
Becher stapeln gegen die Uhr
Sechs Becher aus eurem Küchenschrank reichen für dieses Spiel. Ihr baut sie zu einer kleinen Pyramide, dann räumt ihr sie wieder ab. Das geht in wenigen Minuten, und schon die ersten Versuche machen Lust auf mehr. Für einen Regennachmittag ist das genau richtig. Ihr kauft nichts dafür, und ihr räumt nichts weg, was vorher nicht schon im Schrank lag.
Gebaut wird in Pyramiden. Drei Becher unten, zwei in der Mitte, einer oben, macht sechs Becher für den Anfang. Wer mag, stapelt später zehn Becher in vier Reihen. Dazu zählt ihr laut oder stellt eine Eieruhr. Meistens fällt der Turm kurz vor dem Ende um, und genau das gehört zum Spiel dazu.
Weiter unten findet ihr die Regeln für Groß und Klein, dazu ein paar Varianten, falls eine Runde nicht reicht. Besonders gut klappt das Spiel, wenn Geschwister mit Altersabstand gegeneinander antreten, denn jedes Kind bekommt seine eigene Pyramidengröße. So verliert nicht automatisch das jüngere Kind.
Das braucht ihr
Ihr braucht vor allem Becher, die ihr sowieso im Schrank habt.

6–10 Becher aus dem Schrank
Plastikbecher, gespülte Joghurtbecher oder der Zahnputzbecher gehen alle. Nehmt keine Gläser, sie zerbrechen beim Herunterfallen leicht. Sechs Becher reichen zum Anfang, zehn für die große Pyramide.
1 Eieruhr oder eine Uhr mit Sekundenzeiger
Damit messt ihr eure Zeit. Ganz ohne Uhr geht es auch, dann zählt ihr einfach laut mit.
Ein paar flache Pappkarten ohne Aufdruck
Zugeschnittene Pappe oder die Rückseite von Bierdeckeln reicht. Nur für die Variante mit Zwischenlagen nötig, sonst lasst sie weg.
Ein freier Platz auf dem Tisch
Eine ebene Fläche ohne Tischdecke hilft den Bechern beim Stehen. Räumt vorher alles andere vom Tisch, damit der Turm fallen darf, ohne etwas umzureißen.
So geht's
Aufbau

Am Anfang stecken die Becher meistens ineinander, als ein einziger hoher Turm. Drei davon stellt ihr nebeneinander in eine Reihe. Darauf kommen zwei Becher, die genau in der Lücke der unteren Reihe liegen. Obenauf setzt ihr den letzten Becher, fertig ist die Pyramide aus sechs Bechern. Für die große Pyramide nehmt ihr vier Reihen mit vier, drei, zwei und einem Becher. Das sind zehn Becher, und sie braucht deutlich mehr Platz auf dem Tisch.
Stapeln und wieder abbauen

Zum Spiel gehören zwei Richtungen. Erst baut ihr die Pyramide von unten nach oben auf. Dann nehmt ihr sie in derselben Reihenfolge wieder auseinander, Becher für Becher, bis nichts mehr steht. Beides zusammen zählt als eine Runde. Nur Aufbauen ohne Abbauen ist nur das halbe Spiel.
So wird gezählt

Jede Runde läuft gegen die Zeit. Ihr zählt laut mit oder stellt eine Eieruhr auf eine Minute. Ist alles abgebaut, ruft ihr Stopp und merkt euch die Zeit. Übt ihr allein, schreibt eure Zeit jedes Mal auf einen Zettel. So seht ihr, ob die nächste Runde schneller war als die letzte.
Damit der Vergleich fair bleibt

Bei Geschwistern mit Altersabstand verliert sonst meistens dasselbe Kind. Darum tritt jedes Kind gegen die eigene letzte Zeit an, nicht gegen die Zeit der anderen. Ein Vierjähriges baut bei euch die kleine Pyramide aus sechs Bechern, ein Zehnjähriges die große aus zehn. So gewinnt bei euch nicht automatisch das älteste Kind, sondern wer sich selbst schlägt.
Wenn der Turm kurz vor dem Ende fällt

Fast immer fällt ein Becher kurz vor der letzten Reihe um. Das kann an jedem Tisch passieren, auch bei geübten Kindern. Baut ihr die Pyramide einfach neu auf, und startet die Uhr erneut. Kleine Kinder stapeln oft lieber hoch und wild als ordentlich der Reihe nach. Lasst sie damit, solange dabei niemand getroffen wird. Das ist normal.
Kein Ball, kein Wettwerfen

