Nicht jedes Schwimmbad ist ein Kinderbad. Sechs Hamburger Bäder mit Kinderbecken, Rutschen und Sprungturm — mit Preisen, Öffnungszeiten und einer ehrlichen Antwort darauf, für welches Alter sich welches lohnt.
Es gibt zwei Sorten von Schwimmbadbesuchen mit Kindern. Der eine: Ihr fahrt hin, das Kind steht bis zur Brust im 26 Grad warmen 25-Meter-Becken, friert nach zwölf Minuten und will nach Hause. Der andere: Es gibt ein flaches, warmes Becken zum Reinsetzen, eine Rutsche, ein bisschen Krach — und ihr geht nach zwei Stunden raus, weil ihr müsst, nicht weil das Kind will.
Der Unterschied zwischen beiden ist nicht das Wetter und nicht die Laune. Es ist die Wahl des Bads. Hamburg hat über zwanzig Bäderland-Standorte, aber nur ein Teil davon ist wirklich für kleine Kinder gebaut. Hier sind sechs, bei denen wir wissen, was Familien erwartet — sortiert nach dem, worauf es ankommt.
Alle Angaben sind vom August 2026. Öffnungszeiten wechseln bei Bäderland wöchentlich und werden auf der jeweiligen Badseite tagesaktuell gepflegt — der Blick dorthin vor der Abfahrt spart euch die vergebliche Anreise.
Wichtig vorab: Das MidSommerland in Harburg ist geschlossen
Wenn ihr im Süden der Stadt wohnt und nach einem Familienbad sucht, steht in fast jeder Ratgeberliste im Netz das MidSommerland in Harburg mit seinem Wikiland-Wasserspielplatz und der 35-Meter-Rutsche. Das stimmt so nicht mehr: Bäderland führt das Bad derzeit als geschlossen, es wird modernisiert und erweitert, und das betrifft auch den Sauna- und Thermenbereich.
Wir schreiben das an den Anfang, weil es der teuerste Fehler ist, den man bei diesem Thema machen kann — vierzig Minuten Anfahrt mit zwei quengelnden Kindern zu einer verschlossenen Tür. Die nächstgelegene Alternative aus dieser Liste ist die Alsterschwimmhalle.
Festland in Altona: 900 Quadratmeter Dinoland
Das Festland an der Holstenstraße 30 in Altona ist das Bad, das Kinder meinen, wenn sie „das mit den Dinos" sagen. Der Kinderbereich heißt Dinoland, ist rund 900 Quadratmeter groß und mit Figuren, einer Rutsche und einer Menge Details ausgestattet, die man erst beim dritten Besuch alle entdeckt. Dazu kommen Hallen- und Freibad, ein Sprungturm und eine Sauna mit Blick über Altona.
Wichtig: Dienstags ist geschlossen. Sonst montags und mittwochs bis freitags von 9 bis 22 Uhr, samstags und sonntags von 10 bis 22 Uhr.
Preise (Stand 1. Januar 2026): werktags 11,30 Euro für Erwachsene, 5,50 Euro für Jugendliche von 12 bis unter 16 und 2,80 Euro für Kinder unter 12. Am Wochenende und an Feiertagen jeweils ein paar Cent mehr — 11,70, 5,70 und 2,90 Euro.
Anfahrt: S-Bahn und Fernbahnhof Altona, drei Minuten zu Fuß. Damit ist das Festland aus fast jeder Ecke der Stadt gut erreichbar. Mehr zum Haus steht auf unserer Ort-Seite zum Festland.
Für wen: ab etwa zwei Jahren bis rund zehn. Für ältere Kinder trägt eher der Sprungturm als das Dinoland.
Bondenwald in Niendorf: Hallenbad und Freibad an einem Ort
Der Bondenwald an der Friedrich-Ebert-Straße 71 in Niendorf ist der Allrounder. Es gibt eine Schwimmhalle, ein Sommerfreibad, ein Lehrschwimmbecken, einen Wasserspielbereich für die Kleinen — der Kinderbereich heißt Bondiland —, einen Sprungturm und eine Sauna. Das Bad ist barrierefrei zugänglich, mit Liften für den Ein- und Ausstieg, rollstuhlgerechten Duschen, Umkleiden und Toiletten.
Öffnungszeiten: montags bis freitags von 7 bis 22 Uhr, samstags und sonntags von 10 bis 20 Uhr. Kassenschluss ist jeweils 60 Minuten vor Schluss — das ist die Zahl, die man vergisst.
Preise: 11,30 Euro Tageskarte für Erwachsene, 9,30 Euro für drei Stunden, 7,90 Euro für anderthalb. Jugendliche von 12 bis unter 16 zahlen 5,50, 4,60 oder 3,90 Euro, Kinder unter 12 zahlen 2,80, 2,30 oder 2,00 Euro.
