
Vogelfutter selber machen
Das Schöne an dieser Idee ist, dass sie nach dem Basteln weitergeht. Ein gemaltes Bild hängt irgendwann an der Wand. Ein Futterförmchen hängt draußen und bringt euch jeden Morgen etwas Neues ans Fenster.
Der Aufwand ist klein: Fett schmelzen, Körner unterrühren, in Förmchen füllen, kalt stellen. Das Mischen ist genau die Art von matschiger Arbeit, die Dreijährige lieben. Und kaputtgehen kann euch dabei nichts.
Eine Regel bestimmt alles andere: Alles muss ungewürzt und ungesalzen sein. Warum, steht im Sicherheitskasten. Es ist die einzige Stelle, an der ihr bei dieser Idee wirklich etwas falsch machen könnt.
Das braucht ihr
Diese Mengen reichen für sechs bis acht Förmchen. Körnermischung bekommt ihr im Supermarkt, Baumarkt und Zoogeschäft. Nehmt eine, auf der „ohne Zusätze“ steht.

250 g Kokosfett
Nehmt pflanzliches Fett ohne Zusätze. Rindertalg geht auch und ist der Klassiker. Er riecht aber deutlich, und Kokosfett stört in eurer Wohnküche niemanden.
etwa 500 g Körnermischung
Sonnenblumenkerne, Hanf, Hirse, gehackte Nüsse, Haferflocken. Als Faustregel gilt: doppelt so viel Körner wie Fett. Fertige Wildvogelmischung ohne Zusätze ist am einfachsten.
6–8 kleine Förmchen
Silikonförmchen, leere Joghurtbecher, ausgehöhlte Apfelhälften oder kleine Tontöpfe. Es geht alles, was sich später abziehen lässt oder mit draußen bleiben darf.
Naturschnur
Plant etwa 30 cm je Förmchen ein. Bitte nehmt kein Nylon und keine Plastikschnur. Die hält länger als das Futter und bleibt als Müll im Baum hängen.
1 kleiner Topf und ein Löffel
Das braucht ihr zum Schmelzen und Rühren. Der Topf wird fettig, aber heißes Wasser und Spülmittel lösen das problemlos.
So geht's
Schritt 1
Schnüre vorbereiten
Kind
Schneidet für jedes Förmchen ein Stück Schnur ab und knotet es zu einer Schlaufe. Später legt ihr die Schlaufe in das Fett, statt sie daran zu kleben. So hält sie bombenfest.
Diesen Schritt vergesst ihr leicht, und dann müsst ihr ihn mit fettigen Fingern nachholen. Also erst die Schnüre, dann das Fett.
Schritt 2
Fett schmelzen
Erwachsene
Schmelzt das Kokosfett bei kleiner Hitze, bis es klar und flüssig ist. Weiter müsst ihr es nicht erhitzen. Es soll warm sein, nicht heiß.
Zu heißes Fett verbrennt Kinderhände beim Füllen, und die Körner können anrösten. Nehmt den Topf vom Herd und wartet zwei Minuten, dann seid ihr auf der sicheren Seite.
Schritt 3
Körner unterrühren
Kind
Rührt die Körner in das flüssige Fett, bis eine dicke, fast trockene Masse entsteht. Als Faustregel nehmt ihr doppelt so viel Körner wie Fett.
Wenn eure Masse noch glänzt und fließt, fehlen Körner. Zu weiches Fett ist nicht nur schlecht zu formen. Es verschmiert später auch das Gefieder der Vögel, und das schadet ihnen.
Schritt 4
In die Förmchen füllen
Erwachsene + Kind
Löffelt die Masse in die Förmchen. Ihr müsst sie fest andrücken, sonst fallen Hohlräume später auseinander. Legt das Schnurende so hinein, dass die Schlaufe oben herausschaut.
Beim Andrücken sind Kinderhände besser als Löffel. Eure Kinder bekommen fettige Finger, aber das Ergebnis hält.
Schritt 5
Kalt stellen und auslösen
Erwachsene + Kind
Mindestens zwei Stunden kommen die Förmchen in den Kühlschrank, besser über Nacht. Draußen bei Frost geht es bei euch schneller.
Danach drückt ihr das Futter aus der Form. Silikon gibt von selbst nach. Einen Joghurtbecher schneidet ihr einfach auf.
Gelingt sicher
- Schattig aufhängen, nicht in die Sonne
- Der NABU rät zu einem eher schattigen Platz. An sonnigen Wintertagen wird das Fett sonst weich und tropft. Am besten hängt ihr das Futter an die Nordseite des Hauses oder unter einen Ast.
- Katzensicher heißt frei stehend
- Ein Futterplatz direkt über einer Hecke oder Mauer ist ein Ansitz für Katzen. Besser hängt ihr das Futter frei, mindestens eineinhalb Meter über dem Boden und mit freiem Anflug.
- Fensternah macht den Unterschied
- Der ganze Sinn ist das Zuschauen. Ein Förmchen zwei Meter vom Küchenfenster entfernt schaut ihr euch täglich an, eines hinten im Garten zweimal.
- Nachfüllen lohnt sich
- Die Förmchen sind schneller leer, als ihr denkt. Die Masse hält im Kühlschrank mehrere Wochen. Macht einfach die doppelte Menge und hebt den Rest in einer Dose auf.