Bei diesem Spiel wird nichts geworfen und nichts umgeworfen. Es geht nur ums Stapeln und Abbauen auf Zeit. Wenn eure Kinder lieber etwas umwerfen wollen, passt das Kegeln mit Klorollen besser zu ihnen. Für alle, die lieber hoch hinausbauen, ist der Spaghetti-Marshmallow-Turm die nächste Herausforderung.
Gelingt sicher
- Plastik oder Pappe
- Plastikbecher klappern beim Umfallen deutlich lauter als Pappbecher. Wenn es bei euch spätabends leiser sein soll, nehmt lieber Pappbecher. Zum Üben am Nachmittag ist der Unterschied egal.
- Wenn die Becher wegrutschen
- Auf glattem Tisch rutschen leere Becher leicht zur Seite. Ein Geschirrtuch unter der Pyramide hilft, ohne dass ihr etwas kauft. Eine Tischdecke mit viel Spiel ist dagegen eher hinderlich.
- Erst langsam, dann schnell
- Übt die Reihenfolge am Anfang ganz ohne Zeitdruck. Die Finger merken sich die Bewegung meist schneller, als ihr sie erklären könnt. Die Uhr kommt erst dazu, wenn der Ablauf sicher sitzt.
- Eine eigene Reihenfolge finden
- Manche Kinder bauen lieber von außen nach innen, andere von der Mitte her. Lasst euer Kind seinen eigenen Weg finden, solange die Pyramide am Ende steht. Es gibt dabei keine einzig richtige Reihenfolge.
Für jedes Alter
- 4–6 · Kita & Vorschule
- Mit vier Jahren klappt die kleine Pyramide aus sechs Bechern meistens schon gut. Baut sie zusammen auf, und lasst euer Kind allein abbauen. Auf Zeit kommt es in diesem Alter noch nicht an, Hauptsache der Turm steht am Ende einmal ganz.
- 7–10 · Grundschule
- Grundschulkinder schaffen die große Pyramide aus zehn Bechern und messen gern ihre eigene Zeit. Jetzt lohnt sich auch die Variante mit den Pappkarten dazwischen. Mit Geschwistern vergleichen sie sich am liebsten über mehrere Tage.
- ab 11 · Tweens & Teens
- Ältere Kinder probieren die Variante mit nur einer Hand oder bauen zwei Pyramiden gleichzeitig, eine mit jeder Hand. Reicht das nicht, schauen sie sich Videos von echten Sport-Stacking-Wettkämpfen an und üben die schnellen Handgriffe nach.
Sicherheitshinweise
- Nehmt für den Turm Becher aus Plastik oder Pappe, keine Gläser. Glas kann beim Herunterfallen zerbrechen, und die Scherben schneiden.
- Räumt den Tisch und den Platz davor frei, bevor ihr anfangt. Stürze sind bei Kindern zuhause die häufigste Unfallart, und ein hoher Turm zieht die Augen nach oben statt auf die eigenen Füße.
Varianten
- Variante 1
Zu zweit abwechselnd
Eine Person stapelt, die andere zählt laut mit und ruft Stopp. Nach der Runde wechselt ihr die Rollen. So messt ihr euch, ohne gleichzeitig am selben Tisch zu stehen.
- Variante 2
Nur eine Hand
Stapelt und baut die Pyramide nur mit einer Hand ab, die andere bleibt hinter dem Rücken. Das dauert deutlich länger und ist für ältere Kinder der eigentliche Reiz. Für Jüngere ist diese Variante meistens zu schwer.
- Variante 3
Mit Pappkarten dazwischen
Zwischen jede Becherreihe legt ihr eine flache Pappkarte, zum Beispiel die Rückseite eines Bierdeckels. Der Turm wird dadurch höher und wackliger, und das Abbauen braucht mehr Vorsicht. Normale Spielkarten mit Aufdruck lasst ihr dabei im Karton.
Häufige Fragen
Ist Becherstapeln eigentlich ein richtiger Sport?
Ja, unter dem Namen Sport Stacking gibt es feste Wettkämpfe mit eigenen Bechern und Weltrekorden. Für euren Nachmittag braucht ihr davon nichts. Die Regeln und Rekorde der Wettkämpfe übernehmt ihr nicht, Hauptsache der Turm steht am Ende.
Was, wenn nur ein Kind mitspielt?
Dann spielt es gegen die eigene Uhr. Die erste Zeit wird zur Bestzeit, und jede weitere Runde versucht, sie zu unterbieten. Mit der Zeit merkt ihr, wie viel schneller die Finger geworden sind.
Warum klappert das bei uns so laut?
Plastikbecher sind leicht und hohl, deshalb klappern sie beim Umfallen. Pappbecher sind etwas leiser, weil sie weniger nachschwingen. Am Vormittag stört das kaum, am Abend greift ihr vielleicht lieber zu Pappe.
Ab welchem Alter klappt das Spiel?
Ab etwa vier Jahren gelingt die kleine Pyramide meistens gut. Eine feste Altersgrenze nennt dafür keine Fachstelle, die Spanne ist eine vorsichtige Einschätzung. Jüngere Kinder stapeln gern mit, auch ohne Reihenfolge und ohne Zeitdruck. Lasst euer Kind einfach ausprobieren, wie hoch es kommt.
Die Pyramiden-Maße, die Zeitregel und die Sicherheitshinweise zum Ausdrucken und neben den Tisch legen.
Wenn eine Runde nicht reicht
Mögt ihr nach dem Stapeln noch mehr Spiele, lohnt ein Blick in den Kalender. Dort stehen Spieletreffs und Spielenachmittage für Familien in Hamburg.
Spieletermine im Kalender →