Eine Besonderheit, die sich für Familien lohnt: In den Hamburger Sommerferien gilt zwischen 10 und 18 Uhr nur der Drei-Stunden-Tarif — der Aufenthalt ist in dieser Zeit aber unbegrenzt. Ihr zahlt also den mittleren Preis und könnt trotzdem den ganzen Nachmittag bleiben.
Anfahrt: U2 Niendorf Markt, dann Bus oder rund zehn Minuten zu Fuß.
Für wen: die beste Wahl, wenn Geschwister mit unterschiedlichem Alter mitkommen. Der eine planscht im Bondiland, der andere springt vom Turm.
Willi sagt: Das wichtigste Ausstattungsmerkmal eines Familienbads ist kein Becken. Es ist die Wassertemperatur.
Familienbad Ohlsdorf: das günstigste in dieser Liste
Das Familienbad Ohlsdorf liegt Im Grünen Grunde 1 und heißt nicht zufällig so. Es hat ein 50-Meter-Becken, ein 25-Meter-Becken, ein Lehrschwimmbecken, einen Sprungturm und — der eigentliche Grund, hierherzukommen — einen Wasserspielplatz mit Rutsche und Wasserdüsen. Im Sommer öffnet sich die Fassade der Schwimmhalle, und der Spritzbereich für Kinder liegt praktisch draußen.
Preise: 7,90 Euro für Erwachsene, 3,90 Euro für Jugendliche, 2,00 Euro für Kinder unter zwölf. Das ist rund ein Drittel günstiger als im Festland oder im Parkbad. Für eine vierköpfige Familie macht das über ein Jahr gerechnet einen spürbaren Unterschied.
Öffnungszeiten: montags geschlossen, dienstags bis donnerstags 10 bis 20 Uhr, freitags 8.30 bis 21 Uhr, samstags und sonntags 10 bis 20 Uhr. Kassenschluss 30 Minuten vor Ende.
Anfahrt: S1 Ohlsdorf oder U1 Ohlsdorf, dann rund zehn Minuten zu Fuß.
Für wen: der beste Preis-Leistungs-Punkt für Familien, die regelmäßig gehen wollen. Und der beste Ort, um ein Kind ans Wasser zu gewöhnen, ohne dass es teuer wird, wenn es nach vierzig Minuten genug hat.
Kaifu-Bad in Eimsbüttel: Hamburgs ältestes Bad, mit 10-Meter-Turm
Das Kaifu-Bad an der Hohen Weide 15 ist über 120 Jahre alt und damit das älteste Bad der Stadt — und es ist trotzdem eines der besten für Familien. Es hat ein Hallenbad mit Mehrzweckbecken, ein Ganzjahresfreibad, ein Sommerfreibad mit 50-Meter-Becken, Kinderplanschbecken mit Spielgeräten und einen Sprungturm mit Ein-, Drei-, Fünf- und Zehn-Meter-Brett. Dazu ein 600 Quadratmeter großer Saunabereich über zwei Etagen.
Der Zehn-Meter-Turm ist der Grund, warum das Kaifu bei Zehn- bis Vierzehnjährigen besser funktioniert als jedes Dinoland. Der Sprung dort oben ist der erste ernsthafte Mutbeweis, den Hamburg für Kinder bereithält.
Preise: 7,90 Euro für Erwachsene, 3,90 Euro für Jugendliche, 2,00 Euro für Kinder unter zwölf. Öffnungszeiten montags bis freitags von 9 bis 22 Uhr, am Wochenende von 10 bis 22 Uhr.
Anfahrt: U2 Christuskirche oder U3 Hoheluftbrücke, jeweils rund fünf Minuten.
Für wen: Familien mit älteren Kindern, und alle, die im Winter draußen schwimmen wollen — das Ganzjahresfreibad hat auch im Januar auf.
Parkbad Volksdorf: Taka Tuka im Nordosten
Das Parkbad am Rockenhof in Volksdorf hat einen Wasserspielplatz mit dem schönsten Namen im Bäderland-Portfolio: Taka Tuka. Dazu kommen Hallenbad, ein ganzjährig beheiztes Freibad, ein Lehrschwimmbecken, ein Sprungturm, ein Saunagarten mit Teich und Gastronomie im Haus.
Achtung bei der Planung: Montags und dienstags ist geschlossen. Mittwochs bis freitags von 6.30 bis 22 Uhr, samstags und sonntags von 8 bis 22 Uhr.
Preise: 11,30 Euro für Erwachsene, 5,50 Euro für Jugendliche, 2,80 Euro für Kinder unter zwölf; Drei-Stunden- und Anderthalb-Stunden-Tarife gibt es ebenfalls.
