Ein selbst gemachtes Futterförmchen aus Fett und Körnern hängt an einer Schnur an einem kahlen Ast, dahinter winterlich grauer Himmel
Draußen vor der TürKüche & BackenSaisonales

Vogelfutter selber machen

Ihr braucht nur Kokosfett, Körner und ein paar Förmchen. Ab Dezember sitzt dann den ganzen Winter draußen etwas am Fenster, das ihr beim Frühstück beobachten könnt.

KI-generiertes Bild
Alter
ab 3 Jahren
Dauer
30–60 Min
Material
Haushalt + Bastelbedarf
Sauerei
mittel

Ihr braucht nur Kokosfett, Körner und ein paar Förmchen. Ab Dezember sitzt dann den ganzen Winter draußen etwas am Fenster, das ihr beim Frühstück beobachten könnt.

Das Schöne an dieser Idee ist, dass sie nach dem Basteln weitergeht. Ein gemaltes Bild hängt irgendwann an der Wand. Ein Futterförmchen hängt draußen und bringt euch jeden Morgen etwas Neues ans Fenster.

Der Aufwand ist klein: Fett schmelzen, Körner unterrühren, in Förmchen füllen, kalt stellen. Das Mischen ist genau die Art von matschiger Arbeit, die Dreijährige lieben. Und kaputtgehen kann euch dabei nichts.

Eine Regel bestimmt alles andere: Alles muss ungewürzt und ungesalzen sein. Warum, steht im Sicherheitskasten. Es ist die einzige Stelle, an der ihr bei dieser Idee wirklich etwas falsch machen könnt.

Das braucht ihr

Diese Mengen reichen für sechs bis acht Förmchen. Körnermischung bekommt ihr im Supermarkt, Baumarkt und Zoogeschäft. Nehmt eine, auf der „ohne Zusätze“ steht.

Flatlay auf hellem Holz: ein Block Kokosfett, eine Schale mit Körnermischung, vier kleine Silikonförmchen, ein Knäuel Naturschnur und ein kleiner Topf
  • 250 g Kokosfett

    Nehmt pflanzliches Fett ohne Zusätze. Rindertalg geht auch und ist der Klassiker. Er riecht aber deutlich, und Kokosfett stört in eurer Wohnküche niemanden.

  • etwa 500 g Körnermischung

    Sonnenblumenkerne, Hanf, Hirse, gehackte Nüsse, Haferflocken. Als Faustregel gilt: doppelt so viel Körner wie Fett. Fertige Wildvogelmischung ohne Zusätze ist am einfachsten.

  • 6–8 kleine Förmchen

    Silikonförmchen, leere Joghurtbecher, ausgehöhlte Apfelhälften oder kleine Tontöpfe. Es geht alles, was sich später abziehen lässt oder mit draußen bleiben darf.

  • Naturschnur

    Plant etwa 30 cm je Förmchen ein. Bitte nehmt kein Nylon und keine Plastikschnur. Die hält länger als das Futter und bleibt als Müll im Baum hängen.

  • 1 kleiner Topf und ein Löffel

    Das braucht ihr zum Schmelzen und Rühren. Der Topf wird fettig, aber heißes Wasser und Spülmittel lösen das problemlos.

So geht's

  1. Schritt 1

    Schnüre vorbereiten

    Kind
    Von oben: Vier kurze Stücke Naturschnur, jedes zu einer Schlaufe geknotet, liegen in einer Reihe neben dem Schnurknäuel auf hellem Holz.

    Schneidet für jedes Förmchen ein Stück Schnur ab und knotet es zu einer Schlaufe. Später legt ihr die Schlaufe in das Fett, statt sie daran zu kleben. So hält sie bombenfest.

    Diesen Schritt vergesst ihr leicht, und dann müsst ihr ihn mit fettigen Fingern nachholen. Also erst die Schnüre, dann das Fett.

  2. Schritt 2

    Fett schmelzen

    Erwachsene
    Ein kleiner Topf mit klar geschmolzenem, flüssigem Fett steht auf hellem Holz, daneben liegt ein Holzlöffel

    Schmelzt das Kokosfett bei kleiner Hitze, bis es klar und flüssig ist. Weiter müsst ihr es nicht erhitzen. Es soll warm sein, nicht heiß.

