
Ein Floß aus Stöckchen
Auf dem nächsten Spaziergang sammelt ihr Stöckchen. Zu Hause bindet ihr sie zu einem kleinen Floß und testet, ob es schwimmt. Mehr braucht dieser Nachmittag nicht. Am Ende steht ein kleines Boot aus dem Wald auf eurem Tisch, bereit für die Badewanne.
Acht gerade Stöckchen, etwas Schnur und ein Taschenmesser reichen euch für den Bau. Das Binden ist Fingerarbeit und dauert mit euren Kindern etwa eine halbe Stunde. Am Ende schwimmt das Floß, oder es dreht sich im Wasser, auch das gehört dazu.
Diese Anleitung zeigt euch jeden Schritt, vom Sammeln bis zum ersten Test in der Wanne. Dazu kommen die Regeln fürs Sammeln draußen. Die Sicherheit am Wasser darf bei einem schwimmenden Boot nie fehlen.
Das braucht ihr
Das meiste davon findet ihr auf einem einzigen Spaziergang. Nur Schnur und ein Taschenmesser bringt ihr von zu Hause mit.

8 gerade Stöckchen, fingerdick
Sucht sie euch so gleich wie möglich aus, das macht das Binden später leichter. Nehmt nur, was schon am Boden liegt, nicht was noch am Baum wächst.
2 dünnere Stöckchen, quer
Etwa halb so dick wie die anderen, aber genauso lang. Sie kommen später quer über das Deck.
1 dünner Zweig für den Mast
Bleistiftdick und ein Stück länger als die anderen Stöckchen. Ohne Mast wird das Floß ein einfaches Deck, das geht auch.
Naturschnur oder Wollfaden, etwa 2 Meter
Jute oder Baumwollgarn halten gut und sehen am Ende nicht nach Plastik aus. Bindfaden aus der Küchenschublade tut es genauso.
1 großes Blatt als Segel
Ein Ahornblatt mit festem Stiel hält am besten. Im Winter geht auch ein Stück Stoff oder festes Papier, ganz ohne Loch im Zweig.
1 Taschenmesser
Zum Ablängen der Stöckchen. Das Schneiden bleibt bei euch.
So geht's
Schritt 1
Stöckchen sammeln
Kind
Auf eurem nächsten Spaziergang sucht ihr acht bis zehn gerade Stöckchen vom Boden. Sie sollten ungefähr fingerdick sein und etwa gleich lang. Birke und Haselnuss geben oft gerade, feste Stöckchen her.
Nehmt nur, was schon am Boden liegt, und reißt nichts von einem lebenden Ast ab. In kleinen Mengen für den eigenen Bedarf dürft ihr das, in einem Naturschutzgebiet aber nicht. Ganz gerade Stöckchen sind oft schwer zu finden, dann nehmt einfach die geradesten, die ihr seht.
Schritt 2
Zu Hause vergleichen und kürzen
Erwachsene + Kind
Zu Hause legt ihr die Stöckchen nebeneinander und vergleicht die Längen. Was zu lang ist, kürzt ihr mit dem Taschenmesser auf das Maß der anderen, das bleibt bei euch.
Für den Mast braucht ihr einen dünnen Zweig, der ein Stück länger ist als der Rest. Legt ihn zur Seite, bis das Deck fertig gebunden ist.
Schritt 3
Das Deck binden
Erwachsene + Kind
Legt die acht Stöckchen dicht nebeneinander auf den Tisch, alle in dieselbe Richtung. An jedem Ende wickelt ihr die Schnur mehrmals stramm um jedes einzelne Stöckchen und verknotet sie.
Führt ihr die Schnur über Kreuz um die Reihe, hält das auf nassem Holz besser als eine gerade Wicklung. Die Bindung rutscht manchmal, wenn die Stöckchen glatt oder noch feucht sind. Dann zieht ihr einfach fester und wickelt noch einmal.
Schritt 4
Querhölzer, Mast und Segel
Erwachsene + Kind
Die zwei dünneren Stöckchen legt ihr quer über das Deck, je eins nah an jedem Ende. Dann bindet ihr sie an beiden Seiten fest, so verzieht sich das Deck später nicht.
Der Mast steht in der Mitte aufrecht und wird mit ein paar Wicklungen gehalten. Das Blatt schiebt ihr an zwei kleinen Löchern auf den Zweig, dann steht es wie ein Segel. Ohne Mast ist das Floß genauso fertig, nur ohne Segel.
Schritt 5
Das Floß testen
Erwachsene + Kind
Testet das Floß in der Badewanne, einer Wanne im Hof oder einer flachen Pfütze. An einem Bach oder Teich geht das nur mit euch in Reichweite, kleine Kinder bleiben am Wasser nie allein.
Oft kentert das Floß beim ersten Mal oder es dreht sich quer, das ist normal. Meistens hilft etwas mehr Gewicht in der Mitte. Danach lasst ihr es eine Eichel als Ladung tragen oder gegen ein zweites Floß antreten.
Gelingt sicher
- Warum die Kreuzbindung hilft
- Eine gerade Wicklung rutscht leicht, sobald Wasser dazukommt. Führt ihr die Schnur stattdessen über Kreuz um die Reihe, zieht sie sich bei jeder Bewegung selbst fester. Das kostet euch nur ein paar Wicklungen mehr.
