
Geräusche raten am Küchentisch
Bei diesem Spiel schließt euer Kind die Augen und hört nur zu. Ihr klimpert mit dem Schlüsselbund, knüllt ein Blatt Papier oder rührt mit dem Löffel im Glas. Euer Kind rät, was da klingt. Das geht ab 3 Jahren, dauert etwa 20 Minuten und braucht nur Dinge aus der Küche.
Dazu kommt ein zweites Spiel mit selbst gefüllten Dosen. In je zwei Dosen steckt dasselbe, zum Beispiel Reis, Linsen oder Knöpfe. Euer Kind schüttelt und sucht die Paare, die gleich klingen. So wird aus euren Dosen ein Memory für die Ohren.
Die Füllungen der Dosen sind Kleinteile. Deshalb klebt ihr die Deckel fest zu, bevor ein Kind damit spielt. Was bei Kleinkindern sonst noch wichtig ist, lest ihr unten im Sicherheitskasten.
Das braucht ihr
Für Spiel 1 reicht, was in der Küche liegt. Für Spiel 2 braucht ihr sechs gleiche Dosen, also drei Paare.

4 bis 5 Alltagsdinge, die klingen
Zum Beispiel ein Schlüsselbund, ein Blatt Papier zum Knüllen, ein Glas mit Teelöffel und eine Tasche mit Reißverschluss. Nehmt Geräusche, die euer Kind aus dem Alltag kennt.
6 gleiche undurchsichtige Dosen mit Deckel
Alte Filmdosen, kleine Schraubdosen aus der Apotheke oder kleine Holzdosen. Man soll nicht hineinsehen können, und alle sollen gleich aussehen.
Füllungen für 3 Paare
Etwa Reis, Linsen und große Knöpfe. Sie sollen deutlich verschieden klingen. Kurze Nudeln gehen auch. Erdnüsse kommen nicht hinein, mehr dazu unten bei der Sicherheit.
Heißkleber oder kräftiges Klebeband
Damit klebt ihr die Deckel fest zu. Den Heißkleber nehmt nur ihr in die Hand.
Klebepunkte in 3 Farben
Für die Dosenböden, damit ihr die Paare am Ende prüfen könnt. Ein wasserfester Stift tut es auch.
1 Teelöffel
Zum Einfüllen. Wenn ihr es genau machen wollt, hilft eine Küchenwaage.
So geht's
Die Dosen vorbereiten

Füllt die Dosen am besten allein, solange kein Kleinkind am Tisch sitzt. In je zwei Dosen kommt dieselbe Füllung in derselben Menge, sonst klingen sie nicht gleich. Füllt jede Dose nur zum Teil, damit der Inhalt rollen kann. Dann klebt ihr jeden Deckel mit Heißkleber oder Klebeband fest zu. Unter beide Dosen eines Paares kommt ein Punkt in derselben Farbe.
Spiel 1
Was klingt da?

Legt die Alltagsdinge vor eurem Kind auf den Tisch. Lasst jedes Ding einmal klingen und sagt, was es ist. Dann schließt euer Kind die Augen oder dreht sich um. Ihr macht mit einem Ding ein Geräusch, und euer Kind rät. Kleine Kinder zeigen einfach auf das Ding, das sie gehört haben. Das Glas mit dem Löffel haltet ihr selbst.
Spiel 2
Dosen-Paare finden

