Ein Wochenende mit zwei Kindern in Hamburg ist schnell teurer als gedacht. Diese Liste ist unsere Antwort: zehn Aktivitäten ohne Ticket, ohne Reservierung, ohne kleines Vermögen.
Wenn jemand fragt, was das Beste an Hamburg ist, kommen wir oft auf die gleiche Antwort: die Stadt ist großzügig mit ihrem Freiraum. Parks, Strände, Spielplätze, Wälder — vieles, wofür anderswo Eintritt verlangt wird, gehört hier zur Stadtmöblierung. Diese zehn Adressen sind unsere bewährte Notliste für Sonntage, an denen das Portemonnaie nichts sagen darf.
Wildgehege Klövensteen — der freie Mini-Zoo im Westen
Im Forst Klövensteen zwischen Rissen und Schenefeld lebt das Wildgehege. Damwild, Rehe, Mufflons, Wildschweine, Füchse — kostenlos zu sehen, mit langen Wegen zwischen den Gehegen. Eichel- und Kastanientonnen am Eingang nehmen das Sammelgut aus dem Wald an, das im Winter ans Wild verfüttert wird. Ein Spielplatz und der angrenzende Forst machen daraus einen vollen Vormittag. S-Bahn bis Rissen, dann 15 Minuten Fußweg.
Niendorfer Gehege — Wald mit Reitwegen und Krokodil
Das Niendorfer Gehege ist 150 Hektar Wald mitten in der Stadt. Im Sommer fühlen sich die Hauptwege wie ein Volksfest an, sobald man in die Nebenpfade abbiegt, ist es ruhig. Drei gute Spielplätze, ein kleines Wildgehege mit Damwild, und im Norden der „Krokodilspielplatz", auf den unsere Vierjährige nur „das Krokodil" sagt. Bus 5 ab Hauptbahnhof bis Niendorf Markt.
Plaza der Elbphilharmonie — der billigste Ausblick der Stadt
Die Plaza der Elbphilharmonie liegt 37 Meter über dem Hafen und ist täglich von 10 bis 24 Uhr zugänglich. Seit einer Weile wird ein Buchungsentgelt von 3 Euro fällig (Restkarten vor Ort sind kostenlos, wenn man Glück hat). Die Auffahrt mit der gebogenen Rolltreppe „Tube" ist allein schon der Trip. Vom Hauptbahnhof zwölf Minuten mit der U3 bis Baumwall, dann sechs Minuten Fußweg.
Elbstrand Övelgönne — Sand, Schiffe, Pommes
Der Elbstrand zwischen Neumühlen und Teufelsbrück hat das, was Stadtfamilien meistens fehlt: einen breiten Strand mit Wasser, an dem Containerschiffe vorbeirauschen. Sand, Steine, Treibholz, Schaufeln-Stand-by im Auto. Über Bus 112 bis „Neumühlen / Övelgönne" oder mit der Hafenfähre 62 ab Landungsbrücken — die Fahrt selbst ist schon Teil des Programms (mit HVV-Ticket inklusive).
Wallanlagen in Planten un Blomen
Die Wallanlagen in Planten un Blomen sind klassisches Hamburger Familienprogramm — und kostenlos. Wasserspielplatz, Rutsche, Riesentrampolin, im Sommer die Wasserlichtkonzerte um 22 Uhr (sehr viel später, als man denkt, aber sehenswert). Plant einen Picknickkorb ein, das macht den Tag erst rund. Eingang Stephansplatz, Dammtor oder St. Pauli.
Willi sagt: Manchmal ist das beste Hamburg-Wochenende ein Picknick im Park und eine Hafenfähre. Mehr braucht es nicht.
Kinderbauernhof Kirchdorf — Streicheln statt Ticket
Auf dem Kinderbauernhof Kirchdorf in Wilhelmsburg leben Ponys, Ziegen, Schafe, Gänse, Schweine, Hühner. Streicheln und Füttern sind ausdrücklich erlaubt. Eintritt frei, Spenden gern gesehen. Adresse: Kirchdorfer Straße 168, 21109 Hamburg. Sozialpädagogisch geführt, daher andere Öffnungszeiten als ein klassischer Bauernhof — vor der Anfahrt anrufen oder den aktuellen Plan über die Stadtteilseite prüfen.
Wilhelmsburger Inselpark — fünf Spielplätze auf einem Areal
Im Wilhelmsburger Inselpark liegen fünf Spielplätze nebeneinander, jeder mit eigenem Thema: Wasser, Klettern, Rollen, Sand, Aussicht. Dazu BMX- und Skatestrecke, ein Aqua-Soccer-Feld und Hamburgs größte Skateanlage. Der Park ist riesig — Buggy oder Laufrad einpacken. S3 oder S31 bis Wilhelmsburg, von dort sieben Minuten.
Stadtpark Winterhude — Hamburgs Wohnzimmer
Der Stadtpark ist 148 Hektar groß, und alles, was Familien brauchen, ist drin: drei große Spielplätze (Waldspielplatz im Norden, Wasserspielplatz am Stadtparksee, Goldbekplatz im Süden), Liegewiesen, Planschbecken, das Planetarium als Backup für Regen. Im Sommer rollen Fahrradverleihe direkt am Eingang an. U3 bis Borgweg, dann zwei Minuten zu Fuß.
Loki-Schmidt-Garten — Botanik, die Kinder mögen
Der Botanische Garten Loki Schmidt in Klein Flottbek ist kostenfrei. Bauerngarten, Apothekergarten, Bambushain, kleine Teiche. Für Kinder unter sieben ist es eher entspannt als spannend — aber genau das ist manchmal das Programm. Direkt nebenan liegt der Wesselhoeftpark mit gutem Spielplatz, falls Botanik nicht reicht. S-Bahn S1 bis Klein Flottbek.
Bauspielplätze — Hamburgs bestes Familien-Geheimnis
Bauspielplätze sind städtisch betreute Areale mit Werkstatt, Tieren, Werkzeug, manchmal Trampolin und Kletterbau. Sie sind gratis und meistens nachmittags geöffnet. Die bekanntesten: Bauspielplatz Falkenried (Hoheluft), Bauspielplatz Sternschanze, Bauspielplatz Wegenkamp (Eidelstedt). Kinder ab fünf zimmern dort eigene Hütten, kümmern sich um Hühner, töpfern. Ein einziger Nachmittag dort, und unsere Kinder reden noch eine Woche davon.
Fazit
Hamburg ist eine teure Stadt, aber nicht für Familien, die ihre Aufmerksamkeit auf Parks, Wälder und Wasser legen. Wer es als Übung versteht, einmal pro Monat einen Sonntag ohne Ticket zu bauen, lernt seine Stadt ganz neu kennen. Unsere Faustregel: ein Picknickkorb, ein HVV-Ticket, eine Adresse aus dieser Liste — fertig.























