Der Sommer ist noch nicht vorbei, das Wasser ist warm, und ihr wollt raus. Sieben Badeseen rund um Hamburg mit flachem Ufer, an denen auch kleine Kinder sicher planschen — mit ehrlicher Einschätzung zu Aufsicht, Sandstrand und Anfahrt.
Es gibt diesen einen Spätsommer-Nachmittag, an dem alles passt: Die großen Ferien-Menschenmassen sind weg, das Seewasser hat noch die Wärme vom Hochsommer, und die Kinder haben genug vom Spielplatz. Dann ist ein See mit flachem Ufer genau das Richtige — kein Eintritt, kein Beckenrand, einfach ins Wasser waten und buddeln.
Rund um Hamburg gibt es dafür mehr Auswahl, als man denkt. Wir haben sieben Seen rausgesucht, an denen das Ufer flach abfällt und Kinder nicht sofort den Boden unter den Füßen verlieren. Manche werden von der DLRG bewacht, andere nicht — und genau das solltet ihr wissen, bevor ihr die Badesachen packt. Wer lieber im eigenen Viertel bleibt und nur eine schnelle Abkühlung sucht, ist mit unseren Wasserspielplätzen in Hamburg besser beraten — hier geht es ums richtige Baden im See.
Orte
Die sieben Badeseen auf der Karte
Fünf der sieben Seen liegen im Osten der Stadt, einer mitten in Winterhude, einer im Stormarner Umland — so seht ihr auf einen Blick, welcher von euch aus am nächsten liegt.
1Öjendorfer SeeBillstedt
Öjendorfer Park
DLRG-bewacht im Sommer, Nichtschwimmerbereich mit Sandufer, Park mit Spielplatz drumherum.
Link öffnenIn Maps öffnen2Allermöher See (Nordspitze)Bergedorf
Nordspitze
Kleiner Badeplatz an der Nordspitze mit Sandstrand, Nichtschwimmerbereich und Spielplatz.
Link öffnenIn Maps öffnen3Hohendeicher SeeBergedorf
Oortkatener See, Vier- und Marschlande
Groß und weitläufig, Sandstrände an beiden Enden. Keine Aufsicht, auch Surfer und Segler unterwegs.
Link öffnenIn Maps öffnen4Boberger SeeBillwerder
Boberger Niederung
Kleiner Sandstrand direkt neben der einzigen Binnendüne der Stadt. Keine Aufsicht.
Link öffnenIn Maps öffnen5Naturbad StadtparkseeWinterhude
Stadtpark
Badeaufsicht, Sandstrand, Rutsche und Sprungtürme — der See ohne Anfahrt raus aus der Stadt.
Link öffnenIn Maps öffnen6See hinterm HornBergedorf
Allermöher Deich
Ruhiger als die großen Seen, Sandstrand und abgetrennter Nichtschwimmerbereich. Keine Aufsicht.
Link öffnenIn Maps öffnen7Bredenbeker TeichKreis Stormarn
Bredenbek
Natursee im Grünen, Wiese statt Sandstrand. Der ruhigste der sieben.
Link öffnenIn Maps öffnen
Öjendorfer See: der große Familiensee mit Aufsicht
Der Öjendorfer See in Billstedt ist unser Allrounder für Familien mit kleinen Kindern. Er hat im Süden einen abgetrennten Nichtschwimmerbereich mit flachem Sandufer, und — das ist selten — er wird im Sommer von der DLRG bewacht. Drumherum liegt der weitläufige Öjendorfer Park mit Spielplatz, Minigolf und im Sommer sogar Ponyreiten. Ein Tag hier füllt sich von allein: baden, buddeln, Eis, Klettern, wieder baden.
Aufsicht: DLRG im Sommer. Schatten: Am Ufer wenig, im Park drumherum genug alte Bäume.
Anfahrt: U2/U4 bis Billstedt, dann Bus bis Öjendorfer Park. Mit dem Rad über den Öjendorfer Weg gut erreichbar.
Allermöher See: flacher Sandstrand mit Rettungsschwimmern
Die Nordspitze des Allermöher Sees in Bergedorf ist ein kleiner, überschaubarer Badeplatz mit Sandstrand, abgetrenntem Nichtschwimmerbereich und Spielplatz. In den Sommerferien ist hier täglich Rettungsschwimmer-Aufsicht, außerhalb an den Wochenenden — meist am Nachmittag. Für einen entspannten Nachmittag mit Kita-Kindern ist das genau die richtige Größe: Man verliert niemanden aus dem Blick.
Aufsicht: DLRG am Nachmittag (Ferien täglich, sonst Wochenende). Schatten: Mittel, ein paar Bäume am Rand.
Anfahrt: S2/S21 bis Allermöhe, dann mit dem Rad oder zu Fuß zur Nordspitze.
