den Cutter benutzen nur Erwachsene. Vom Körper weg schneiden, danach die Klinge einfahren und den Cutter außer Reichweite legen.
Varianten
- Variante 1
Die Zwillingskiste
Ihr braucht von drei Dingen je zwei gleiche. Eins von jedem Paar liegt auf dem Tisch, das andere in der Kiste. Euer Kind nimmt ein Ding in die Hand und sucht in der Kiste den Zwilling.
- Variante 2
Die Stoffkiste
Nur Stoffreste kommen hinein, etwa Samt, Wolle, Jeans, ein Stück Fell und ein Stück Leder. Gleiche Reste legt ihr außen dazu. Das ist schwer, weil alles weich ist.
- Variante 3
Ohne Kiste
Wenn ihr nicht basteln wollt, reicht ein Stoffbeutel oder ein Tuch. So funktioniert das Fühl-Kim im Kimspiel zu Weihnachten. Im Herbst-Memory aus Naturschätzen steckt dazu ein Tast-Memory mit verbundenen Augen.
Häufige Fragen
Ab welchem Alter geht die Fühlkiste?
Ab etwa zwei Jahren, wenn ihr die Dinge vorher zeigt und nur große nehmt. Ohne Vorschau zu raten klappt meistens erst ab vier oder fünf Jahren. Nach oben macht ihr es mit ähnlicheren Dingen schwerer.
Wie groß muss das Loch sein?
So groß, dass eine Kinderhand mit einem Ding darin wieder herauskommt. Ein Becherrand von etwa 9 cm passt gut. Wenn ihr Erwachsenen auch mitspielen wollt, macht ihr es eine Spur größer.
Socke oder Stoffvorhang?
Beides verdeckt das Loch. Die Socke habt ihr schneller angeklebt, und sie sieht außen nach Tunnel aus. Ein Stoffvorhang innen hält Blicke besser ab. Ihr könnt auch beides kombinieren.
Was tun, wenn das Kind durchs Loch schaut?
Das passiert in den ersten Runden oft. Dann klebt ihr innen zusätzlich ein Stück Stoff über das Loch. Mit älteren Kindern könnt ihr auch abmachen, dass sie beim Fühlen die Augen zumachen.
So baut ihr die Kiste, was hineindarf, die drei Runden und die Sicherheitshinweise. Zum Ausdrucken und neben die Kiste legen.
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