Stellt alle sechs Dosen gemischt auf den Tisch. Euer Kind schüttelt eine Dose und hört genau hin. Dann sucht es die zweite Dose, die genauso klingt. Gefundene Paare stellt es zusammen zur Seite. Am Ende dreht ihr gemeinsam jedes Paar um. Haben beide Dosen denselben Punkt am Boden, stimmt das Paar.
Gelingt sicher
- Erst zeigen, dann raten
- Zeigt eurem Kind vor dem Raten jedes Ding und lasst es einmal klingen. Dann weiß es, aus welcher Auswahl es raten darf. Ohne diese Runde wird das Raten für kleine Kinder oft zu schwer.
- Füllungen, die verschieden klingen
- Wählt für die Dosen Füllungen, die sich deutlich unterscheiden. Reis rieselt fein, Knöpfe klappern hart, Nudeln poltern. Wenn euer Kind zwei Paare immer wieder verwechselt, tauscht ihr eine der beiden Füllungen aus.
- Wenn euer Kind danebenliegt
- Keine Sorge, wenn euer Kind am Anfang falsch rät. Macht das Geräusch noch einmal, langsamer und etwas deutlicher. Hilft das nicht, nehmt ihr ein Ding vom Tisch und spielt mit weniger weiter. Das Raten soll gelingen und kein Test sein.
Für jedes Alter
- 0–3 · Kleinkind
- Mit drei Jahren reichen drei Alltagsdinge mit sehr verschiedenen Geräuschen. Euer Kind zeigt auf das Ding, statt es zu benennen. Bei den Dosen genügen zwei Paare. Jüngere Geschwister schütteln die Dosen nur, wenn ihr daneben sitzt und alle Deckel fest verklebt sind.
- 4–6 · Kita & Vorschule
- Mit vier bis sechs Jahren schafft euer Kind drei oder vier Paare und fünf oder sechs Alltagsgeräusche. Es kann jetzt auch beschreiben, wie etwas klingt. Klirrt es, raschelt es oder klappert es? Danach macht euer Kind die Geräusche, und ihr ratet.
- 7–10 · Grundschule
- Grundschulkinder spielen mit sechs Paaren und Füllungen, die sich ähnlicher anhören. Sie können auch eine Reihe Dosen von laut nach leise ordnen. Oder sie suchen in der Wohnung eigene Geräusche, die ihr dann raten müsst.
Sicherheitshinweise
- Reis, Linsen, Nudeln und Knöpfe sind Kleinteile. Für Kinder unter drei Jahren ist alles gefährlich, was kleiner als ein Tischtennisball ist. Die Füllungen bleiben deshalb fest in den Dosen.
- Getrocknete Hülsenfrüchte wie Linsen, Erbsen und Bohnen können Kleinkinder beim Verschlucken in die Atemwege bekommen. Füllt sie ohne die Kleinen ab und räumt Reste gleich weg.
- Erdnüsse kommen nicht in die Dosen. Sie gehören zu den häufigsten Dingen, die Kleinkinder in die Luftröhre bekommen.
- Klebt jeden Deckel mit Heißkleber oder kräftigem Klebeband fest zu. Prüft vor jedem Spiel, ob alle Dosen noch dicht sind. Kinder unter drei Jahren schütteln nur, wenn ihr daneben sitzt.
- Haltet laute Dinge nicht direkt an das Ohr eures Kindes. Eine Rassel kann nah am Ohr lauter als 90 Dezibel werden. Schüttelt die Dosen lieber mit etwas Abstand.
- Hat ein Kind etwas verschluckt und bekommt schlecht Luft, wählt sofort den Notruf 112.
Varianten
- Variante 1
Geräusche-Theater hinter der Decke
Hängt eine Decke über zwei Stuhllehnen. Dahinter macht ein Kind Geräusche, die anderen raten. Danach zeigt es, womit es geklungen hat.
- Variante 2
Woher kommt das Geräusch?
Euer Kind sitzt mit geschlossenen Augen in der Mitte. Ihr klimpert mit dem Schlüsselbund mal links, mal rechts und mal hinter ihm. Euer Kind zeigt in die Richtung, aus der es klingt.
- Variante 3
Von laut nach leise
Stellt drei Dosen mit verschiedenen Füllungen in eine Reihe. Euer Kind schüttelt jede und ordnet sie von der lautesten bis zur leisesten.
Häufige Fragen
Ab welchem Alter geht Geräusche raten?
Ab etwa drei Jahren klappt das Raten, wenn ihr die Dinge vorher zeigt. Jüngere Kinder schütteln die Dosen gern, finden aber meist noch keine Paare. Mit vier bis sechs Jahren schaffen Kinder die Paarsuche mit drei Paaren oft schon gut.
Welche Dosen eignen sich?
Gut gehen kleine Dosen, in die man nicht hineinsehen kann und die alle gleich aussehen. Alte Filmdosen, Schraubdosen aus der Apotheke oder kleine Holzdosen passen. Durchsichtige Dosen verraten den Inhalt, die lasst ihr weg.
Mein Kind macht immer die Augen auf. Was tun?
Das passiert vor allem bei kleinen Kindern oft. Die Augen lange zuzuhalten ist schwer. Lasst euer Kind stattdessen umdrehen, oder macht die Geräusche hinter einer Stuhllehne.
Kann man die Dosen später neu füllen?
Verklebte Dosen bleiben zu, und das ist gewollt. Wenn ihr neue Füllungen ausprobieren wollt, nehmt ihr einfach neue Dosen. So bleiben die alten Paare sicher geschlossen.
Beide Spiele, das Füllen der Dosen und die Sicherheitshinweise zum Ausdrucken. Legt das Blatt zu euren Dosen.
Hinhören in Hamburg
Wenn euer Kind gern lauscht, schaut in den Kalender. Dort stehen Konzerte für Familien und Kinder in Hamburg.
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