
Montagsmaler am Küchentisch
Bei Montagsmaler malt einer einen Begriff, und alle anderen raten. Ihr braucht dafür nur Papier, ein paar Stifte, kleine Zettel und eine Sanduhr. Das Spiel geht ab 5 Jahren und dauert etwa eine halbe Stunde. Beim Malen wird nicht gesprochen. Buchstaben und Zahlen sind auch verboten.
Für Kinder, die noch nicht lesen, malt ihr vorher Bildkarten. Auf jeder Karte ist ein einziges Ding zu sehen, das euer Kind dann selbst nachmalt. Sobald die Kinder kurze Wörter sicher lesen, nehmt ihr Wortzettel. In gemischten Teams aus Großen und Kleinen hat jeder eine Chance.
Schön malen muss dabei niemand. Ein Fisch aus drei Strichen wird oft schneller erraten als ein sorgfältiges Bild. Unten findet ihr die Regeln, eine Begriffsliste für jedes Alter und zwei Varianten ohne Stift.
Das braucht ihr
Für vier bis acht Mitspieler reicht diese Liste. Fast alles liegt schon bei euch im Schrank.

1 Zeichenblock oder ein Stapel Papier
Am besten DIN A4 oder größer. Ein großes Blatt sehen auch die am anderen Tischende. Ein Extrablatt nehmt ihr für die Punkte.
Dicke Wachsmalstifte oder Buntstifte
Dicke Striche erkennt man auf Abstand besser als feine. Filzstifte gehen auch, haben aber Kappen. Was das für kleine Geschwister heißt, steht unten bei der Sicherheit.
1 Sanduhr oder eine Stoppuhr
Eine Sanduhr aus einem anderen Spiel reicht. Die Stoppuhr am Handy geht genauso, dann ruft einer „Stopp“, wenn die Zeit um ist.
20 kleine Zettel
Für die Begriffe. Jeder Zettel wird zweimal gefaltet, damit niemand durchschaut.
10 Karteikarten
Für die Bildkarten der Jüngsten. Wie ihr sie bemalt, steht bei den Regeln.
1 Schale
Eine Müslischale oder ein kleiner Topf, aus dem die Zettel und Karten gezogen werden.
So geht's
Begriffe vorbereiten

Schreibt vor dem Spiel etwa 20 Begriffe auf kleine Zettel, auf jeden Zettel einen. Faltet jeden Zettel zweimal und legt alle in die Schale. Gut sind Dinge, die euer Kind kennt und die man sehen oder anfassen kann. Gefühle und Tätigkeiten sind schwerer zu malen. Die passen besser zu den Großen.
Begriffe für jedes Alter

Für Fünf- und Sechsjährige passen als Bildkarten Sonne, Apfel, Baum, Fisch, Haus, Ball, Blume, Katze, Schneemann und Mond. Ab dem Lesealter kommen auf die Zettel Regenschirm, Fahrrad, Schnecke, Brille, Leiter, Schlüssel, Gießkanne, Krone, Zelt und Kaktus. Ab etwa zehn dürfen es zusammengesetzte Wörter sein. Leuchtturm, Schneckenhaus, Kopfkissen, Wasserfall, Gewitter, Sandburg und Hängebrücke sind gute Beispiele. Wenn große und kleine Kinder mitspielen, stellt ihr zwei Schalen hin.
Bildkarten für Kinder, die noch nicht lesen

Malt auf jede Karteikarte ein einziges Ding, groß und mit dicken Strichen. Eine Sonne, ein Apfel und ein Baum reichen für den Anfang. Euer Kind zieht eine Karte, schaut sie kurz an und legt sie verdeckt neben sich. Dann malt es das Ding nach. Wenn ihr keine Karten malen wollt, flüstert ihr ihm den Begriff ins Ohr.
Teams nach Alter mischen

Bildet zwei Teams und verteilt Große und Kleine auf beide Seiten. In jedes Team gehört ein Erwachsener oder ein Schulkind. So raten beide Teams ungefähr gleich schnell. Wenn ihr nur zu dritt seid, spielt ihr ohne Teams. Dann bekommen der Maler und das Kind, das den Begriff errät, je einen Punkt.
So läuft eine Runde

Ein Kind aus dem ersten Team zieht einen Zettel oder eine Karte. Sobald der erste Strich auf dem Papier ist, dreht ihr die Sanduhr um. Nur das eigene Team rät, laut und so oft es will. Ist der Begriff erraten oder die Sanduhr leer, malt jemand aus dem anderen Team. Eine Minute pro Bild ist ein guter Anfang. Für Fünfjährige dürft ihr die Sanduhr zweimal umdrehen.
Was beim Malen erlaubt ist

Erlaubt ist alles, was gemalt ist, auch Pfeile und Striche. Verboten sind Buchstaben, Zahlen und Sprechen. Auf Dinge im Raum zu zeigen gilt auch nicht. Ob der Maler nicken darf, wenn jemand nah dran ist, legt ihr vor dem Spiel fest. Für die Kleinen ist ein Nicken eine große Hilfe.
So wird gezählt

Errät das Team den Begriff, bevor die Sanduhr leer ist, gibt es einen Punkt. Läuft die Zeit ab, bekommt niemand einen Punkt. Die Punkte malt ihr als Striche auf das Extrablatt. Spielt so viele Runden, bis jeder zweimal gemalt hat. Dann gewinnt das Team mit den meisten Strichen.
Wenn keiner drauf kommt