Anfahrt: U1 Volksdorf, rund zehn Minuten zu Fuß. Wenn ihr im Nordosten wohnt, lässt sich der Besuch gut mit dem Ritterburg-Spielplatz an der Schemmannstraße verbinden — der liegt im selben Stadtteil.
Für wen: Familien aus Walddörfern und Wandsbek. Für den Weg quer durch die Stadt ist es kein Ziel, das die anderen schlägt.
Alsterschwimmhalle in Hohenfelde: sechs Becken, ab 6.30 Uhr
Die Alsterschwimmhalle an der Sechslingspforte 15 ist das große, sportliche Haus: sechs Becken, darunter ein 50-Meter-Becken, ein 25-Meter-Becken, ein Sprungbecken mit Turm, ein Entspannungsbecken, ein Trainingsbecken und ein Lehrschwimmbecken.
Sie ist nicht das verspielteste Bad in dieser Liste — es gibt kein Dinoland und kein Taka Tuka. Aber sie ist das Bad mit dem Lehrschwimmbecken für Kinderkurse und mit den längsten Öffnungszeiten: montags bis freitags von 6.30 bis 23 Uhr, am Wochenende von 8 bis 22 Uhr. Wenn ein Kind schwimmen lernt oder trainiert, ist das der Ort dafür.
Preise: 11,30 Euro für Erwachsene, 5,50 Euro für Jugendliche, 2,80 Euro für Kinder unter zwölf.
Anfahrt: U1 Lohmühlenstraße, drei Minuten zu Fuß. Damit ist sie das am zentralsten gelegene Bad der Liste. Direkt nebenan liegt übrigens der Lohmühlenpark mit seinem kleinen Wasserspielplatz.
Für wen: Schwimmkurse, Sportkinder, und alle, die einen sehr frühen oder sehr späten Termin brauchen.
Orte
Schwimmbäder auf der Karte
Alle sechs Bäder aus diesem Artikel auf einen Blick.
1FestlandAltona-Altstadt
2BondenwaldNiendorf
3Familienbad Ohlsdorf
4Kaifu-BadEimsbüttel
5Parkbad Volksdorf
6AlsterschwimmhalleHohenfelde
Was Bäderland kostet — und wie ihr weniger zahlt
Drei Dinge, die im Preissystem stecken und die man kennen sollte:
- Es gibt drei Zeitfenster, nicht nur die Tageskarte. Anderthalb Stunden, drei Stunden, ganzer Tag. Mit einem Vierjährigen reicht das kleinste Ticket fast immer — nach neunzig Minuten im Wasser ist ohnehin Schluss.
- Die Bäder sind unterschiedlich teuer. Ohlsdorf und Kaifu liegen bei 7,90 Euro für Erwachsene, Festland, Bondenwald, Parkbad und Alsterschwimmhalle bei 11,30 Euro. Für Kinder unter zwölf sind es 2,00 statt 2,80 Euro. Wer regelmäßig schwimmen geht, spart am meisten, indem er das günstigere Haus zur Gewohnheit macht.
- Kinder unter zwölf zahlen überall einen kleinen Bruchteil. Der Elternbeitrag ist der eigentliche Kostenfaktor. Wenn nur ein Erwachsener mitgeht, halbiert sich der Nachmittag im Preis.
Welches Bad ab welchem Alter?
- Unter drei: Ohlsdorf oder Festland. Flaches, warmes Wasser, kurze Wege, und beim ersten Ausstieg des Kindes tut der Preis in Ohlsdorf nicht weh.
- Drei bis sechs: Festland (Dinoland) oder Bondenwald (Bondiland). Hier gibt es genug zu entdecken für zwei Stunden.
- Sechs bis zehn: Bondenwald oder Parkbad. Rutschen, Wasserspielplatz und ein erstes Becken, in dem richtig geschwommen wird.
- Ab zehn: Kaifu-Bad wegen des Sprungturms, Alsterschwimmhalle wegen der Bahnen.
- Gemischte Geschwister: Bondenwald. Das einzige Bad in dieser Liste, das für drei und für zwölf gleichzeitig funktioniert.
Was bleibt
Schwimmbäder sind die verlässlichste Antwort auf einen Hamburger Regentag — es sind vierzig Grad Unterschied zum Wetter draußen, und niemand fragt, ob es zu voll wird. Mit der richtigen Wahl kostet ein Nachmittag für zwei Kinder und einen Erwachsenen unter zwölf Euro. Weitere Ideen für graue Tage stehen in unserem Guide Hamburg mit Kindern bei Regen, und wenn draußen doch die Sonne scheint, sind die Wasserspielplätze der Stadt die kostenlose Alternative.
Packt die Badesachen ein, checkt die Öffnungszeiten und fahrt los. Und denkt an den Kassenschluss.






















