
Weckmänner backen zu St. Martin
Zum Martinstag am 11. November gehören Weckmänner, kleine Männchen aus süßem Hefeteig mit Rosinen als Augen und Knöpfe. Je nach Gegend heißen sie auch Stutenkerl oder Hefekerl. Mit Kindern ab drei Jahren könnt ihr sie gut selbst backen. Die Zutaten habt ihr meist schon im Haus: Mehl, Milch, Butter, Zucker, ein Ei, Trockenhefe und Rosinen.
Rechnet mit etwa 40 Minuten Arbeit. Dazu kommen gut eine Stunde, in der der Teig zweimal geht, und 15 bis 20 Minuten im Ofen. Kneten, Rollen formen, Arme und Beine einschneiden, bestreichen und Rosinen eindrücken können eure Kinder selbst machen. Die warme Milch und alles, was mit dem heißen Ofen zu tun hat, bleiben bei euch Erwachsenen.
Das Rezept ergibt 6 Weckmänner. Wenn ihr für die ganze Laternengruppe backt, stellt den Rechner auf die doppelte Menge.
Das braucht ihr
Für 6 Weckmänner. Bei doppelter Menge braucht ihr ein zweites Blech.

500 g Mehl
Weizenmehl Type 405 oder 550.
1 Päckchen Trockenhefe
Kommt direkt unter das Mehl. Statt Trockenhefe geht auch frische Hefe. Nehmt dann je Päckchen einen halben Würfel und löst ihn in der lauwarmen Milch auf.
75 g Zucker
Weißer Zucker für den Teig.
1 Prise Salz
Kommt zusammen mit Zucker und Hefe zum Mehl.
250 ml Milch
Wird mit der Butter angewärmt und muss danach lauwarm sein, nicht heiß.
75 g Butter
Schmilzt in der warmen Milch.
1 Ei
Größe M, für den Teig. Nach dem Aufschlagen wascht ihr euch die Hände. Warum, steht unter „Sicherheit“.
1 Eigelb
Zum Bestreichen. Das Eiweiß braucht ihr für dieses Rezept nicht.
2 EL Milch zum Bestreichen
Wird mit dem Eigelb verquirlt.
1 Handvoll Rosinen
Für Augen und Knöpfe. Beim Weckmann für Kinder unter 3 Jahren lasst ihr sie weg. Warum, steht unter „Sicherheit“.
1 Backblech mit Backpapier
Bei doppelter Menge ein zweites Blech.
1 große Schüssel und 1 Teigkarte
Die Teigkarte ist ein flacher Teigschaber aus Kunststoff. Mit ihr teilen eure Kinder den Teig und schneiden Arme und Beine ein, ganz ohne Messer.
Für den Tisch
Ihr braucht einen kleinen Topf für die Milch und ein sauberes Küchentuch zum Abdecken. Dazu kommen ein Schälchen und ein Backpinsel zum Bestreichen und ein Kuchengitter oder Holzbrett für das heiße Blech.
So geht's
Schritt 1
Teig kneten
Erwachsene + Kind
Ein Erwachsener wärmt die Milch mit der Butter im Topf an, bis die Butter geschmolzen ist. Dann lasst ihr sie abkühlen, bis sie nur noch lauwarm ist. Währenddessen mischt euer Kind in der großen Schüssel Mehl, Trockenhefe, Zucker und Salz.
Gebt das Ei und die lauwarme Milch dazu. Rührt alles erst mit einem Löffel. Dann knetet ihr etwa 5 Minuten mit den Händen, bis der Teig glatt ist. Vom rohen Teig nascht bei euch niemand, und nach dem Kneten waschen alle die Hände.
Schritt 2
Teig gehen lassen
niemand – Geduld
Deckt die Schüssel mit dem Küchentuch ab und stellt sie an einen warmen Platz. Nach 45 bis 60 Minuten ist der Teig deutlich größer geworden, meist etwa doppelt so groß. Wie lange es bei euch genau dauert, hängt an der Wärme im Raum.
Schritt 3
Teig teilen und Rollen formen
Kind
Knetet den Teig kurz durch und teilt ihn mit der Teigkarte in 6 gleich große Stücke, bei doppelter Menge in 12. Eure Kinder rollen jedes Stück auf der Arbeitsfläche zu einer Rolle von etwa 20 cm Länge. Ein Ende bleibt dabei etwas dicker als das andere. Das dicke Ende wird der Kopf, das dünne die Beine.