- Wenn das Floß kentert
- Keine Sorge, das passiert fast jedem Floß beim ersten Versuch. Meistens liegt es daran, dass eine Seite schwerer ist als die andere. Verschiebt den Mast etwas zur leichteren Seite, dann liegt euer Floß gerader im Wasser.
- Warum manche Flöße tiefer liegen
- Ganz frisches, grünes Holz ist schwerer als trockenes, weil noch viel Wasser darinsteckt. Das merkt ihr manchmal. Ein Floß aus frisch geschnittenen Stöckchen liegt tiefer im Wasser. Stöckchen, die schon ein paar Tage am Boden lagen, schwimmen höher.
- Das Segel ohne Blatt
- Im Winter oder wenn kein passendes Blatt da ist, schneidet ihr ein kleines Dreieck aus festem Stoff oder Papier. Zwei kleine Löcher am Rand reichen, um es auf den Mast zu schieben. So bleibt euer Floß das ganze Jahr über baubar.
Für jedes Alter
- 0–3 · Kleinkind
- Mit knapp drei Jahren ist Tragen und Zuschauen schon viel. Euer Kind sucht Stöckchen und reicht sie euch, das Binden übernehmt ihr. Beim Testen im flachen Wasser bleibt eine Hand immer in der Nähe.
- 4–6 · Kita & Vorschule
- Vierjährige halten die Stöckchen fest, während ihr die Schnur wickelt, und ziehen am Ende selbst daran. Das Zählen bis acht gehört für dieses Alter fast schon zum Spiel dazu.
- 7–10 · Grundschule
- Ab der Grundschule binden eure Kinder die Wicklungen weitgehend selbst, nur beim Zuschneiden helft ihr noch. Ein zweites Floß für ein Wettrennen ist in diesem Alter die naheliegende nächste Idee.
- ab 11 · Tweens & Teens
- Ältere Kinder probieren verschiedene Bindungen aus und messen, wie viel Ladung ihr Floß trägt, bevor es kentert. Auch ein Mast mit zwei Segeln oder ein längeres Deck aus mehr Stöckchen ist für sie ein eigenes Projekt.
Sicherheitshinweise
- Ertrinken geht schnell und oft lautlos, auch in flachem Wasser. Kleine Kinder bleiben deshalb am und im Wasser nie unbeaufsichtigt. Das gilt für die Pfütze genauso wie für den Bach.
- Das Taschenmesser zum Ablängen der Stöckchen bleibt in Erwachsenenhand, auch wenn die Kinder sonst viel selbst machen.
- Sammelt nur kleine Mengen Stöckchen für den eigenen Bedarf und nur, was schon am Boden liegt. In Naturschutzgebieten bleibt alles liegen, wo es ist.
- Nehmt Floß und Schnur nach dem Testen wieder mit nach Hause. Naturfaser verrottet zwar irgendwann, gehört aber trotzdem nicht ins Gewässer.
Varianten
- Variante 1
Wettfahrt in der Rinne
Baut zwei Flöße und lasst sie in einer Regenrinne oder einem schmalen Bachlauf gegeneinander antreten. Ein kleiner Ast quer über dem Wasser markiert Start und Ziel.
- Variante 2
Ladung transportieren
Legt eine Eichel oder einen kleinen Stein auf das Deck. Schaut, wie viel das Floß trägt, bevor es kentert. Das lässt sich gut mit mehreren Flößen vergleichen.
Häufige Fragen
Warum kentert euer Floß immer wieder?
Meistens liegt eine Seite schwerer als die andere, oft wegen des Mastes oder des Segels. Schiebt ihr das zusätzliche Gewicht zur leichteren Seite, liegt das Floß gerader. Ein flaches Deck ohne Mast schwimmt am ruhigsten.
Welches Holz eignet sich am besten?
Trockene, feste Stöckchen vom Boden schwimmen am besten, frisches grünes Holz liegt tiefer. Birke und Haselnuss sind meist gerade und leicht zu finden. Moosiges oder weiches Holz nehmt ihr besser nicht, das zieht sich mit Wasser voll.
Ab welchem Alter können Kinder mitbinden?
Ab etwa vier Jahren halten die meisten Kinder ein Stöckchen fest, während ihr wickelt. So lernen sie die Bewegung mit. Ganz allein binden gelingt eher ab der Grundschule. Das hängt stark vom einzelnen Kind ab, probiert es einfach aus.
Dürft ihr überall Stöckchen sammeln?
In normalen Parks und am Waldrand dürft ihr kleine Mengen für den eigenen Bedarf von Hand sammeln. Das erlaubt die Handstraußregel. In Naturschutzgebieten gilt das nicht, dort bleibt alles liegen.
Wie lange hält das Floß?
Ein paar Tage im Freien schadet ihm nicht, das Blattsegel vertrocknet aber schon nach einem Tag und wird braun. Danach tauscht ihr es einfach gegen ein frisches aus oder lasst den Mast leer.
Die Materialliste, die fünf Schritte zum Binden und die Sicherheitshinweise fürs Wasser. Druckt sie aus und nehmt sie mit an den Tisch.
Weiter raus mit der Familie
Wenn ihr nach dem Floßbau Lust auf mehr Zeit draußen habt, hilft der Kalender weiter. Dort stehen Hamburgs Natur-Aktionen für Familien, von Waldführungen bis zu Spaziergängen am Elbstrand.
Natur-Aktionen für Familien im Kalender →