    Zu heißes Fett verbrennt Kinderhände beim Füllen, und die Körner können anrösten. Nehmt den Topf vom Herd und wartet zwei Minuten, dann seid ihr auf der sicheren Seite.

  3. Schritt 3

    Körner unterrühren

    Kind
    Eine Schüssel auf hellem Holz, darin eine dicke Masse aus Körnern und Fett, ein Holzlöffel steckt darin

    Rührt die Körner in das flüssige Fett, bis eine dicke, fast trockene Masse entsteht. Als Faustregel nehmt ihr doppelt so viel Körner wie Fett.

    Wenn eure Masse noch glänzt und fließt, fehlen Körner. Zu weiches Fett ist nicht nur schlecht zu formen. Es verschmiert später auch das Gefieder der Vögel, und das schadet ihnen.

  4. Schritt 4

    In die Förmchen füllen

    Erwachsene + Kind
    Vier kleine Silikonförmchen stehen in einer Reihe auf hellem Holz, jedes ist mit Körnermasse gefüllt, aus jedem ragt eine Schnurschlaufe heraus

    Löffelt die Masse in die Förmchen. Ihr müsst sie fest andrücken, sonst fallen Hohlräume später auseinander. Legt das Schnurende so hinein, dass die Schlaufe oben herausschaut.

    Beim Andrücken sind Kinderhände besser als Löffel. Eure Kinder bekommen fettige Finger, aber das Ergebnis hält.

  5. Schritt 5

    Kalt stellen und auslösen

    Erwachsene + Kind
    Vier fertige, feste Futterknödel liegen auf hellem Holz, aus jedem hängt eine Naturschnur

    Mindestens zwei Stunden kommen die Förmchen in den Kühlschrank, besser über Nacht. Draußen bei Frost geht es bei euch schneller.

    Danach drückt ihr das Futter aus der Form. Silikon gibt von selbst nach. Einen Joghurtbecher schneidet ihr einfach auf.

Vorher prüfen

Gelingt sicher

Schattig aufhängen, nicht in die Sonne
Der NABU rät zu einem eher schattigen Platz. An sonnigen Wintertagen wird das Fett sonst weich und tropft. Am besten hängt ihr das Futter an die Nordseite des Hauses oder unter einen Ast.
Katzensicher heißt frei stehend
Ein Futterplatz direkt über einer Hecke oder Mauer ist ein Ansitz für Katzen. Besser hängt ihr das Futter frei, mindestens eineinhalb Meter über dem Boden und mit freiem Anflug.
Fensternah macht den Unterschied
Der ganze Sinn ist das Zuschauen. Ein Förmchen zwei Meter vom Küchenfenster entfernt schaut ihr euch täglich an, eines hinten im Garten zweimal.
Nachfüllen lohnt sich
Die Förmchen sind schneller leer, als ihr denkt. Die Masse hält im Kühlschrank mehrere Wochen. Macht einfach die doppelte Menge und hebt den Rest in einer Dose auf.
Alter

Für jedes Alter

0–3 · Kleinkind
Mit euren Dreijährigen klappen Rühren und Andrücken schon, und es ist genau ihre Art von Arbeit. Lasst das Fett dafür deutlich abkühlen. Es soll lauwarm sein, nicht heiß.
4–6 · Kita & Vorschule
Eure Kinder können fast alles außer dem Schmelzen: Schnüre knoten, Körner abmessen, füllen, andrücken. Das Abmessen ist ein guter Anlass für „doppelt so viel“.
7–10 · Grundschule
Schulkinder schaffen die ganze Zubereitung, wenn ihr am Herd aufpasst. Spannend wird zusätzlich das Beobachten. Welche Vögel kommen, wann, und wie viele auf einmal?
ab 11 · Tweens & Teens
Mit euren Teenagern wird die Frage dahinter spannender. Welche Arten kommen, was fressen sie, und was sagt eigentlich die Wissenschaft zur Winterfütterung? Dazu findet ihr beim NABU viel Material.
Wichtig