Hohendeicher See: Weite für den ganzen Tag
Der Hohendeicher See, den viele als Oortkatener See kennen, liegt in den Vier- und Marschlanden und ist groß genug, dass sich die Menschen verlaufen. An beiden Enden gibt es Sandstrände mit flach abfallendem Ufer. Weil hier auch Surfer und Segler unterwegs sind, achtet man am besten darauf, mit den Kindern im ausgewiesenen Badebereich zu bleiben. Bewacht wird der See nicht — Eltern bleiben also Rettungsschwimmer in Personalunion.
Aufsicht: Keine. Schatten: Wenig, der See liegt offen — Sonnensegel lohnt sich.
Anfahrt: Am besten mit dem Rad durch die Marschlande; mit dem HVV umständlicher (Bus ab Bergedorf).
Boberger See: baden zwischen Dünen
Der Boberger See am Rand der Boberger Niederung ist kein reiner Badesee, sondern ein Naturerlebnis mit Wasser. Der Sandstrand ist klein, das Ufer flach, und gleich daneben beginnt die einzige Binnendüne der Stadt. Man kann den Nachmittag also aufteilen: erst durch die Dünen wandern und Sandberge runterkugeln, dann ins Wasser. Für Kinder, die nicht nur stillsitzen und planschen wollen, ist das die abwechslungsreichste Adresse.
Aufsicht: Keine. Schatten: Am See wenig, in der Niederung schattige Wege.
Anfahrt: S2/S21 bis Nettelnburg oder Mittlerer Landweg, dann Fußweg oder Rad.
Willi sagt: An einem unbewachten See ist das wichtigste Ausrüstungsstück kein Schwimmflügel, sondern ein Elternteil, das nicht aufs Handy schaut.
Naturbad Stadtparksee: baden ohne die Stadt zu verlassen
Wenn die Anfahrt raus aus der Stadt zu weit ist, bleibt das Naturbad Stadtparksee in Winterhude. Es hat einen Sandstrand, flaches Wasser und für die Größeren eine Rutsche und Sprungtürme. Das ist der große Unterschied zum bekannten Kletterschiff-Wasserbecken am Stadtpark-Spielplatz: Hier wird richtig geschwommen. An heißen Wochenenden wird es voll, wer Platz will, kommt früh.
Aufsicht: Ja, Badeaufsicht im Naturbad. Schatten: Mittel, Liegewiese mit Bäumen.
Anfahrt: U3 bis Saarlandstraße, fünf Minuten zu Fuß.
See hinterm Horn: der ruhige Geheimtipp
Der See hinterm Horn in Bergedorf ist der See für alle, die den Trubel scheuen. Sandstrand, abgetrennter Nichtschwimmerbereich, viel Wiese — und deutlich weniger Andrang als an den großen Seen. Für Familien mit sehr kleinen Kindern, die Ruhe brauchen, ist das oft die angenehmere Wahl. Auch hier gilt: keine Aufsicht, Augen auf.
Aufsicht: Keine. Schatten: Gut, Bäume rund um die Liegewiese.
Anfahrt: S2/S21 bis Bergedorf, dann Bus oder Rad.
Bredenbeker Teich: raus ins Umland
Wer bereit ist, ein Stück rauszufahren, findet in Bredenbek bei Ammersbek den Bredenbeker Teich — ein kleiner Natursee im Grünen mit ruhigem, flachem Ufer und guter Wasserqualität. Kein Sandstrand-Trubel, sondern Wiese, Wald und Stille. Für den entschleunigten Familientag, an dem es mehr ums Draußensein als ums Bespaßtwerden geht, ist der Weg ins Stormarner Umland genau richtig.
Aufsicht: Keine. Schatten: Gut, viel Baumbestand.
Anfahrt: Mit dem Auto am einfachsten; mit dem HVV über Ahrensburg oder Volksdorf und Bus.
Bevor ihr ins Wasser geht: drei ehrliche Hinweise
Baden im See ist schöner als jedes Freibad — aber es hat seine Regeln. Erstens: Nur wenige Seen sind bewacht. An unbewachten Seen ist ein Erwachsener pro Kind im Wasser die einzige Sicherheit, die zählt. Zweitens: Im Hochsommer können einzelne Seen Blaualgen bekommen; dann wird vom Baden abgeraten. Ein kurzer Blick auf die Badegewässer-Karte der Stadt Hamburg vor der Fahrt spart Enttäuschung — dort steht tagesaktuell, wo die Wasserqualität stimmt. Drittens: Die meisten Seeufer bieten wenig Schatten. Sonnensegel, Hut und Nachcremen sind Pflicht, gerade bei den Kleinen.
Und wenn das Wetter doch nicht mitspielt: In Willis Monatshighlights für den August findet ihr die konkreten Termine des Monats — drinnen wie draußen. Der Sommer hat noch ein paar Wochenenden. Packt die Badesachen, solange das Wasser warm ist.






















