Es regnet, die Kinder drehen auf, und der nächste Zahltag ist noch eine Woche hin. Hier kommt Plan B: Indoor-Abenteuer in Hamburg, die kaum etwas kosten.
Wir kennen dieses Samstagmorgen-Gefühl: draußen schüttet es, die Kinder sind hellwach, und im Kopf rechnet man schon durch, was ein Hallenbad-plus-Pommes-Nachmittag für vier Personen kostet. Die gute Nachricht: Hamburg hat erstaunlich viele Indoor-Orte, die entweder komplett kostenlos sind oder nur ein paar Euro kosten.
Wir haben sie nach Budget sortiert — von null Euro aufwärts. Wer ein breiteres Budget hat, findet in unserem Indoor-Guide für Regentage zehn weitere Ideen vom Miniatur Wunderland bis zum Rabatzz!.
Museum der Natur: Pottwal gucken für null Euro
An der Bundesstraße 52 in Rotherbaum liegt das Museum der Natur Hamburg — Zoologie. Der Eintritt ist komplett kostenlos. Nicht nur für Kinder, für alle. Im Erdgeschoss steht ein Pottwal-Skelett, das Erstklässler genauso beeindruckt wie Erwachsene. Dazu: Walross Antje (ja, das Walross aus der NDR-Sendung), Eisbären, Insektenkästen und eine Vogelsammlung, in der man sich verlieren kann.
Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr. Ab U-Bahn Schlump oder S-Bahn Dammtor zehn Minuten zu Fuß. Keine Reservierung, kein Zeitfenster — einfach hingehen. Plan: eineinhalb Stunden, danach in eine der Bäckereien im Grindelviertel. Die Kinder reden noch am Abend über den Wal.
Museen für lau: Wo Kinder unter 18 kostenlos reindürfen
Was viele Eltern nicht wissen: In den meisten Hamburger Museen zahlen Kinder und Jugendliche unter 18 keinen Eintritt. Das ist keine Sonderaktion — es ist Dauerzustand. Hier sind die, die sich mit Kindern am meisten lohnen:
Polizeimuseum (Carl-Cohn-Straße 39, Winterhude): Echte Streifenwagen, Kriminaltechnik, Fingerabdruck-Station. Kinder lieben es. Dienstag bis Sonntag, 11 bis 17 Uhr.
Altonaer Museum (Museumstraße 23, Altona): Zwei Etagen Stadtgeschichte, dazu ein Kinderbereich mit Schiffsmodellen und Figurentheater.
Kunsthalle Hamburg (Glockengießerwall 5): Klingt nach nichts für Kinder? Die Kunsthalle hat Rallye-Bögen und Familien-Workshops am Wochenende. Ab acht Jahren überraschend gut.
Museum für Kunst und Gewerbe (Steintorplatz 1): Design, Mode, Musikinstrumente — hier bleibt der Blick hängen, auch wenn man zwölf ist.
Museum der Arbeit (Wiesendamm 3, Barmbek): Druckerei zum Mitmachen, alte Maschinen, eine Fabrikhalle, in der Kinder tatsächlich Sachen anfassen dürfen. Für Handwerks-Fans ab sechs.
Erwachsene zahlen zwischen 8 und 14 Euro. Wer selbst auch kostenlos rein will: die regelmäßigen freien Eintrittstage einzelner Häuser im Auge behalten.
Willi sagt: In Hamburg zahlen Kinder unter 18 in den meisten Museen keinen Eintritt. Die halbe Stadt ist ein Gratismuseum — man muss nur die Tür aufmachen.
Der Alte Elbtunnel: Abenteuer unter der Elbe
Der Alte Elbtunnel bei den Landungsbrücken ist kostenlos, täglich zugänglich und für Kinder ab vier faszinierend. Per Aufzug oder Treppe geht es 24 Meter in die Tiefe, dann 426 Meter unter der Elbe hindurch. An den Wänden sitzen glasierte Kachel-Reliefs mit Fischen und Krabben — perfekte Schnitzeljagd für kleine Augen.
Auf der Steinwerder-Seite: umdrehen und zurück, oder kurz rausgehen und den Blick auf die Landungsbrücken von der anderen Elbseite genießen. Bei jüngeren Kindern den Fahrstuhl nehmen — das allein ist schon ein Erlebnis, wenn der alte Korb sich langsam in die Tiefe senkt. Eine halbe Stunde, die sich anfühlt wie eine Expedition. Und kostet: nichts.
Buslinie 111: Die smarteste Stadtrundfahrt Hamburgs
Kein Indoor-Ort im klassischen Sinn, aber bei Regen perfekt: Die HVV-Buslinie 111 fährt von Altona über Fischmarkt, Reeperbahn, Landungsbrücken und Elbphilharmonie bis in die HafenCity. Vom oberen Sitzplatz aus sieht man den Hafen, die Speicherstadt und die Elbphilharmonie — trocken, warm und zum normalen HVV-Tarif.
An der Haltestelle HafenCity Universität gibt es zwischen 11 und 18 Uhr stündlich eine Lichtinstallation in der U-Bahn-Station. Aussteigen, gucken, mit dem nächsten Bus weiter. Kosten pro Familie: ein Gruppenticket.
Zwei Abenteuer unter 20 Euro
Manchmal darf es ein paar Euro kosten — solange es keine 80 Euro für vier Personen werden.
St. Petri Turmaufstieg (Mönckebergstraße): 544 Stufen, vorbei an den Kirchenglocken, oben ein 123-Meter-Panorama über die Stadt. Kinder bis 14 zahlen 2,50 Euro, Erwachsene 5 Euro, Familienkarte 12 Euro. Montag bis Freitag 10 bis 17:30 Uhr, Wochenende 11:30 bis 16:30 Uhr. Ab sechs Jahren eine echte Mutprobe, an die noch lange erinnert wird.
Schwarzlichtviertel (Kieler Straße 571, Stellingen): 18-Loch-Minigolf im Schwarzlicht auf über 1.000 Quadratmetern. Alles leuchtet, alles ist bunt, die Kinder flippen verlässlich aus. 17 Euro pro Person ab 5 Jahren, unter 5 frei. Nicht das günstigste auf dieser Liste, aber für einen Regentag-Höhepunkt absolut gerechtfertigt.
Fazit
Ein Regentag in Hamburg muss weder teuer noch langweilig sein. Das Museum der Natur kostet null Euro, der Alte Elbtunnel auch nicht, und die Buslinie 111 fährt für ein HVV-Ticket. Wer die Museen-unter-18-Regel kennt, hat plötzlich ein halbes Dutzend Optionen, die vorher nicht auf dem Radar waren.
Und wenn es doch aufklart: unsere zehn Gratis-Tipps für draußen warten schon.





















