Pfingsten fällt dieses Jahr auf den 24. und 25. Mai — drei freie Tage am Stück. Wir haben fünf Pläne, die ohne Reservierung funktionieren und mit Kindern ab drei machbar sind.
Pfingstwochenende in Hamburg hat einen Rhythmus, der sich jedes Jahr wiederholt: Am Freitagabend stellt jemand die Frage, was wir eigentlich vorhaben. Und dann passiert eines von zwei Dingen — wir fahren spontan raus, oder wir verbringen drei Tage auf dem Spielplatz um die Ecke. Beides ist in Ordnung. Aber falls du dieses Jahr den ersten Weg nehmen willst, hier sind fünf Ideen, die bei uns funktioniert haben.
Erdbeeren pflücken im Alten Land
Ende Mai beginnt im Alten Land die Erdbeersaison. Die Obsthöfe zwischen Jork und Cranz öffnen ihre Felder zum Selbstpflücken — und für Kinder gibt es kaum etwas Befriedigenderes, als eine Erdbeere direkt vom Strauch in den Mund zu stecken. Die meisten Höfe verlangen zwischen drei und fünf Euro pro Kilo, Naschen inklusive. Herzapfelhof Lühs in Jork ist einer der bekanntesten, aber auch die kleineren Höfe entlang der Obstroute lohnen sich. Gummistiefel einpacken — zwischen den Reihen kann es matschig sein, besonders wenn es vorher geregnet hat.
Anfahrt: S-Bahn S3 bis Neugraben, dann Bus 257 Richtung Cranz. Oder mit dem Fahrrad über den Elberadweg — ab Finkenwerder sind es gut zwölf Kilometer durch flaches Land.
Willi sagt: Zwei Kilo Erdbeeren klingen nach viel — bis man sieht, wie wenig davon zu Hause ankommt.
Kanu auf der Dove-Elbe
Die Dove-Elbe zwischen Allermöhe und Bergedorf ist einer der ruhigsten Wasserwege Hamburgs. Kein Schiffsverkehr, kaum Strömung, dafür Schilf, Reiher und ab und zu eine Schildkröte auf einem Baumstamm. Mehrere Kanuverleih-Stationen am Allermöher Deich bieten Zweier- und Vierer-Kanadier — ohne Voranmeldung, einfach vorbeikommen. Eine Rundtour dauert etwa zwei Stunden, mit Kindern eher drei, weil jeder Stock aus dem Wasser gefischt werden muss.
Wichtig: Schwimmwesten werden gestellt, aber fragt aktiv danach. Und packt eine Tüte mit Wechselkleidung ein. Irgendjemand wird nass.
Hafenfähren statt Ausflugsboot
Die HVV-Fährlinie 62 von den Landungsbrücken nach Finkenwerder ist Hamburgs billigste Hafenrundfahrt — ein normales HVV-Ticket reicht. Die Fahrt dauert 30 Minuten und geht vorbei an Docks, Werften, Containerterminals und dem Museumshafen Övelgönne. Am Anleger Neumühlen könnt ihr aussteigen und den Elbstrand entlangwandern, oder direkt weiterfahren bis Finkenwerder und dort am Gorch-Fock-Park picknicken.
Für den Rückweg: Fähre 64 von Finkenwerder nach Teufelsbrück, dann Bus 36 zurück in die Stadt. Oder einfach die 62 zurück — die Kinder wollen meistens sowieso nochmal fahren. Wer Glück hat, erwischt die Abendsonne über dem Hafen, und dann lohnt sich die Fahrt allein dafür.
Radtour durch die Vier- und Marschlande
Die Vier- und Marschlande südöstlich von Bergedorf sind Hamburgs flachstes Gebiet — perfekt für Familien-Radtouren, auch mit Anhänger oder Laufrad. Die Wege entlang der Deiche und Gräben sind asphaltiert und fast autofrei. In Curslack und Neuengamme stehen reetgedeckte Fachwerkhäuser zwischen Blumenfeldern. Im Mai blüht hier alles gleichzeitig: Raps, Holunder, Weißdorn.
Eine gute Rundtour: S-Bahn S21 bis Bergedorf, dann über den Curslacker Deich nach Kirchwerder und zurück über den Marschbahndamm. Etwa 18 Kilometer, flach wie ein Tisch. Am Kirchwerder Hausdeich gibt es einen Hofladen mit Kuchen und Kaffee, der auch sonntags öffnet — der richtige Ort für die Halbzeitpause.
Jenischpark: Spaziergang mit Elbe-Panorama
Wenn das Wochenende nur für einen einzigen Ausflug reicht, dann den Jenischpark in Othmarschen. Der Park fällt vom Jenisch-Haus über eine weitläufige Wiese hinunter zur Elbchaussee, mit freiem Blick auf den Fluss. Im Mai ist die Rhododendron-Blüte auf ihrem Höhepunkt — die Büsche entlang der Seitenwege leuchten in Pink, Lila und Weiß.
Kinder lieben den alten Baumbestand zum Klettern und die versteckten Wege hinter dem Teehaus. Am unteren Ende des Parks liegt das Puppenmuseum Falkenstein — klein, skurril und einen Abstecher wert, wenn die Beine müde werden. Wer danach noch Energie hat, läuft die Elbchaussee hinunter bis zum Elbstrand bei Övelgönne — eine knappe halbe Stunde, bergab. Bus 15 bis Hochrad oder S-Bahn S1 bis Klein Flottbek, dann zehn Minuten zu Fuß.
Was bleibt
Pfingsten in Hamburg braucht keinen großen Plan. Eine Fähre, ein Erdbeerfeld, ein Deichweg — das reicht für ein Wochenende, an das sich alle erinnern. Packt den Picknickkorb, ladet die HVV-App und lasst den Rest passieren. Und falls am Sonntag doch der Regen kommt: Drei freie Tage heißt, dass mindestens einer trocken bleibt.






