Für jedes Alter
- 0–3 · Kleinkind
- Mit euren Dreijährigen klappen Rühren und Andrücken schon, und es ist genau ihre Art von Arbeit. Lasst das Fett dafür deutlich abkühlen. Es soll lauwarm sein, nicht heiß.
- 4–6 · Kita & Vorschule
- Eure Kinder können fast alles außer dem Schmelzen: Schnüre knoten, Körner abmessen, füllen, andrücken. Das Abmessen ist ein guter Anlass für „doppelt so viel“.
- 7–10 · Grundschule
- Schulkinder schaffen die ganze Zubereitung, wenn ihr am Herd aufpasst. Spannend wird zusätzlich das Beobachten. Welche Vögel kommen, wann, und wie viele auf einmal?
- ab 11 · Tweens & Teens
- Mit euren Teenagern wird die Frage dahinter spannender. Welche Arten kommen, was fressen sie, und was sagt eigentlich die Wissenschaft zur Winterfütterung? Dazu findet ihr beim NABU viel Material.
Sicherheitshinweise
- Alles muss ungewürzt und ungesalzen sein. Salz, gewürzte Speisereste und frische Lebensmittel gehören nicht ins Vogelfutter – der NABU nennt das ausdrücklich als ungeeignet.
- Kein Brot und keine Essensreste. Brot quillt im Vogelmagen und ist als Winterfutter ungeeignet, auch wenn es überall herumliegt.
- Das Fett wird flüssig, aber nicht heiß. Es soll warm sein, nicht kochend – das ist gleichzeitig eine Verbrennungs- und eine Qualitätsfrage. Der Topf bleibt Erwachsenensache.
- Zu weiches Fett schadet den Vögeln: Es verschmiert das Gefieder, und ein verklebtes Gefieder wärmt nicht mehr. Deshalb die Masse fest anrühren und schattig aufhängen.
- Keine Plastik- oder Nylonschnur. Sie überlebt das Futter um Jahre, und Vögel können sich in Schlingen verfangen. Naturschnur zerfällt.
- Hände waschen nach dem Aufhängen – wie nach jedem Tierkontakt draußen.
Varianten
- Variante 1
Die Futterglocke im Tontopf
Ihr nehmt einen kleinen Tontopf, führt die Schnur durch das Loch im Boden und drückt die Masse hinein. Die Glocke hängt kopfüber, sieht hübsch aus und hält länger als ein Förmchen.
- Variante 2
Der ausgehöhlte Apfel
Halbiert einen Apfel, höhlt ihn aus und füllt die Masse ein. Ihr hängt ihn ganz mit auf. Es bleibt kein Müll, und das Apfelfleisch fressen die Vögel mit.
- Variante 3
Der Zapfen
Drückt einen großen Kiefernzapfen in die Masse, bis die Zwischenräume gefüllt sind, und bindet oben die Schnur an. Dafür braucht ihr keine Form, und es sieht am natürlichsten aus.
- Variante 4
Die Körnerschnur
Fädelt Erdnüsse in der Schale mit Nadel und Faden auf. Das geht ganz ohne Fett und ohne Kochen. Für Kleinkinder ist das die einfachste Variante, wenn ihr die Nadel führt.
Häufige Fragen
Wann soll ich anfangen zu füttern?
Klassisch wird ab dem ersten Frost bis in den März gefüttert. Der NABU hält die Winterfütterung vor allem aus umweltpädagogischer Sicht für empfehlenswert. Für eure Kinder ist der Lerneffekt am Fenster ein Argument für sich.
Kokosfett oder Rindertalg?
Beides geht. Rindertalg ist der Klassiker und für die Vögel etwas energiereicher. Er riecht aber beim Schmelzen deutlich. Kokosfett ist die Variante, die ihr gut in der Wohnung schmelzen könnt.
Warum bröselt meine Masse auseinander?
Das liegt meistens an zu wenig Fett oder daran, dass ihr zu locker gefüllt habt. Die Masse soll beim Andrücken zusammenpappen wie feuchter Sand. Wenn sie trocken bröselt, rührt einen Löffel geschmolzenes Fett nach.
Es kommt kein Vogel. Woran liegt das?
Das liegt meistens an Zeit und Platz. Ein neuer Futterplatz braucht oft ein, zwei Wochen, bis er entdeckt wird. Es hilft, wenn ihr ihn in Deckungsnähe aufhängt, damit die Vögel einen Fluchtbaum haben. Hängt ihn aber nicht direkt über einem Katzenansitz auf.
Kann ich Haferflocken aus dem Küchenschrank nehmen?
Ja, wenn sie ungesalzen und ungewürzt sind, könnt ihr sie nehmen. Sie sind ein günstiger Streckstoff. Nur Müslimischungen mit Zucker, Schokolade oder Salz gehören nicht hinein.
Die fünf Schritte, das Mischungsverhältnis und die Liste, was nie ins Vogelfutter gehört – eine Seite für die Küche.
Vögel beobachten in Hamburg
Im Kalender stehen Hamburgs Natur- und Waldtermine für Familien – geführte Spaziergänge, Naturzentren und Mitmachaktionen. Wer wissen will, wer da am Fenster sitzt, lernt es dort schneller als aus dem Bestimmungsbuch.
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