Über einen Wochenmarkt schlendern klingt nach Erwachsenen-Programm. Ist es aber nicht. Diese fünf Hamburger Märkte funktionieren mit Kindern — weil sie Platz haben, weil es überall etwas zu essen gibt und weil um die Ecke fast immer ein Spielplatz oder die Elbe wartet.
Ein Marktbesuch mit Kind lebt von der Reihenfolge. Erst der ernste Teil (Gemüse, Käse, das eine Brot, das zu Hause vorgeschrieben ist), dann die Belohnung: ein warmes Franzbrötchen, ein Fischbrötchen, eine Crêpe. Wer das andersherum probiert, kennt den Rest. Das Schöne an einem Marktvormittag mit Kindern: Bummeln, gucken und probieren kostet erst mal gar nichts, und die Kinder sind an der frischen Luft, ohne dass es „Ausflug" heißen muss.
Wir haben fünf Märkte in verschiedenen Stadtteilen zusammengestellt, die wir mit Kind entspannt finden — mit genug Platz für den Kinderwagen, mit Snacks in Reichweite und mit einem Programmpunkt danach.
Isemarkt in Eppendorf — wetterfest unter der Hochbahn
Der Isemarkt zieht sich unter dem Hochbahnviadukt der U3 entlang, zwischen den Stationen Hoheluftbrücke und Eppendorfer Baum. Mit rund 600 Metern pro Reihe ist er einer der längsten Wochenmärkte Deutschlands — und weil die Bahngleise wie ein Dach über den Ständen liegen, ist er auch bei typischem Hamburger Schietwetter trocken. Das macht ihn zu unserem Regen-Joker: Wenn draußen alles ins Wasser fällt, spannt hier niemand einen Schirm auf.
Für Kinder gibt es Crêpes, Waffeln, frische Erdbeeren zum Naschen und genug Breite zwischen den Reihen, damit der Kinderwagen nicht zum Stau wird. Geöffnet ist dienstags und freitags von 8:30 bis 14 Uhr, ganzjährig. Unser Tipp: vor 11 Uhr kommen, danach wird es voll. Danach lohnt ein kurzer Spaziergang am Isebekkanal. U3 bis Hoheluftbrücke oder Eppendorfer Baum, der Markt beginnt direkt am Ausgang.
Willi sagt: Ein Kind, das seinen eigenen kleinen Einkauf tragen darf, quengelt am Marktstand plötzlich gar nicht mehr.
Fischmarkt Altona — die Show am Elbufer
Der Fischmarkt ist streng genommen kein Ort zum ruhigen Einkaufen, sondern ein Spektakel. Sonntagfrüh brüllen die Marktschreier ihre Bananen, Aale und Blumen unters Volk, in der historischen Fischauktionshalle spielt eine Band, und alles riecht nach Fischbrötchen und Kaffee. Für Kinder, die ohnehin früh wach sind, ist das ein überraschend guter Deal: Um sieben Uhr sind sie hier keine Ausnahme, sondern in bester Gesellschaft.
Geöffnet ist sonntags — von Mitte März bis Mitte November ab 5 Uhr, im Winter ab 7 Uhr, jeweils bis 9:30 Uhr. Danach ist Schluss, plant den Besuch also früh. Der Markt liegt an der Großen Elbstraße direkt am Wasser: Ein Spaziergang Richtung Elbstrand Övelgönne oder zu den Landungsbrücken schließt sich perfekt an. S1 oder S3 bis Reeperbahn, dann durch, oder mit der HADAG-Fähre 62 bis Fischmarkt.
Wochenmarkt Goldbekufer in Winterhude — entspannt am Kanal
Der Wochenmarkt am Goldbekufer ist das ruhige Gegenstück zum Fischmarkt-Trubel. Er liegt direkt am Goldbekkanal in Winterhude, dienstags, donnerstags und samstags von 8:30 bis 13 Uhr. Samstag ist der große Tag, dann steht der Markt in voller Länge: Fisch, Fleisch, Käse, Obst, Blumen, dazu ein paar Stände mit warmem Essen.
