
Die Wohnzimmer-Olympiade
Bei der Wohnzimmer-Olympiade tretet ihr in drei Disziplinen an. Es gibt einen Löffellauf mit einer Kartoffel, ein Wettpusten mit Watte über den Tisch und einen Diskuswurf mit Papptellern. Das geht ab 3 Jahren und dauert mit dem Basteln etwa eine Stunde. Zum Schluss feiert ihr eine Siegerehrung mit Medaillen aus Pappe.
Gewertet wird anders als bei einem Wettrennen. Jedes Kind tritt gegen seinen eigenen ersten Versuch an. Schafft es danach mehr, hat es einen eigenen Rekord. So sammelt die Dreijährige genauso viele Rekorde wie ihr großer Bruder. Auch ihr Erwachsenen spielt mit und jagt eure eigenen Marken.
Kissen-Trittsteine, Sockenwürfe und Weitsprung kommen hier mit Absicht nicht vor. Die findet ihr im Hindernis-Parcours und in den vier Bewegungsspielen für Regentage. Für die Olympiade braucht ihr nur eine freie Laufstrecke, den Esstisch und ein Sofakissen.
Das braucht ihr
Für drei bis sechs Mitspieler reicht diese Liste. Das meiste habt ihr in Küche und Bastelkiste.

1 kleine Kartoffel
Für den Löffellauf. Eine Mandarine geht auch. Rohe Eier lasst ihr in der Wohnung lieber im Kühlschrank.
1 Esslöffel oder Holzlöffel je Läufer
Je tiefer die Mulde, desto leichter bleibt die Kartoffel liegen. Für Dreijährige darf es eine Suppenkelle sein.
1 Pappteller je Mitspieler
Er wird zum Diskus. Jedes Kind malt den Rand seines Tellers in einer eigenen Farbe an.
1 Wattebausch je Mitspieler
Runde Wattebäusche aus dem Bad, keine flachen Abschminkpads.
1 Strohhalm aus Papier je Mitspieler
Zum Pusten. Jedes Kind bekommt seinen eigenen.
Kreppband
Für die Startlinie und die Marken beim Diskus. Mit einem Stift schreibt ihr Namen auf die Streifen.
Feste Pappe, zum Beispiel ein alter Karton
Für die Medaillen. Dazu eine Tasse als Schablone, eine Schere, einen Locher und gelbe Wachsmalstifte.
Band oder Wollfaden, etwa 80 cm je Medaille
So lang, dass die Medaille über den Kopf passt. Geschenkband aus der Weihnachtskiste reicht.
1 Sofakissen
Das Siegerpodest. Es liegt bei der Siegerehrung auf dem Teppich.
So geht's
Vor dem Start

Räumt zuerst eine Laufstrecke frei, am besten im Flur oder quer durchs Wohnzimmer. Spielzeug, Kabel und Stolperkanten kommen weg, Glas und Lampen aus der Wurfrichtung. Auf glatten Böden lauft ihr barfuß oder in Stoppersocken. Wenn unter euch jemand wohnt, legt ihr die Strecke über den Teppich. Er dämpft den Trittschall.
Medaillen basteln

Die Medaillen bastelt ihr vor dem ersten Wettkampf. Stellt eine Tasse auf die Pappe und zieht den Rand mit dem Stift nach. Ihr schneidet die Kreise aus, die Kinder malen sie mit Gelb golden an. Oben stanzt ihr ein Loch und knotet das Band hindurch. Die Rückseite bleibt frei für die Rekord-Sterne.
So wird gewertet

Jedes Kind hat in jeder Disziplin drei Versuche. Der erste Versuch ist seine Marke. Ist der zweite oder dritte besser, hat es einen eigenen Rekord und bekommt einen Stern. Den malt ihr nach der Disziplin auf die Rückseite seiner Medaille. Verglichen wird nie mit den anderen. Deshalb kann eure Dreijährige genauso viele Sterne sammeln wie ihr selbst.
Disziplin 1
Kartoffel-Löffellauf

Klebt eine Startlinie aus Kreppband auf den Boden und stellt am Ende der Strecke einen Stuhl auf. Euer Kind läuft mit der Kartoffel auf dem Löffel um den Stuhl und zurück. Die andere Hand bleibt auf dem Rücken. Fällt die Kartoffel herunter, bleibt es stehen, legt sie wieder auf und läuft weiter. Gemessen wird die Zeit. Dafür zählt ihr alle zusammen laut mit. Der Löffel bleibt dabei immer in der Hand und kommt nie in den Mund.
Disziplin 2
Watte-Pusten

Gespielt wird am Esstisch. Klebt einen Streifen Kreppband als Startlinie an die eine Tischkante, das Ziel ist die gegenüberliegende Kante. Euer Kind legt den Wattebausch an die Linie und pustet ihn durch den Strohhalm über den Tisch. Ihr zählt die Puster, und je weniger es braucht, desto besser. Fällt die Watte an der Seite herunter, beginnt der Versuch von vorn. Gepustet wird nur, angesaugt wird nie.
Disziplin 3
Pappteller-Diskus

Für den Diskus braucht ihr wieder die freie Strecke. Jedes Kind wirft seinen Teller von der Kreppbandlinie aus, flach wie ein Frisbee. Wo der erste Wurf landet, klebt ihr einen kurzen Streifen mit seinem Namen auf den Boden. Fliegt ein späterer Wurf weiter, wandert der Streifen mit. Werft nur in eine Richtung, in der niemand steht.
Die Siegerehrung

Zum Schluss legt ihr das Sofakissen als Podest auf den Teppich. Jedes Kind steigt nacheinander hinauf, und ihr hängt ihm seine Medaille um. Dann zählt ihr laut seine Sterne, und alle klatschen. Eine Medaille bekommt jedes Kind, auch ohne Stern. Nach der Siegerehrung kommen die Medaillen vom Hals an die Kinderzimmertür.
Wenn kein Rekord gelingt