Schritt 4
Kopf, Arme und Beine formen
Erwachsene + Kind
Am dicken Ende drückt ihr mit der Handkante ein Stück ab, ohne es ganz abzutrennen. So entstehen Kopf und Hals. Das dünne Ende schneidet ihr mit der Teigkarte etwa 5 cm tief der Länge nach ein. Zieht die beiden Beine leicht auseinander. Für die Arme schneidet ihr rechts und links auf Schulterhöhe schräg ein und spreizt die Stücke etwas ab.
Beim ersten Weckmann zeigt ein Erwachsener, wo die Schnitte hingehören. Die fertigen Figuren legt ihr mit etwas Abstand auf das Blech mit Backpapier und drückt sie leicht flach.
Schritt 5
Noch einmal gehen lassen
niemand – Geduld
Deckt die Weckmänner auf dem Blech mit dem Tuch ab und lasst sie noch einmal 15 bis 20 Minuten gehen. Sie werden dabei sichtbar dicker. In der Zeit heizt ihr Erwachsenen den Ofen vor: 180 °C Ober-/Unterhitze oder 160 °C Umluft.
Schritt 6
Bestreichen und Rosinen eindrücken
Kind
Verquirlt Eigelb und Milch in einem Schälchen. Euer Kind bestreicht die Weckmänner mit dem Pinsel und drückt dann Rosinen als Augen und Knöpfe in den Teig. Nach dem Bestreichen mit rohem Eigelb wascht ihr euch alle die Hände.
Kleinkinder bis 3 Jahre verschlucken sich leicht an kleinen, harten Lebensmitteln wie Rosinen. Bei ihnen drückt einer von euch Erwachsenen die Rosinen ein, und das Schälchen bleibt außer Reichweite. Der eigene Weckmann der Kleinen bekommt statt Rosinen zwei kleine Mulden als Augen.
Schritt 7
Weckmänner backen
Erwachsene
Ein Erwachsener schiebt das Blech auf mittlerer Schiene in den vorgeheizten Ofen. Nach 15 bis 20 Minuten sind die Weckmänner goldbraun und fertig. Sind eure Figuren größer, brauchen sie etwas länger. Geht deshalb lieber nach der Farbe als nach der Uhr.
Beim Öffnen der Ofentür und beim Herausholen bleiben eure Kinder auf Abstand. Das Blech kommt auf ein Kuchengitter oder ein Holzbrett.
Schritt 8
Abkühlen lassen
niemand – Geduld
Lasst die Weckmänner abkühlen, bevor jemand zugreift. Das heiße Blech fasst nur einer von euch Erwachsenen an. Wenn die Figuren nur noch lauwarm sind, sucht sich jedes Kind seinen eigenen aus.
Gelingt sicher
- Milch nur lauwarm
- Hefe verträgt keine Hitze. Ist die Milch zu heiß, leidet die Hefe, und der Teig geht schlecht auf. Lasst sie lieber einen Moment länger abkühlen, bis sie sich an eurem Finger nur noch angenehm warm anfühlt.
- Abgedeckt und warm
- Hefeteig geht am besten zugedeckt an einem warmen Platz. Ob er so weit ist, seht ihr am Teig selbst und nicht an der Uhr. Er soll deutlich größer geworden sein.
- Teigkarte statt Messer
- Arme und Beine lassen sich mit einer Teigkarte einschneiden. Sie ist nicht scharf, und eure Kinder setzen die Schnitte selbst. Ein Messer braucht ihr für dieses Rezept nicht.
Für jedes Alter
- 0–3 · Kleinkind
- Mit drei Jahren schütten eure Kinder Mehl in die Schüssel, kneten Teig, formen Kugeln und Rollen und bestreichen. Kopf abdrücken und einschneiden übernehmt ihr oder größere Geschwister. Rosinen drückt ein Erwachsener ein, und der eigene Weckmann bekommt Mulden statt Rosinenaugen. Vom rohen Teig wird nicht genascht.
- 4–6 · Kita & Vorschule
- Vier- bis Sechsjährige kneten, teilen den Teig mit der Teigkarte und rollen ihre Männchen selbst. Beim Einschneiden von Armen und Beinen helft ihr beim ersten Mal. Bestreichen und Rosinen eindrücken machen die Kinder ganz allein. Sie entscheiden auch, wie viele Knöpfe ein Weckmann braucht.
- 7–10 · Grundschule
- Grundschulkinder wiegen Mehl, Zucker und Butter selbst ab und messen die Milch. Wenn sie mögen, wiegen sie auch die Teigstücke, damit alle Weckmänner gleich groß werden. Milch anwärmen und den Ofen bedienen bleiben bei euch Erwachsenen.
