Hamburg hat 780 öffentliche Spielplätze. Diese Liste ist nicht „die besten" — sie ist „die, für die wir tatsächlich quer durch die Stadt fahren". Eine kleine, ehrliche Auswahl nach Stadtteilen.
Spielplätze sind das stille Familieninfrastrukturprogramm dieser Stadt. Jeden Stadtteil erkennt man auch daran, was die Bezirke gebaut haben — ein Piratenschiff, ein Dinosaurier, ein Wasserspielwerk. Diese sieben Plätze haben uns überzeugt: weil sie eine Idee haben, weil sie groß genug für zwei Stunden sind, und weil sie sich gemerkt haben, dass Kinder nicht nur klettern, sondern auch laufen, balancieren, verstecken und sich nass machen wollen.
Spielplatz Schemmannstraße — die Ritterburg in Volksdorf
In Volksdorf, am Übergang zum Volksdorfer Wald, liegt der Spielplatz Schemmannstraße. Das Wahrzeichen ist eine begehbare Ritterburg aus Holz mit Türmen, Brücken und Schießscharten. Daneben eine Seilbahn, eine lange Rutsche, Schaukeln, Kletternetze. Großzügige Sandfläche für die Kleinen. Hinterher bietet sich ein kurzer Abstecher ins Museumsdorf Volksdorf an — kostenfrei, mit Tieren. U1 bis Volksdorf, neun Minuten Fußweg.
Grasbrookpark — das Piratenschiff in der HafenCity
Mitten in der HafenCity liegt der Grasbrookpark, und in seinem Zentrum ein dreimastiges Holzpiratenschiff mit Wasserbecken davor. Im Sommer schießen Fontänen aus dem Boden, Kinder rennen mit nassen Hosen lachend zwischen den Decks. Drumherum Kletterwald, Hängematten, eine kleine Rutsche-Anlage. Kombiniert mit einem Eis am Magellan-Terrassen-Café oder einem kurzen Hafenrundgang ergibt das einen ganzen Sonntagnachmittag. U4 bis Überseequartier.
Dinosaurier-Spielplatz Katendeich — Bergedorf für Mutige
Im Süden, in Nettelnburg, steht der Dinosaurier-Spielplatz am Katendeich. Ein begehbarer Holz-T-Rex ist das Highlight, dazu ein riesiges Dino-Ei, eine Seilbahn quer über die Anlage, eine Turmrutsche, Trampolin, Geschicklichkeitsparcours. Für Kinder ab fünf perfekt; für ganz Kleine eher unübersichtlich. S2 bis Nettelnburg, zwölf Minuten Fußweg.
Krokodilspielplatz im Niendorfer Gehege
Im Niendorfer Gehege versteckt sich am nördlichen Rand der Krokodilspielplatz — benannt nach dem überdimensionalen Holz-Krokodil in der Mitte. Drumherum Klettergerüste, ein hoher Aussichtsturm, Seilbahn, Schaukeln. Drei Minuten Fußweg entfernt liegt das Wildgehege mit Damwild. Bus 5 bis Niendorf Markt, dann zehn Minuten zu Fuß.
Willi sagt: Der beste Spielplatz ist der, an dem ein Kind eine Stunde lang sein eigenes Spiel erfindet — nicht der mit den meisten Geräten.
Lindenpark Eimsbüttel — Robinson-Insel und Dschungel
Der Lindenpark in Eimsbüttel ist klein, aber clever durchdacht. Robinsons Insel — ein Spielbereich für die ganz Kleinen mit Sand, Wasser und niedrigen Klettergeräten — liegt direkt neben dem Dschungelspielplatz mit hohen Kletterbäumen und Hängebrücken für die Größeren. Das ist die Lösung für Familien mit Kindern, deren Altersabstand bisher als Spielplatz-Problem gefühlt wurde. U2 bis Hoheluftbrücke, sieben Minuten zu Fuß.
Waldspielplatz im Stadtpark
Der Waldspielplatz im Stadtpark liegt im nördlichen Teil der Anlage, etwas versteckt. Anders als die zentralen Spielplätze hier ist er von Bäumen beschattet, und genau darum lieben wir ihn im Sommer. Klassische Kletterburg, riesige Sandfläche, mehrere Schaukeln, eine Hängematte. Wenn der Hauptpark sich anfühlt wie ein Festival, ist hier oben noch Luft. U3 bis Borgweg, durch den Park hochlaufen.
Wallanlagen Planten un Blomen
Die Wallanlagen sind eigentlich eine ganze Spielzone. Wasserspielplatz mit Pumpen, Schleusen und kleinen Bachläufen — Kinder verlassen den nicht trocken. Daneben ein großes Trampolin im Boden eingelassen, eine Riesenrutsche von einem Hügel hinunter, ein Kletterhaus mit Rutschenturm, eine Töpferstube. Kombiniert mit den Wasserlichtkonzerten im Sommer (kostenlos, 22 Uhr) ist das ein langer, befriedigender Stadttag. Eingang Stephansplatz.
Praktische Hinweise
- Wickeltisch und Toilette sind nicht überall garantiert. Faustregel: HafenCity, Stadtpark, Wallanlagen haben gute Versorgung; kleinere Stadtteilspielplätze nicht.
- Sandschaufeln, Eimer und ein Wechsel-Outfit gehören für uns inzwischen permanent ins Auto.
- Bei großer Hitze sind beschattete Plätze (Niendorfer Gehege, Waldspielplatz Stadtpark) klar im Vorteil.
- Die Spielplatz-Karte des Bezirks listet alle 780 öffentlichen Plätze nach Adresse — gut, wenn du im fremden Stadtteil unterwegs bist.
Fazit
Spielplatzwahl ist Persönlichkeitswahl. Wir kennen Familien, die schwören seit Jahren auf die Ritterburg in Volksdorf, andere fahren jeden zweiten Sonntag in die HafenCity. Unser Tipp: zweimal im Halbjahr eine fremde Anlage besuchen. Es lohnt sich. Und es schenkt dir nebenbei einen neuen Hamburger Stadtteil.