Für Familien ist die Umgebung das Argument. Der Kanal lädt zum Enten-Gucken ein, und der Stadtpark mit seinen Spielplätzen liegt nur ein paar Minuten entfernt — wer mag, hängt einen Nachmittag auf einem der schönsten Spielplätze der Stadt an. U3 bis Borgweg, dann ein kurzes Stück zu Fuß Richtung Kanal.
Wochenmarkt Spritzenplatz in Ottensen — mittendrin und autofrei
Der Wochenmarkt am Spritzenplatz liegt im Herzen von Ottensen, auf einem autofreien Platz zwischen Cafés und kleinen Läden. Das macht ihn kinderwagen- und laufkind-tauglich: keine Straße zu queren, viel Platz, und ringsum Bänke für die Fischbrötchen-Pause. Geöffnet ist dienstags von 8 bis 14 Uhr und freitags von 8 bis 18:30 Uhr; mittwochs und samstags gibt es zusätzlich den kleineren Food-Lovers-Markt mit Streetfood-Ständen.
Ottensen ist ohnehin ein guter Familien-Stadtteil zum Verweilen: Nach dem Markt ein Eis, ein Spielplatz in der Nähe, ein Bummel durch die Ottenser Hauptstraße. S1 oder S3 bis Altona, dann etwa zehn Minuten zu Fuß, oder mit dem Bus bis Ottenser Marktplatz.
Wochenmarkt Blankenese — Markt mit Elbblick
Der Wochenmarkt Blankenese an der Propst-Paulsen-Straße hat Dorf-Charakter — er gehört seit fast hundert Jahren zum Ort. Klein, überschaubar, mit Obst, Gemüse, Blumen, Fisch und Backwaren. Geöffnet ist er dienstags (8–14 Uhr), freitags (8–16 Uhr) und samstags (8–13 Uhr).
Der eigentliche Grund, mit Kindern hierher zu fahren, liegt bergab: Vom Markt aus ist es nicht weit ins Treppenviertel und hinunter zum Blankeneser Elbstrand. Ein Marktbesuch am Vormittag, dann Sandburgen und Schiffe-Gucken am Wasser — das ist ein kompletter Familientag. Wer lieber plantschen will, findet in unserer Übersicht der Wasserspielplätze in Hamburg weitere Ziele fürs Nasse. S1 bis Blankenese, von dort ein kurzer Weg zum Markt.
Orte
Familienfreundliche Wochenmärkte auf der Karte
Alle fünf Märkte aus diesem Artikel auf einen Blick.
1IsemarktEppendorf/Harvestehude
2Fischmarkt AltonaAltona-Altstadt
Große Elbstraße 9
So früh, direkt an der Elbe. Mit Show in der Fischauktionshalle.
Link öffnenIn Maps öffnen3Wochenmarkt GoldbekuferWinterhude
4Wochenmarkt SpritzenplatzOttensen
5Wochenmarkt Blankenese
Was ihr für den Marktbummel einpacken solltet
Für den Marktbummel einpacken
Damit der Vormittag entspannt bleibt.
- Kleingeld und Einkaufsbeutel
- Trinkflasche und ein Snack für zwischendurch
- Feuchttücher für klebrige Finger
- Wechselkleidung bei Elbstrand-Anschluss
- HVV-Verbindung kurz vorher checken
Fazit
Ein Wochenmarkt ist kein Kinderprogramm — und funktioniert gerade deshalb so gut. Kinder dürfen probieren, tragen, aussuchen, und nebenbei lernen sie, dass Essen nicht aus dem Supermarktregal kommt. Unser Rat: Sucht euch den Markt nach dem Danach aus. Regnet es, wird es der Isemarkt. Ist Sonntag und alle früh wach, der Fischmarkt. Wollt ihr an die Elbe, fahrt nach Blankenese. Und wenn ihr danach noch draußen bleiben wollt, findet ihr weitere Outdoor-Ausflüge für Familien in Hamburg.




