Das passiert oft, gerade in den ersten Runden. Keine Sorge, die meisten Kinder werden mit jeder Runde schneller. Jeder Maler darf pro Runde einmal einen Begriff zurück in die Schale legen und einen neuen ziehen. Hilft das nicht, gebt ihr ihm einen Tipp ins Ohr. Bei einem Haus fängt man zum Beispiel mit dem Dach an.
Gelingt sicher
- Groß und schnell malen
- Sagt euren Kindern vor dem Start, dass es um Tempo geht und nicht um ein schönes Bild. Ein großes Bild in der Mitte des Blatts sehen alle am Tisch. Kleine Bilder in der Ecke werden oft übersehen.
- Erst der Umriss, dann die Einzelheiten
- Malt in der ersten Runde einmal selbst vor. Bei einer Katze kommen zuerst Kopf und Körper aufs Blatt, Ohren und Schwanz folgen danach. So zeigt ihr den Kindern, dass das Team früh etwas zum Raten braucht.
- Ein Kind hütet die Sanduhr
- Gebt die Sanduhr einem Kind, das gerade nicht malt. Dann muss der Maler nicht auf die Zeit achten. Ihr habt die Hände frei, und das Kind ruft laut, wenn der Sand durch ist.
Für jedes Alter
- 0–3 · Kleinkind
- Für Kinder unter fünf ist Montagsmaler meist noch zu schwer. Erst ab etwa vier bis fünf Jahren malen viele Kinder Häuser, Bäume und Tiere so, dass andere sie erkennen. Kleine Geschwister raten trotzdem gern im Team der Erwachsenen mit. Zum Malen bekommen sie ein eigenes Blatt und dicke Wachsmalstifte ohne Kappe.
- 4–6 · Kita & Vorschule
- Mit fünf und sechs spielt euer Kind mit Bildkarten oder geflüsterten Begriffen. Zwei Umdrehungen der Sanduhr sind fair. Ein Erwachsener im Team hilft beim Raten, malt aber nicht für das Kind.
- 7–10 · Grundschule
- Sobald euer Kind kurze Wörter selbst liest, zieht es Wortzettel. Eine Minute pro Bild passt jetzt meistens. In der dritten oder vierten Klasse dürfen auch Tätigkeiten wie schwimmen oder schlafen dazukommen.
- ab 11 · Tweens & Teens
- Ältere Kinder malen zusammengesetzte Wörter oder ganze Szenen wie einen Geburtstag. Spannend wird es auch, wenn sie die Bildkarten für die Kleinen malen und die Begriffe aussuchen.
Sicherheitshinweise
- Filzstifte haben Kappen, und Kappen sind Kleinteile. Gebt Kindern unter drei Jahren lieber dicke Wachsmalstifte ohne Kappe.
- Viele Filzstiftkappen haben ein kleines Luftloch. Es soll verhindern, dass ein Kind erstickt, wenn es eine Kappe verschluckt. In den Mund gehört die Kappe trotzdem nicht.
- Hat ein Kind etwas verschluckt und bekommt schlecht Luft, ruft ihr sofort den Notruf 112.
- Für die Pantomime räumt ihr vorher eine freie Fläche ohne Stolperfallen. Stürze sind bei Kindern die häufigste Unfallart.
Varianten
- Variante 1
Pantomime statt Stift
Der Begriff wird vorgespielt statt gemalt. Es gelten dieselben Regeln, also kein Wort und kein Geräusch. Tiere und Tätigkeiten eignen sich besonders, etwa Hase, Zähneputzen oder Schwimmen.
- Variante 2
Kneten statt malen
Jeder bekommt eine Handvoll Knete und formt den Begriff. Kneten dauert länger, deshalb läuft die Sanduhr dreimal. Gute Begriffe sind Schnecke, Schlange, Banane und Schneemann.
- Variante 3
Mit geschlossenen Augen
Für Große wird es mit geschlossenen Augen schwieriger. Der Maler darf erst hinschauen, wenn das Team geraten hat. Die schiefen Bilder bringen meistens alle zum Lachen.
Häufige Fragen
Warum heißt das Spiel Montagsmaler?
Der Name kommt von einer Fernsehshow der ARD, die 1974 startete und anfangs montags lief. Dort malte ein Kandidat, und sein Team riet. Vielleicht kennt ihr die Sendung noch von euren Eltern. Am Küchentisch funktioniert es genauso, nur ohne Bildschirm.
Ab wann können Kinder mitspielen?
Mit Bildkarten oder geflüsterten Begriffen geht es ab etwa 5. In dem Alter malen viele Kinder Dinge schon so, dass andere sie erkennen. Jüngere Geschwister raten bei euch im Team mit.
Was, wenn ein Kind nicht malen will?
Manche Kinder schämen sich für ihre Bilder, das ist normal. Lasst es zuerst nur raten. Oft kommt der Wunsch zu malen nach ein paar Runden von allein. Ihr könnt auch zu zweit an einem Blatt malen, ein Erwachsener und ein Kind.
Wie lang soll die Zeit pro Bild sein?
Eine Minute passt für Schulkinder, für Fünfjährige dürfen es zwei sein. Wenn ihr merkt, dass fast jeder Begriff rechtzeitig erraten wird, verkürzt ihr die Zeit. Ist sie fast immer zu knapp, verlängert ihr sie.
Die Regeln, die Begriffsliste für jedes Alter und die Sicherheitshinweise zum Ausdrucken. Legt das Blatt beim Spielen neben die Schale.
Malen in Hamburg
Wenn euer Kind nach dem Spiel weitermalen will, schaut in den Kalender. Dort stehen offene Malaktionen und Kreativwerkstätten für Familien in Hamburg.
Kreativangebote in Hamburg im Kalender →