Manchmal schafft ein Kind in einer Disziplin keinen Rekord und ist enttäuscht. Das ist normal und vergeht meistens bis zur nächsten Disziplin. Gebt ihm dann einen vierten Versuch oder lasst es aussuchen, was als Nächstes kommt. Oft hilft es auch, wenn ihr selbst laut über einen verpatzten Wurf lacht.
Gelingt sicher
- Eine Proberunde ohne Wertung
- Lasst jede Disziplin einmal zur Probe laufen, bevor ihr zählt. Dann wissen eure Kinder, wie der Löffel in der Hand liegt und wie ein Teller fliegt. Erst danach beginnt der erste richtige Versuch.
- Ein Kind als Schiedsrichter
- Gebt dem Kind, das gerade nicht dran ist, eine Aufgabe. Es zählt die Puster mit oder klebt die Kreppbandstreifen. So wartet keiner untätig, und ihr habt die Hände frei.
- Das Pusten in die Mitte
- Nach dem Löffellauf sind Kinder oft aufgedreht. Legt das Watte-Pusten am Tisch dazwischen, dann kommen alle kurz zur Ruhe. Für den Diskus habt ihr danach wieder Kraft.
Für jedes Alter
- 0–3 · Kleinkind
- Dreijährige laufen mit einer Suppenkelle und dürfen die Kartoffel mit der freien Hand festhalten, wenn sie ständig herunterfällt. Beim Pusten nehmen sie keinen Strohhalm. Watte ist ein Kleinteil, ein Erwachsener bleibt also direkt daneben.
- 4–6 · Kita & Vorschule
- Mit vier bis sechs passen alle drei Disziplinen, wie sie oben stehen. Ein Esslöffel ist schon schwer genug. Die Puster zählen die Kinder gern selbst mit.
- 7–10 · Grundschule
- Schulkinder nehmen einen Teelöffel für den Löffellauf oder laufen zwei Runden. Den Diskus werfen sie mit der schwächeren Hand. Spannend wird es, wenn sie eine vierte Disziplin selbst erfinden.
Sicherheitshinweise
- Freie Strecke, fester Stand. Stürze sind die häufigste Unfallart bei Kindern. Räumt Stolperfallen weg und lauft auf glatten Böden barfuß oder in Stoppersocken.
- Nichts im Mund beim Laufen. Stürzt ein Kind mit einem harten Gegenstand im Mund, kann es sich den Gaumen verletzen. Der Löffel bleibt in der Hand, der Strohhalm am Tisch.
- Watte nur zum Pusten. Für Kinder unter drei bis vier Jahren kann alles zur Erstickungsgefahr werden, was in den Mund passt. Bleibt beim Pusten daneben und sammelt die Watte danach ein.
- Medaillen nur zur Siegerehrung um den Hals. Bänder und Schnüre können sich beim Toben verfangen und den Hals zuschnüren. Danach hängen die Medaillen an der Tür.
- Geworfen werden nur Pappteller, und nur in eine Richtung, in der niemand steht. Glas und Lampen kommen vorher aus der Wurfbahn.
- Hat ein Kind etwas verschluckt und bekommt schlecht Luft, ruft ihr sofort den Notruf 112.
Varianten
- Variante 1
Strohhalm-Speer
Ein fester Strohhalm wird zum Speer. Geworfen wird in Schüsseln, die verschieden weit entfernt stehen. Vor dem Wurf sagt jedes Kind, welche Schüssel es treffen will.
- Variante 2
Löffel-Staffel für Geschwister
Beim Löffellauf übergibt ein Kind die Kartoffel an der Startlinie an das nächste. Gezählt wird die Zeit der ganzen Familie. Beim nächsten Mal versucht ihr gemeinsam, sie zu schlagen.
- Variante 3
Eine Disziplin von den Kindern
Die Kinder denken sich eine vierte Disziplin aus, zum Beispiel Wäscheklammern auf Zeit einsammeln. Wertung und Sterne bleiben gleich.
Häufige Fragen
Ab welchem Alter geht die Olympiade?
Ab etwa 3 Jahren. Den Pappteller-Diskus und Pustespiele mit Watte gibt es schon für Kinder in dem Alter. Bei den Jüngsten bleibt ihr beim Pusten direkt daneben, weil Watte ein Kleinteil ist.
Warum gibt es keine Plätze 1, 2 und 3?
Bei Plätzen gewinnt fast immer das älteste Kind. Bis ins Schulalter fällt vielen Kindern das Verlieren noch schwer. Mit Rekorden gegen sich selbst habt ihr am Ende lauter Sieger, und angestrengt hat sich trotzdem jeder.
Geht das auch mit nur einem Kind?
Ja, gerade dann. Euer Kind braucht keinen Gegner, es spielt gegen seine eigene Marke. Spielt ihr mit, bekommt ihr eure eigene Medaille.
Geht auch ein rohes Ei?
Draußen auf dem Rasen schon, in der Wohnung lieber nicht. Ein Ei auf dem Teppich macht mehr Arbeit als die ganze Runde. Mit einer Kartoffel oder Mandarine dürft ihr so oft danebengreifen, wie ihr wollt.
Die drei Disziplinen, die Wertung und die Sicherheitshinweise zum Ausdrucken. Hängt das Blatt neben die Startlinie.
Und wenn es draußen weitergehen soll?
Im Kalender stehen Veranstaltungen für Familien in Hamburg – nach Tag, Alter und Stadtteil sortiert. Vieles davon passt zu dem, was gerade auf dem Basteltisch liegt.
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