- ab 11 · Tweens & Teens
- Ab elf können eure Kinder das Rezept allein backen, mit einem Erwachsenen in Rufweite am Herd und am Ofen. Wenn sie weitergehen wollen, backen sie die doppelte Menge für die Laternengruppe oder setzen den Teig am Vorabend an.
Sicherheitshinweise
- Rohen Teig nicht naschen, kleine Kinder erst recht nicht. Über rohe Eier können Salmonellen in den Teig gelangen, über Mehl krankmachende E.-coli-Bakterien. Erst das Durchbacken tötet sie sicher ab.
- Nach dem Aufschlagen des Eis, nach dem Kneten und nach dem Bestreichen mit rohem Eigelb Hände gründlich mit Wasser und Seife waschen, ebenso Schüssel, Pinsel und Arbeitsfläche reinigen.
- Ofen und Blech sind Erwachsenensache. Der Backofen gehört zu den typischen Quellen für Verbrennungen bei Kindern in der Küche; Fachstellen raten, Kinder etwa bis zum achten Lebensjahr vom heißen Ofen fernzuhalten.
- Rosinen sind für Kinder bis 3 Jahre ein Verschluckrisiko: Kleine, harte Lebensmittel wie Rosinen werden von Kleinkindern schnell verschluckt. Für sie den Weckmann ohne Rosinen backen und das Rosinenschälchen außer Reichweite stellen.
- Keine Nüsse und keine Mandeln als Knöpfe. Geraten sie in die Atemwege, können sie für Kinder unter 4 Jahren lebensbedrohlich werden. Dieses Rezept kommt deshalb ganz ohne aus.
Varianten
- Variante 1
Mit Ausstecher
Rollt den Teig etwa fingerdick aus und stecht ihn mit einem großen Ausstecher in Männchenform aus. Eure Figuren werden so gleich groß, und das Einschneiden fällt weg.
- Variante 2
Teig am Vorabend
Knetet den Teig am Abend und lasst ihn abgedeckt über Nacht im Kühlschrank gehen. Am nächsten Tag macht ihr mit dem Teilen und Formen weiter.
- Variante 3
Gesicht ohne Rosinen
Drückt Augen und Knöpfe als kleine Mulden mit dem Stiel eines Kochlöffels ein. So bekommt auch der Weckmann für eure Jüngsten ein Gesicht.
Häufige Fragen
Weckmann oder Stutenkerl – was stimmt?
Beides stimmt. Je nach Gegend kennt ihr dasselbe Gebäck als Weckmann, Stutenkerl oder Hefekerl. „Stuten“ ist ein regionales Wort für süßen Hefeteig, der „Kerl“ ist das Männchen daraus.
Warum hat der Weckmann beim Bäcker eine Pfeife?
Viele Weckmänner aus der Bäckerei halten eine kleine Tonpfeife. Überliefert ist, dass die Figur einmal einen Bischof darstellte. Die Pfeife trat an die Stelle seines Bischofsstabs. Bei euch zu Hause geht es gut ohne. Dieses Rezept kommt ohne Pfeife aus.
Kann ich frische Hefe nehmen?
Ja. Ein halber Würfel frische Hefe ersetzt ein Päckchen Trockenhefe. Löst die frische Hefe in der lauwarmen Milch auf, bevor ihr sie zum Mehl gebt.
Geht auch die doppelte Menge?
Ja. Der Rechner oben stellt alle Zutaten um, Ei und Eigelb bleiben dabei ganze Stücke. Ihr braucht dann zwei Bleche. Mit Umluft bei 160 °C können beide gleichzeitig in den Ofen. Mit Ober-/Unterhitze backt ihr sie nacheinander, weil dort nur ein Blech in der Mitte richtig backt.
Ab welchem Alter können Kinder mitbacken?
Mithelfen geht ab etwa drei Jahren, mit einem Erwachsenen daneben. Rosinen bleiben bei Kindern bis 3 Jahre weg, und der heiße Ofen bleibt bei euch Erwachsenen. Fachstellen raten, Kinder etwa bis zum achten Lebensjahr vom Ofen fernzuhalten.
Die Zutaten für 6 Weckmänner, alle acht Schritte mit Gehzeiten, Temperatur und Backzeit und die Sicherheitshinweise – zum Ausdrucken für die Küche.
Erst der Weckmann, dann die Laterne
Rund um den Martinstag am 11. November stehen die Laternenumzüge in Hamburg im Kalender – von der Kita um die Ecke bis zum Umzug im Park.
Laternenumzüge in Hamburg im Kalender →