Sicherheitshinweise

  • Alles muss ungewürzt und ungesalzen sein. Salz, gewürzte Speisereste und frische Lebensmittel gehören nicht ins Vogelfutter – der NABU nennt das ausdrücklich als ungeeignet.
  • Kein Brot und keine Essensreste. Brot quillt im Vogelmagen und ist als Winterfutter ungeeignet, auch wenn es überall herumliegt.
  • Das Fett wird flüssig, aber nicht heiß. Es soll warm sein, nicht kochend – das ist gleichzeitig eine Verbrennungs- und eine Qualitätsfrage. Der Topf bleibt Erwachsenensache.
  • Zu weiches Fett schadet den Vögeln: Es verschmiert das Gefieder, und ein verklebtes Gefieder wärmt nicht mehr. Deshalb die Masse fest anrühren und schattig aufhängen.
  • Keine Plastik- oder Nylonschnur. Sie überlebt das Futter um Jahre, und Vögel können sich in Schlingen verfangen. Naturschnur zerfällt.
  • Hände waschen nach dem Aufhängen – wie nach jedem Tierkontakt draußen.

Varianten

  • Variante 1

    Die Futterglocke im Tontopf

    Ihr nehmt einen kleinen Tontopf, führt die Schnur durch das Loch im Boden und drückt die Masse hinein. Die Glocke hängt kopfüber, sieht hübsch aus und hält länger als ein Förmchen.

  • Variante 2

    Der ausgehöhlte Apfel

    Halbiert einen Apfel, höhlt ihn aus und füllt die Masse ein. Ihr hängt ihn ganz mit auf. Es bleibt kein Müll, und das Apfelfleisch fressen die Vögel mit.

  • Variante 3

    Der Zapfen

    Drückt einen großen Kiefernzapfen in die Masse, bis die Zwischenräume gefüllt sind, und bindet oben die Schnur an. Dafür braucht ihr keine Form, und es sieht am natürlichsten aus.

  • Variante 4

    Die Körnerschnur

    Fädelt Erdnüsse in der Schale mit Nadel und Faden auf. Das geht ganz ohne Fett und ohne Kochen. Für Kleinkinder ist das die einfachste Variante, wenn ihr die Nadel führt.

Häufige Fragen

Wann soll ich anfangen zu füttern?

Klassisch wird ab dem ersten Frost bis in den März gefüttert. Der NABU hält die Winterfütterung vor allem aus umweltpädagogischer Sicht für empfehlenswert. Für eure Kinder ist der Lerneffekt am Fenster ein Argument für sich.

Kokosfett oder Rindertalg?

Beides geht. Rindertalg ist der Klassiker und für die Vögel etwas energiereicher. Er riecht aber beim Schmelzen deutlich. Kokosfett ist die Variante, die ihr gut in der Wohnung schmelzen könnt.

Warum bröselt meine Masse auseinander?

Das liegt meistens an zu wenig Fett oder daran, dass ihr zu locker gefüllt habt. Die Masse soll beim Andrücken zusammenpappen wie feuchter Sand. Wenn sie trocken bröselt, rührt einen Löffel geschmolzenes Fett nach.

Es kommt kein Vogel. Woran liegt das?

Das liegt meistens an Zeit und Platz. Ein neuer Futterplatz braucht oft ein, zwei Wochen, bis er entdeckt wird. Es hilft, wenn ihr ihn in Deckungsnähe aufhängt, damit die Vögel einen Fluchtbaum haben. Hängt ihn aber nicht direkt über einem Katzenansitz auf.

Kann ich Haferflocken aus dem Küchenschrank nehmen?

Ja, wenn sie ungesalzen und ungewürzt sind, könnt ihr sie nehmen. Sie sind ein günstiger Streckstoff. Nur Müslimischungen mit Zucker, Schokolade oder Salz gehören nicht hinein.

Anleitung als PDF

Die fünf Schritte, das Mischungsverhältnis und die Liste, was nie ins Vogelfutter gehört – eine Seite für die Küche.

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